Streit um Löschfahrzeug  Rücktritt der Marienhafer Feuerwehr vorerst vom Tisch

| | 05.06.2025 08:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Feuerwehrleute aus Marienhafe wollen vorerst weiter im Dienst bleiben, auch wenn das neue Löschfahrzeug nicht in Marienhafe stationiert wird. Foto: Thomas Dirks
Feuerwehrleute aus Marienhafe wollen vorerst weiter im Dienst bleiben, auch wenn das neue Löschfahrzeug nicht in Marienhafe stationiert wird. Foto: Thomas Dirks
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Entspannung im Streit um Löschfahrzeug: Die Feuerwehr Marienhafe will den Dienst vorerst nicht quittieren. Sie knüpft dies aber an eine Bedingung.

Marienhafe - Der Streit um die geplante Stationierung eines ursprünglich für die Feuerwehr Marienhafe bestimmten neuen Einsatzfahrzeugs in Osteel entspannt sich. Ein kollektiver Austritt, mit dem die Marienhafer Brandbekämpfer gedroht hatten, ist vorerst vom Tisch. Bei einem Treffen am Dienstagabend haben sich Feuerwehrleute fast einstimmig dafür entschieden, ihren Dienst zunächst nicht zu quittieren. Das teilte Marienhafes Ortsbrandmeister auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Zur Erinnerung: Wie berichtet, soll die Freiwillige Feuerwehr Marienhafe laut Feuerwehrbedarfsplan ein neues Löschgruppenfahrzeug des Typs LF 20 erhalten. Dieses ist in Kürze beim Hersteller abholbereit. Das Problem: Das neue Fahrzeug ist für das alte Feuerwehrhaus an der Marienhafer Kirchstraße zu groß. Das Gebäude baulich entsprechend zu verändern wäre mit großem, vor allem finanziellen Aufwand verbunden. Die Rede ist von bis zu 40.000 Euro, die in ein Gebäude investiert werden müssten, das in ein paar Jahren ohnehin abgerissen werden soll.

Stationierung in Osteel

Um das zu umgehen, ist geplant, das rund eine halbe Million Euro teure LF 20 zunächst im neuen Feuerwehrgerätehaus (Nord) Osteel unterzubringen, das in diesem Sommer fertiggestellt werden soll. Nach Fertigstellung ihres neuen an der Kirchstraße in Osterupgant geplanten Standorts (Ost) in ein paar Jahren soll ein weiteres LF 20 für Marienhafe angeschafft werden.

Die Marienhafer Brandbekämpfer waren damit zunächst nicht einverstanden, sahen diese Entscheidung als „weder fachlich noch kameradschaftlich nachvollziehbar und nicht akzeptabel“ und hatten dies in einem Schreiben an die Verwaltung deutlich gemacht (wir berichteten). Wenn das neue, ihnen versprochene und speziell für ihre Belange geplante Gefährt nicht in Marienhafe stationiert werde, könne es besser nach außerhalb verkauft werden, schreiben sie. Für den Fall, dass das Fahrzeug tatsächlich an die Feuerwehr Osteel gehen sollte, wollten sie geschlossen hinwerfen.

•Die Feuerwehr Marienhafe verfügt derzeit über zwei Fahrzeug, ein LF (links) und TLF (rechts). Foto: Feuerwehr, Justin Herzig
•Die Feuerwehr Marienhafe verfügt derzeit über zwei Fahrzeug, ein LF (links) und TLF (rechts). Foto: Feuerwehr, Justin Herzig

Von dieser Drohung und einem Ultimatum, das sie Verwaltung und Politik für eine Antwort gesetzt haben, nahmen sie nun Abstand. „Wir haben beschlossen, weiterzumachen“, sagte de Vries. Der Beschluss sei mit eindeutiger Mehrheit gefasst worden. Nach Angaben des Wehrchefs nahmen fast alle 38 aktiven Wehrmitglieder an dem Treffen teil, die meisten in Präsenz. Andere waren online zugeschaltet. In der knapp dreistündigen Versammlung sei noch einmal intensiv diskutiert worden. Am Ende habe es unter den Teilnehmern nur eine Gegenstimme gegeben. Alle anderen seien in offener Abstimmung für eine Rücknahme der Rücktrittsdrohung gewesen. „Wir treten weiter geschlossen auf und ziehen an einem Strang“, betonte de Vries.

Zuvor hatte die aus SPD und der Wählergruppe „Moin“ bestehende Mehrheitsgruppe im Brookmerlander Samtgemeinderat Kompromissbereitschaft signalisiert und der Marienhafer Feuerwehr zugesagt, das Geld, das für einen Umbau notwendig würde, in ein zweites LF 20 zu investieren, womit künftig sowohl Osteel als auch Marienhafe je ein LF 20 hätten. Ursprünglich war geplant, nur ein LF 20 für Marienhafe und ein kleineres LF 10 für Osteel zu kaufen. „Wir machen das mit“, sagte Tjaden, der Bürgermeister von Marienhafe und selbst (passives) Mitglied der Marienhafer Feuerwehr ist. Dies aber nur unter der Bedingung, dass die Feuerwehr Marienhafe ihre Austrittsandrohung schriftlich und öffentlich zurücknehme. In diesem Fall würde laut Tjaden der Samtgemeindeausschuss schnellstmöglich grünes Licht für die Bestellung eines zweiten LF 20 geben.

Schriftliche Garantie

De Vries sagte, man vertraue der Politik und Verwaltung, obwohl man schon mehrfach enttäuscht worden sei und sei zu dieser Gegenleistung bereit. Ein entsprechendes Schreiben schickte er an die Verwaltung. Im Gegenzug verlangte er eine schriftliche Garantie der Gemeinde und eine schnellstmögliche Beschlussfassung für ein zweites nach den Wünschen der Marienhafer Wehr konfiguriertes LF 20. „Sie muss jetzt liefern“, sagte der Wehrchef.

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