Rückschlag in der Jugendarbeit  Wahl eines Beirats für Brookmerlander Jugendliche geplatzt

| | 17.06.2025 18:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Brookmerland wird es vorerst keine Interessenvertretung für Jugendliche geben. Foto: Thomas Dirks
Im Brookmerland wird es vorerst keine Interessenvertretung für Jugendliche geben. Foto: Thomas Dirks
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Im Brookmerland sollte eine Interessenvertretung für Jugendliche geschaffen werden. Warum die Samtgemeinde eine Wahlversammlung überraschend kurzfristig absagte.

Marienhafe - Premiere missglückt: Der geplante Neustart in Sachen Jugendarbeit im Brookmerland hat einen Dämpfer erhalten. Gescheitert ist vorerst der Versuch, erstmals einen Jugendbeirat zu gründen. Die für Dienstagabend im Hotel Zur Waage in Marienhafe geplante Delegiertenversammlung, die die neue Interessenvertretung wählen sollte, wurde überraschend ersatzlos gestrichen.

Mit einer fünfzeiligen Meldung im sozialen Netzwerk Facebook kündigte die Samtgemeindeverwaltung die „kurzfristige Absage“ am Dienstag an. Die geplante Versammlung „muss leider entfallen“, heißt es dort. Grund sei eine „zu geringe Beteiligung“ der Delegierten. Die Mitteilung schließt mit dem Satz „Danke für euer Verständnis“.

Keine Reaktion auf Nachfragen

Auch aus dem Rathaus war dazu mehr nicht zu erfahren. Von der Verwaltung gab es keine Auskunft. Schriftliche ON-Nachfragen blieben am Dienstag unbeantwortet. Auf persönliche Ansprache verwies Brookmerlands Ordnungsamtsleiter und stellvertretender Wahlleiter Guido Feldmann an die sogenannte Pressestelle. Die aber reagierte bis Redaktionsschluss nicht.

Wie mehrfach berichtet, sollte der Jugendbeirat die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung vertreten und in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Der siebenköpfige Jugendbeirat sollte den bisherigen Jugendsamtgemeinderat ersetzen. Der war zuletzt 2018 gewählt worden. Die nächste ursprünglich für März 2021 geplante Wahl wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und fand bis heute nicht statt. Grund: Das Interesse von Jugendlichen, für das Parlament zu kandidieren, war wie bei allen vorangegangenen Wahlen seit 2009 zu gering. Die Zahl der Bewerber reichte nicht aus.

Wie viele junge Menschen sich für den Jugendbeirat interessiert haben oder ob es überhaupt Resonanz darauf gab, blieb unklar, weil die Verwaltung auf Anfrage dazu nichts mitteilte. Auch auf Fragen danach, wie die offenbar schwache Resonanz zu erklären sei und weiter verfahren werde, gab es bisher keine Antworten.

Der vorerst letzte Jugendsamtgemeinderat im Brookmerland wurde 2018 gewählt. Das Interesse war gering. Ein Jugendbeirat sollte ihn ersetzen. Foto: Thomas Dirks
Der vorerst letzte Jugendsamtgemeinderat im Brookmerland wurde 2018 gewählt. Das Interesse war gering. Ein Jugendbeirat sollte ihn ersetzen. Foto: Thomas Dirks

Maßgeblich forciert worden war die Einberufung eines Jugendbeirats von der SPD/„Moin“-Mehrheitsgruppe im Rat der Samtgemeinde Brookmerland, die sich außerdem die Einstellung einer Fachkraft für Jugendpflege und die Einrichtung von Räumen für Jugendliche stark macht. Nach Angaben der Ratsgruppe leben mehr als 1100 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren im Brookmerland. Als Delegierter für den Jugendbeirat hätte benannt werden können, wer das 14. Lebensjahr erreicht und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Zur gefloppten Wahl des Jugendbeirats gab es auch von SPD und „Moin“ am Dienstag keine Erklärung. Ratsgruppensprecher Johann Tjaden (SPD) und auch sein Stellvertreter Hajo Janssen („Moin“) waren für eine Stellungnahme am Dienstag nicht erreichbar.

Das sagen BWG/SEB, BfB und CDU

Dafür äußerte sich die Minderheit im Samtgemeinderat. Ida Bienhoff-Topp, Sprecherin der Ratsgruppe BWG/SEB, BfB und CDU bedauerte, dass sie von der gescheiterten Wahl des Jugendbeirats über Facebook und auf Presseanfrage erfahren habe. Auf anderem Weg seien sie und die anderen Gruppenmitglieder bisher darüber von der Verwaltung nicht informiert worden. Das sei nicht so toll, kritisierte sie.

Das Format des Jugendbeirats sei, wie auch schon das des Jugendsamtgemeinderats offensichtlich für die Zukunft nicht geeignet und von Jugendlichen nicht gewollt. „Schade, dass das nicht funktioniert“, sagte Bienhoff-Topp. Gleichwohl halte sie es für wichtig, die Stimmen der Jugendlichen zu hören und diese ernsthaft einzubinden. „Das ist bisher nicht gelungen“, stellte sie fest.

Am Dienstag, 24. Juni, soll im Brookmerland ein Beirat für Senioren und Menschen mit Behinderung aus der Taufe gehoben werden. Die Delegiertenversammlung dafür soll, wenigstens das war Feldmann zu entlocken, nach derzeitigem Stand planmäßig in Marienhafe wohl stattfinden.

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