Bremen  Zoll Bremen zieht Bilanz: Weniger Kokain, mehr Schwarzarbeit und Produktfälschungen

Melanie Hohmann
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Von Melanie Hohmann
| 06.06.2025 14:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
400 Kilo Kokain hat das Hauptzollamt Bremen im vergangenen Jahr sichergestellt. Bremerhaven gilt als wichtiges Einfallstor für die Schmuggler. Foto: Hauptzollamt Bremen
400 Kilo Kokain hat das Hauptzollamt Bremen im vergangenen Jahr sichergestellt. Bremerhaven gilt als wichtiges Einfallstor für die Schmuggler. Foto: Hauptzollamt Bremen
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Das Hauptzollamt Bremen zieht Bilanz: 2024 wurden rund 400 Kilogramm Kokain sichergestellt. Zudem sank das Steueraufkommen, während Verfahren wegen Schwarzarbeit und Produktfälschungen zunahmen.

Das Hauptzollamt Bremen hat im Nachgang zur bundesweiten Bilanz seine regionalen Ergebnisse für 2024 vorgelegt. Während die Beamten deutlich weniger Kokain sicherstellten, deckten sie mehr Schwarzarbeit auf und beschlagnahmten dreimal so viele Produktfälschungen.

400 Kilo Kokain beschlagnahmt

Das Hauptzollamt Bremen stellte über 400 Kilogramm Kokain sicher – erheblich weniger als die Rekordmenge von 1,8 Tonnen im Vorjahr. „Die geringere Sicherstellungsmenge von Kokain ist für uns kein Grund zur Entwarnung“, betont Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamts Bremen. „Bremerhaven bleibt als einer der größten Häfen Europas weiterhin Einfallstor für den Rauschgiftschmuggel.“

Die Schmuggler nutzen die sogenannte „Rip-Off-Methode“: Banden verstecken in südamerikanischen Häfen Drogen in Containern nahe der Tür, um sie in Europa schnell wieder herausholen zu können. Ein großer Fang gelang im Januar mit über 275 Kilo Kokain in einem Container aus Brasilien.

Neue Röntgenanlage verstärkt Kontrollen

Diesen Sommer geht eine neue Röntgenanlage in Betrieb, die erstmals auch Lastwagen scannen kann. Hafenarbeiter können verdächtige Vorgänge über eine Hotline melden (0421 51547000).

Erfolgreicher war der Zoll gegen Schwarzarbeit: Die aufgedeckten Schäden stiegen um zwei Millionen auf 19 Millionen Euro. Die Beamten leiteten über 3100 Strafverfahren und mehr als 2000 Bußgeldverfahren ein. Die Bußgelder stiegen auf 1,2 Millionen Euro.

„Über 3100 eingeleitete Strafverfahren und eine festgestellte Schadenssumme von über 19 Millionen Euro im letzten Jahr zeigen, dass der risikoorientierte Prüfansatz der FKS zum Erfolg führt“, erläutert Tödter. „Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität, die unsere Wirtschaft und unser Sozialsystem gefährdet.“

Produktfälschungen und Steuereinnahmen

Bei gefälschten Markenwaren beschlagnahmte der Zoll fast 150.000 Produkte im Wert von über 1,3 Millionen Euro – dreimal so viele wie 2023. Zwei Großlieferungen gefälschter Körperpflegemittel sorgten für den Anstieg.

Die Steuereinnahmen sanken um 700 Millionen auf 3,8 Milliarden Euro, da Importeure Zölle nun auch später in anderen EU-Ländern zahlen können.

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