Wiesmoor bleibt in der Bezirksliga  Rettung mit einem blauen Auge

| | 01.06.2025 17:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ende gut, alles gut. In seinem allerletzten Spiel feierte Jürgen Zimmermann die Rettung mit Wiesmoor.Fotos: Jens Doden (Blomberg)
Ende gut, alles gut. In seinem allerletzten Spiel feierte Jürgen Zimmermann die Rettung mit Wiesmoor.Fotos: Jens Doden (Blomberg)
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Wiesmoor verliert mit 1:3 beim TuS Middels und bleibt dennoch in der Bezirksliga. Der Konkurrent aus Norden hat die Nerven nicht im Griff und scheitert zweimal vom Elfmeterpunkt aus.

Middels - Nur wenige Sekunden nach dem Schlusspfiff versammelte Wiesmoors Trainer Jürgen Zimmermann seine Spieler im obligatorischen Kreis. Dabei blickte er nicht in Gesichter, die überschäumende Freude zum Ausdruck brachten. Eher war es hier und da ein verschämtes Lächeln mit einer großen Portion Erleichterung. Germania Wiesmoor hat den direkten Klassenverbleib trotz einer 1:3-Niederlage beim TuS Middels geschafft. Die Leistung war alles andere als berauschend, deshalb dankte Trainer Zimmermann auch erst einmal dem SV Wallinghausen, der mit einem 2:1-Erfolg in Norden alle Wiesmoorer Abstiegssorgen verscheuchte. „Wallinghausen hat uns den Arsch gerettet. Sie sind wahre Sportsmänner. Für mich war es das jetzt, am Freitag werden wir noch zum Abschied mit der Mannschaft feiern“, sagte Zimmermann und verabschiedete sich in die wohlverdiente Fußball-Rente.

Die Wiesmoorer spieler verabschiedeten sich nach dem geglückten Klassenverbleib von den Fans.
Die Wiesmoorer spieler verabschiedeten sich nach dem geglückten Klassenverbleib von den Fans.

Ein Traumtor von Glen Sokoli

Wiesmoor kam nach einer schwachen Leistung mit einem blauen Auge davon und wird für den Wallinghausener Torhüter vielleicht ein Denkmal errichten. Julian-Till Ahlers hielt in Norden zwei Elfmeter und war somit der Wiesmoorer Held.

Heimtrainer Tobias Ryl wunderte sich nach dem Spiel über die merkwürdige Passivität, die Wiesmoor im alles entscheidenden Spiel an den Tag legte. „Sie waren überhaupt nicht griffig, nach unserem 2:1 kam fast keine Gegenwehr mehr“, sagte Ryl, der den TuS Middels auch in die kommenden Saison führen wird und bereits fleißig an verschiedenen Neuzugängen arbeitet. Die werden auch nötig sein, denn mit den Abgängen von Torhüter Siegfried John, Stürmer Henning Corell, Marco Mouzong und noch anderen wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern.

Gegen Wiesmoor bewiesen die Kicker vom Barger Weg aber noch einmal, warum sie die diesjährige Bezirksliga-Saison auf einem guten sechsten Platz abgeschlossen haben. Motiviert und spielfreudig gelang ihnen schon früh das 1:0. Kedin Muwenge nutzte einen Fehler in der Wiesmoorer Abwehr, schnappte sich den Ball und passte ihn präzise an die Strafraumgrenze. Dort kam Glen Sokoli angerauscht und schoss die Kugel trocken in die kurze Ecke. Wiesmoor antwortete schnell und aus dem sprichwörtlichen Nichts. Erik Homes, eigens für dieses Spiel aus München angereist, passte den Ball in die Schnittstelle. Dort zeigte Leon Zimmermann, dass er ein brandgefährlicher Torjäger ist und traf zum Ausgleich. Das schönste Tor des Tages erzielte dann wieder Sokoli. Mit einer direkt verwandelten Ecke überlistete er den Germanen-Torhüter Tim Barth. „Das waren wieder zwei ärgerliche Gegentore. Das zieht sich aber durch die ganze Saison. Das Eckentor hat uns dann das Genick gebrochen“, urteilte Zimmermann.

Marco Mouzong (rechts) wird den TuS Middels in Richtung Ellernfeld verlassen.
Marco Mouzong (rechts) wird den TuS Middels in Richtung Ellernfeld verlassen.

Der Blick auf das Handy ist interessanter

In der Halbzeit gab es wohl ein letztes Donnerwetter, mit einiger Verspätung betraten die VfB-Spieler den Platz zur zweiten Halbzeit – doch besser wurde das Spiel aus Wiesmoorer Sicht nicht. Middels legte 20 Minuten vor dem Ende den dritten Treffer durch Justin Solomon nach und hätte bis zum Schluss durchaus noch den ein oder anderen Treffer mehr erzielen können.

Die knapp 150 mitgereisten Zuschauer aus Wiesmoor schauten dann nur noch auf das Handy – die Partie in Norden schien wesentlich spannender zu sein. Nach den gehaltenen Elfmetern des Wallinghauseners Ahlers brach kurzer, aber auch verhaltener Jubel aus. Zimmermann drehte sich immer wieder mal um und fragte nach dem Spielstand. Mit dem 2:1 von Wallinghausen war die Rettung perfekt und ein weiteres Jahr in der Bezirksliga gesichert. Dann ohne die Zimmermanns – Vater Jürgen geht in Rente und seine beiden Söhne Jürgen und Leon wechseln nach Großefehn.

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