Santiano in Tannenhausen Erst langes Warten auf einen Parkplatz, dann ein langer Fußweg
Teils stundenlang mussten Besucher des Santiano-Konzerts in Tannenhausen auf einen Parkplatz warten. Die Stadt Aurich überarbeitet nun ihr Verkehrskonzept.
Aurich - Der Auftritt von Santiano: fantastisch. Darin sind sich die Konzertbesucher einig. Doch das von der Stadt Aurich eigens für das Open-Air-Wochenende auf dem Festivalgelände in Tannenhausen erarbeitete neue Verkehrsleitsystem „hat leider total versagt“, bemängelt eine Konzertbesucherin: Sie habe am Samstagabend anderthalb Stunden gewartet für einen Parkplatz vor dem Festivalgelände. „Dann wurden wir auf den hintersten Parkplatz geleitet“, berichtet sie auf Facebook. Den Konzertbeginn hatte sie dadurch verpasst. Ärgerlich: Auf dem langen Fußmarsch zum Konzertgelände habe sie dann gesehen, „dass auf allen anderen Parkplätzen noch sehr große Lücken waren. Aus der angeblichen Einbahnstraße kamen uns viele Fahrzeuge entgegen, dabei sogar ein Bus. Ziemlich bescheiden auch für Anwohner, die einfach nur nach Hause wollten oder Menschen, die eventuell vorhatten eine Baltrum-Fähre zu erwischen“, kritisiert sie.
Stundenlanges Warten auf einen Parkplatz
Zahlreiche weitere Konzertbesucher berichten ebenfalls von stundenlangem Warten bei der Parkplatz-Einweisung, davon, dass auf den Plätzen nahe am Konzertgelände noch viel Platz gewesen sei, und von langen Wegen zu Fuß. „Die Anfahrt war eine Katastrophe, da ist noch ganz viel Luft nach oben“, meint ein Besucher.
Rund 6000 Besucher kamen am Samstag zum Santiano-Konzert - das hatte wegen der langen Wartezeiten letztlich verspätet starten müssen. „Wir haben den Unmut unserer Konzertbesucher an den Eingängen zu spüren bekommen“, berichtet Anika Meinen vom Veranstalter Marema auf Nachfrage. Viele Leute hätten sich beschwert. Doch außerhalb der Veranstaltungsfläche sei Marema nicht zuständig. Für das Verkehrs- und Parkleitsystem sei die Stadt Aurich verantwortlich.
Neues Konzept soll das „Nadelöhr entschärfen“
Mit der neuen Verkehrslenkung hat die Stadt Aurich auf die Erfahrungen aus dem Konzertjahr 2023 reagiert, als durch „Wildparker“ Zufahrtstraßen dichtgeparkt worden waren. Nun herrscht überall rund ums Mehrzweckgelände Parkverbot. Um Rückstau zu vermeiden, gibt es über den Neustadtweg eine offizielle Zufahrt, während andere Einfahrten gesperrt werden. Das Nadelöhr Tannenhausen soll so entschärft werden. Dazu wurde eine Art Einbahnstraßenverkehr eingerichtet, der die anreisenden Konzertbesucher zu den verschiedenen Parkflächen führt, die dann nach und nach belegt werden sollen. 3000 bis 3500 Stellplätze für Pkw sind vorhanden, hinzu kommen Pufferflächen.
Wartezeiten sollen deutlich kürzer werden
Dass das Konzept zumindest am Samstag nicht ganz so perfekt wie erhofft aufgegangen ist, hatte mehrere Ursachen, sagt Aurichs Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht. Zum einen sei der Verkehrsfluss auf den Parkplätzen immer wieder ins Stocken geraten. Zum anderen waren bei dem sommerlichen Wetter die Parkflächen am Badesee schon von den Badegästen belegt und nicht für die Konzertbesucher nutzbar. Grundsätzlich hält man bei der Stadt das Verkehrskonzept für gut. Man wolle nun dafür sorgen, dass das Befüllen der Stellplätze schneller geht. Allerdings: Wartezeiten werde es immer geben, „doch die am Samstag waren eben deutlich zu lang“.
Die nächsten Open-Air-Konzerte
Freitag, 20. Juni: Rea Garvey Sonnabend, 21. Juni: Sarah Connor („My favorite Songs Part II“) Sonntag, 22. Juni: Howard Carpendale Der Vorverkauf für die Konzerte läuft weiter – Karten sind unter anderem im Media-Store der Ostfriesischen Nachrichten und der Ostfriesen-Zeitung (Kirchstraße 8, Aurich) erhältlich.
Direkt am Montag begannen im Rathaus die Nachjustierungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und allen Helfern. Denn am Freitag startet schon das zweite Open-Air-Wochenende - und auch dazu werden Tausende Besucher erwartet.