E-Autos in der Krise VW Emden muss Werksferien verlängern
Zum Glück herrscht bei Volkswagen bis Ende 2030 eine Beschäftigungssicherung. Bei VW Emden läuft es nämlich gerade nicht so rund.
Emden - Die rund 8000 Mitarbeiter von VW Emden müssen ihre Werksferien in diesem Jahr um fast zwei Wochen verlängern. Grund sind Absatzschwierigkeiten des vollelektrischen SUV ID.4. Das bestätigte das Emder VW-Werk am Dienstag unserer Redaktion.
„Eine Anpassung des aktuellen Produktionsprogramms führt dazu, dass der dreiwöchige Werkurlaub im Werk Emden in diesem Jahr um insgesamt neun Arbeitstage verlängert wird“, teilte Unternehmenssprecher Wolfgang Sebastian auf Nachfrage mit. Die Produktion ruhe somit von Donnerstag, 10. Juli bis einschließlich Dienstag, 12. August. Eigentlich dauert der Werksurlaub bei VW drei Wochen. Nun sind es fast fünf.
Probleme in Italien, Belgien und Südkorea
Als Grund nannte Sebastian Absatzprobleme. „Die Anpassung des Produktionsprogramms ist der aktuellen Vertriebssituation des ID.4 in einigen internationalen Märkten, etwa Italien, Belgien und Südkorea, geschuldet“, so der Unternehmenssprecher.
Die Produktion des ID.4 in Emden war im Mai 2022 begonnen worden. Für Emden wurde damit der Start in die E-Mobilität eingeläutet. Mehr als eine Milliarde Euro war dafür in den Umbau des Standortes investiert worden. Nach dem ID.4 kamen für Emden auch noch die vollelektrische Limousine ID.7 und der vollelektrische Passat-Kombi-Nachfolger ID.7 Tourer hinzu. Der ID.4 macht etwa die Hälfte der Produktion in Emden aus. Der Passat wird mittlerweile in Bratislava in der Slowakei montiert. Die Produktion des Arteon Shooting Brake in Emden wurde ganz eingestellt.
Die CO2-Werte müssen runter
Volkswagen steht wie alle anderen Autobauer auch vor der Aufgabe, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Sonst drohen empfindliche Strafen. Eine entsprechende EU-Gesetzgebung sieht vor, dass bis 2035 die Flottengrenzwerte auf null sinken. Das würde das faktische Aus für Pkw mit Verbrenner-Motoren bedeuten. Die Europäische Volkspartei (EVP) will das Verbrenner-Aus rückgängig machen und über 2035 hinaus Hybridfahrzeuge zulassen.
Eine Überprüfung des Gesetzes steht bei der Europäischen Union noch Ende dieses Jahres an. Es ist durchaus denkbar, dass das Verbrenner-Aus zu Streit in der neuen Bundesregierung führt. Im Koalitionsvertrag findet man dazu nur wenig Konkretes.