Ausbau der Grundschulen Wie Ihlow mit dem Ganztagsausbau ringt
Alle vier Grundschulen in Ihlow sollen einen Ganztagsbetrieb an fünf Tagen die Woche stemmen. Dafür muss einiges umgebaut werden. Warum die Gemeindeverwaltung Bauchschmerzen damit hat.
Ihlow - Nur das Nötigste: Unter diesem Motto mussten sich die Grundschulen in Ihlow ausdenken, wie sie ihre Gebäude für den Ganztagsbetrieb umbauen lassen können. In verschiedenen Gesprächen zwischen Gemeindeverwaltung und Schulleitern wurden dabei verschiedene Umbaukonzepte erarbeitet. Diese wurden jetzt erstmals öffentlich vorgestellt. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend, Sport und Soziales in Ihlow fasste es Ausschussvorsitzender Arnold Saathoff (SPD) treffend zusammen: „Es ist in der Tat nicht: Wünsch dir was.“ Noch dazu wurde deutlich, dass die Gemeinde Ihlow wohl einiges selbst finanziell stemmen muss. Wie viel ist noch nicht klar. Fest steht nur: Es muss umgebaut werden und das Land Niedersachsen gibt nur eine begrenzte Summe an Geldern an die Kommunen.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 müssen die Schulen einen Ganztagsbetrieb für alle Kinder ab diesem Jahrgang von Klasse eins an ermöglichen. Das heißt, Kinder hätten die Möglichkeit, an fünf Tagen die Woche bis zu acht Stunden täglich betreut zu werden. Bislang haben die Ihlower Grundschulen an drei von fünf Tagen ein Ganztagsangebot. Die Schulen müssen also nicht komplett umgebaut werden, sondern haben bereits einiges an Infrastruktur, was für den Ganztag genutzt werden kann. In Ihlow waren sich Politik, Lehrkräfte und Gemeindeverwaltung schnell sicher, dass auch alle vier Grundschulstandorte für den Ganztagsbetrieb ausgebaut werden sollen, um keinen Schulstandort zu schwächen.
Schulen mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Dennoch gibt es verschiedene Dinge, die umgebaut werden müssen. Jede Schule hat dabei unterschiedlich viel angegeben. In der Grundschule Riepe, die größte Schule mit den besten Räumen im Gemeindegebiet muss am wenigsten umbauen lassen. Laut Beschlussvorlage sind hier die Mensaküche und angrenzende Sanitäranlagen umzubauen. Kostenschätzung rund 57.000 Euro. Für die Grundschule Simonswolde sind Umbauten an Mensa, Aula und dem Obergeschoss angedacht. Eine Kostenschätzung steht noch aus. Ebenso wie bei der Grundschule Weene, wo die Aula um hundert Quadratmeter erweitert werden soll. Ebenfalls noch offen, wie teuer es werden könnte, sind die Überlegungen bei der Grundschule Westerende-Kirchloog. Dort sollen Räume neu zugeordnet werden, um einen Freizeitbereich zu schaffen, und der Verwaltungstrakt sowie Lehrerzimmer angepasst werden.
Zur Verfügung stehen der Gemeinde Ihlow für die Umbaumaßnahmen etwas weniger als 550.000 Euro vom Land. Ein Eigenanteil von knapp 100.000 Euro müsste die Gemeinde ohnehin dazugeben. Die Gemeindeverwaltung geht jedoch davon aus, dass der Eigenanteil wesentlich größer ausfällt. „Der Wermutstropfen sind die fehlenden Kosten“, so der zuständige Fachbereichsleiter Holger Saathoff. Er sehe es als großes Problem an, dass das Land den Ganztagsausbau spät angegangen habe. So gebe es aktuell nur den Fördererlass und einige Ministerbriefe.
Finanzieller Rahmen wird voraussichtlich nicht reichen
„Ich habe Bauchschmerzen mit dem Thema“, sagte Saathoff in der Sitzung. Denn es gebe das enge finanzielle Korsett und aus dem müssten jetzt die Vorgaben der Schulen gestemmt werden. Er bat die Ausschussmitglieder darum, trotz fehlender Kostenschätzungen eine Empfehlung abzugeben, damit die Gemeinde weiter planen kann und die Umbauten zeitnah umgesetzt werden könnten. Bis Oktober muss die Gemeinde die Förderanträge dazu stellen. Noch dazu muss ein einzelner Mitarbeiter im Rathaus neben weiteren Bauprojekten die Planungen nun vorantreiben. Ein sportlicher Rahmen für die Gemeinde Ihlow, denn bis 2027 muss alles fertig sein.
„Wir werden mit den 660.000 Euro nicht hinkommen“, sagte Bürgermeister Arno Ulrichs. Angesichts der allgemeinen Preissteigerungen sei die Summe nicht ausreichend. Ulrichs sprach von einem Geschenk an die Eltern von Land und Bund. Die Kommunen bekämen wieder nur finanzielle Krümel, um das Ganze umzusetzen. Der Ausschuss gab dann auch seine Empfehlung, vorbehaltlich der Kostenschätzungen, die dann in den nächsten Haushaltsplänen auftauchen werden.