Osnabrück Der US-Präsident und sein X-Freund: Goliath gegen Goliath
Wie mächtig der US-Präsident ist, muss man nicht klarstellen. Wie reich Elon Musk ist, auch nicht. Wie gefährlich das ganze Drama um ihre zerbrochene Männerfreundschaft für uns alle ist, aber schon.
Solange er von Elon Musk profitieren konnte, ließ US-Präsident Donald Trump ihn walten. Ganze Behörden wurden auf Musks Fingerschnippen hin abgeschafft. Doch nun reiht sich der Unternehmer in die lange Liste von Trumps ehemaligen Freunden ein, die zu Feinden wurden.
Medien, Beobachter und US-Wähler fragen sich, wer den Kampf zwischen dem reichsten und dem mächtigsten Mann der Welt wohl gewinnt. Dabei muss die Frage doch lauten: Wie kann es sein, dass man diese Frage überhaupt stellen muss? Donald Trump mag einem nicht passen, aber er wurde von den Amerikanern gewählt und vertritt somit das Volk – niemand hat Elon Musk gewählt. Es ist gefährlich, dass er trotzdem über vergleichbare Macht verfügt.
Die Welt hat vom Unternehmer profitiert, keine Frage: Seine Teslas haben Elektroautos in den Massenmarkt katapultiert, seine Raketen bringen Astronauten zur ISS, sein Satelliten-Internet ermöglicht der Ukraine die Verteidigung gegen Russland, seine künstliche Intelligenz gilt unter vielen Fachleuten als die derzeit beste.
Aber: Dem Techmilliardär ist sein Reichtum für jeden erkennbar zu Kopf gestiegen. Wer kauft sonst aus einer Laune heraus ein soziales Netzwerk, baut in der texanischen Wüste seine eigene Stadt, stiefelt offenbar vollgepumpt mit Pferdebetäubungsmitteln ins Oval Office, mischt sich privat in die Wahlen fremder Länder ein?
Dass er Trump für „undankbar“ hält, zeigt klar: Elon Musk, der so viel wie 400.000 Millionäre zusammen besitzt, geht zumindest selbst davon aus, Trump mit seinen Wahlkampfspenden über 250 Millionen Dollar die Präsidentschaft und die Mehrheit im Senat ermöglicht zu haben.
Was da gerade passiert, muss man erstmal sacken lassen. Das öffentliche Scheidungsdrama ist ein Kampf Goliath gegen Goliath, bei dem beide sogar über ihre jeweils eigenen Social-Media-Plattform verfügen. Der reichste und der mächtigste Mann der Welt in einem absurden Männerkampf – das ist großartige Unterhaltung, ja. Aber nicht der Stil des Streits macht fassungslos, sondern das Kräfteverhältnis.