Spannung im Bezirksliga-Abstiegskampf  Feiern oder nachsitzen

| | 30.05.2025 16:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ganz ruhig! Wiesmoor und Trainer Jürgen Zimmermann benötigen noch einen Punkt am letzten Spieltag. Foto: Wilfried Gronewold
Ganz ruhig! Wiesmoor und Trainer Jürgen Zimmermann benötigen noch einen Punkt am letzten Spieltag. Foto: Wilfried Gronewold
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Wiesmoor benötigt in Middels einen Punkt zur direkten Rettung in der Bezirksliga. Bei einer Niederlage droht die Relegation. Die Mannschaft brennt, sogar aus München kommt ein Spieler angereist.

Aurich - Jürgen Zimmermann hat viel erlebt in seiner langen Fußball-Laufbahn als Spieler und Trainer. Sein vielleicht letztes Spiel am Sonntag beim TuS Middels könnte noch einmal kribbelig werden. Einen Punkt benötigt Germania Wiesmoor am Sonntag ab 14 Uhr am Barger Weg, um sicher in der Bezirksliga zu bleiben. Dann würde Zimmermann in die verdiente Fußball-Rente gehen, das hat er seiner Frau Marion schon vor einiger Zeit versprochen. Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Erfolg des FC Norden gegen Wallinghausen müsste Zimmermann mit seinen Spielern in der Relegation nachsitzen. „Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Wir wollen das Ding am Sonntag rocken“, sagt Zimmermann.

Dreimal hat Wiesmoor einen Matchball vergeben. Drei Niederlagen am Stück, davon zwei nach einer 2:0-Führung, haben am Selbstverständnis der Wiesmoorer Fußballer genagt. „Wir haben die Enttäuschung ein wenig abgeschüttelt, den Druck kennen wir aus den vergangenen Jahren“, sagt Zimmermann. Die letzten drei Jahre musste Wiesmoor immer bis zum Schluss zittern, in der vergangenen Saison hatte sich Wiesmoor am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg in Holtland gerettet.

Middels will sich nicht hängen lassen

Damals feierten viele mitgereiste Fans den Klassenverbleib in der Bezirksliga, auch nach Middels wird ein Bus mit treuen Anhängern mitreisen. Ein Germanen-Spieler nimmt für die Mission „Klassenverbleib“ ein strapaziöses Abenteuer in Kauf. Erik Homes wohnt zurzeit in München und wird für das vielleicht entscheidende Spiel anreisen. Sehr zur Freude seines Trainers: „Er ist ein echter Terrier auf der Sechserposition. Dass er kommt, ist auch ein Zeichen an die Mannschaft“, sagt Jürgen Zimmermann.

Der scheidende Germanen-Trainer wird in Middels auf eine kompakte Abwehr setzen, vorne hofft er auf ein Tor seines Sohns Leon. Der Gegner wird wohl nicht locker lassen, das war schon beim Auswärtsspiel in Wallinghausen zu sehen. „Wir werden das letzte Spiel auf jeden Fall seriös angehen und wollen uns nichts nachsagen lassen“, hatte Middels Trainer Tobias Ryl am vergangenen Sonntag direkt nach dem Schlusspfiff versprochen. Beim Spiel Norden gegen Wallinghausen hofft Zimmermann auf die Schützenhilfe seines alten Kumpels Jerzy Klukowski. „Er wird sich auch mit einem Sieg verabschieden wollen“, glaubt Zimmermann. Der FC Norden kann aber auch noch den Relegationsplatz bei einem eigenen Sieg erreichen, auch wenn Wiesmoor den nötigen Punkt holen sollte. Concordia Ihrhove müsste dann bei einer Niederlage beim SV Hage in die Relegation.

Ära Zimmermann endet in Wiesmoor

Am letzten Spieltag der diesjährigen Bezirksliga-Saison wird die Vergabe des Relegationsplatzes die letzte Entscheidung. Bei der Betrachtung des Spielplans hatten viele Fußballfans gehofft, dass es bei der Partie zwischen dem SV Großefehn und der SpVg Aurich noch um die Meisterschaft gehen könnte. Jetzt geht es um nichts mehr, deshalb findet die Partie auch schon am heutigen Sonnabend statt. In der Tabelle trennen beide Mannschaften nur einen Platz, sportlich sind es mittlerweile Welten. Während in Aurich nach dem Trainerknall um Claudio Casto fast alle Spieler die Mannschaft verlassen werden, rüsten die Fehntjer weiter auf. Der Traum der Fehntjer heißt Landesliga.

So kommen aus Wiesmoor die beiden Zimmermann-Brüder Leon und Jürgen. Das heißt auch, dass bei den Germanen nach der Saison die Ära Zimmermann definitiv enden wird. Mehr als zehn Jahre hat Zimmermann Wiesmoor dann trainiert. Klar, dass der 59-Jährige sich mit dem Klassenverbleib verabschieden will. „Der Abschied ist endgültig. Besonders die letzte Saison hat viel Kraft gekostet“, sagt Zimmermann.

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