Jugendpfleger gesucht Neustart in der Jugendarbeit im Brookmerland
Künftig gibt es eine andere Interessenvertretung für junge Menschen in der Samtgemeinde Brookmerland. Auch personell rüstet die Samtgemeinde auf.
Brookmerland - Konkret wird ein Neustart in Sachen Jugendarbeit im Brookmerland: Politik und Verwaltung machen Tempo. Zum 1. August soll eine neue Jugendpflegerin oder ein neuer Jugendpfleger eingestellt werden. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Stellenausschreibung der Samtgemeinde hervor. Bis Anfang Juli können sich Interessierte bewerben.
Wie berichtet, wagt die SPD/„Moin“-Mehrheitsgruppe im Rat der Samtgemeinde Brookmerland einen erneuten Vorstoß in Sachen Jugendarbeit im Brookmerland. Geplant ist nicht nur die Einstellung einer Fachkraft für Jugendpflege, sondern auch die Einrichtung von Räumen für Jugendliche.
Rund 1100 Kinder und Jugendliche
Nach Angaben der Ratsgruppe leben mehr als 1100 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren im Brookmerland. Sie brauchten eine fachliche Begleitung und „offene, gestaltbare Räume“, die ohne Mitgliedschaft oder andere Zugangsvoraussetzungen zugänglich für alle seien, heißt es. Und weiter: Jugendarbeit sei „ein unverzichtbarer Beitrag“, um Benachteiligung abzubauen und fördere ein gerechtes Aufwachsen junger Menschen.
Für den Aufbau und konzeptionelle Entwicklung der Kinder- und Jugendpflege wird jetzt eine qualifizierte Kraft mit abgeschlossenem Fachhochschulstudium oder einem Abschluss als Bachelor of Arts der Sozialarbeit/Sozialpädagogik oder einer vergleichbaren Qualifikation gesucht, die möglichst über Erfahrungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit verfügen soll. Deren unbefristete Vollzeitstelle (39 Stunden) solle nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt werden, heißt es in der Ausschreibung.
Alternative zum„Haus für alle“
Hauptaufgabe der neuen Fachkraft soll die „Planung, Organisation und Durchführung offener Jugendarbeit nach dem Sozialgesetzbuch in Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen, den Feuerwehren und weiteren Institutionen der Jugendhilfe sein. Diese umfasst demnach auch die Planung und Mitwirkung bei der Einrichtung eines Jugendhauses. Wo die neuen Jugendräume entstehen sollen, ist noch unbestimmt. Der Standort sei noch nicht festgelegt, teilte Ratsgruppensprecher Johann Tjaden (SPD) auf Anfrage mit. Fest stehe lediglich, dass es sich dabei um eine Alternative zu dem bislang favorisierten Mehrgenerationenhaus (Arbeitstitel: Haus für alle) im alten Bahnhofsgebäude in Marienhafe handele. Hintergrund: Die Umsetzung des 1,2 Millionen Euro teuren und umstrittenen Dorfentwicklungsprojekts Mehrgenerationenhaus liegt vorerst auf Eis. Ob es noch jemals umgesetzt werden wird, steht in den Sternen. In jedem Fall würde die Verwirklichung des Vorhabens länger dauern als die Einrichtung von Jugendräume an anderer Stelle.
Ersatz für den erfolglosen Jugendsamtgemeinderat
Unterdessen steht die Einberufung des ersten Jugendbeirates im Brookmerland unmittelbar bevor. Die Delegiertenversammlung, die die neue Interessenvertretung wählen soll, kommt an diesem Dienstag, 17. Juni, ab 18 Uhr im Hotel Zur Waage in Marienhafe zusammen.
Wie mehrfach berichtet, soll der Beirat die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung vertreten und in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Der siebenköpfige Jugendbeirat ersetzt den bisherigen Jugendsamtgemeinderat. Er war zuletzt 2018 gewählt worden. Die nächste für März 2021 geplante Wahl wurde verschoben und fand bis heute nicht statt. Grund: Das Interesse von Jugendlichen, für das Parlament zu kandidieren, war wie bei allen vorangegangenen Wahlen seit 2009 zu gering. Die Zahl der Bewerber reichte nicht aus.
Als Delegierter für den Jugendbeirat konnte benannt werden, wer das 14. Lebensjahr erreicht und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die Wahlen finden geheim statt. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.