Vatertag an Rahester Schleuse So sorgten Helfer für eine sichere Party am Kukelorum
Nach dem Chaos im Vorjahr sollte ein Sicherheitskonzept die Vatertagsparty am Kukelorum in geordneten Bahnen halten. Einblick in die Arbeit der Einsatzkräfte.
Aurich - Dichtes Gedränge herrscht an der Zufahrt zur Rahester Schleuse Kukelorum am Vatertag. Es ist Nachmittag. Polizisten geben ein paar Hinweise an die Umstehenden, dann kann sich der Einsatzwagen der Sanitäter rückwärts zum Erste-Hilfe-Zelt manövrieren. Alles passt. Der Wagen steht bereit. Vor den roten Zeltplanen, die sich am verregneten Nachmittag deutlich vom Grau der Umgebung abheben, steht freundlich lachend Kim David Ihnen. Er ist der organisatorischer Leiter des Rettungsdienstteams für die Vatertagsparty. Am Vatertag wird dieser Service von FARS, einem privaten Anbieter gestellt. 15 Einsatzkräfte sind dafür am Donnerstag im Einsatz. „Bis jetzt ist es sehr friedlich. Alle, die hier waren, sind sehr dankbar“, sagt Ihnen. Schließlich hätte ohne das Sicherheitskonzept die wohl größte Vatertagsparty gar nicht stattfinden können. Bis zum Nachmittag ist es zwar voll, aber die Einsätze überschaubar. So seien bereits um 10 Uhr die ersten gekommen, um nach einem Pflaster zu fragen, so der Einsatzleiter des Rettungsdienstteams. Zu behandeln waren Personen nach Sturz, wie es im Einsatzjargon heißt. Auch Schnittverletzung nach Glasbruch sogar mit Weitertransport ins Krankenhaus stehen bis zum Nachmittag auf der Einsatzliste des Sanitätsteams.
Einsatzzentrale im Schleusenwärterhäuschen
Mittlerweile regnet es tüchtig und die Gästemassen drängen sich an den Punkten, wo noch ein bisschen Schutz vor dem Nass von oben ist. Um den Überblick zu behalten, sind die Sanitäter zu Fuß in Trupps unterwegs. Außerdem wird eng mit Polizei und Sicherheitsdienst kooperiert. Fluchtwege müssen frei gehalten werden. Schon vorab seien daher auf dem Gelände markante Punkte markiert und Sperrflächen eingerichtet worden.
Erstmals gab es auch eine feste Anlaufstelle der Polizei. Im Schleusenwärterhäuschen hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der sonst die Schleuse betreut, den Einsatzkräften der Polizei Platz freigeräumt. Eine Wendeltreppe führt den Einsatzleiter der Polizei und seinen Kollegen hoch in die provisorische Einsatzzentrale. Während der Schleusenwärter am Rechner steht und darüber wacht, dass die unzähligen Partyboote an dem Tag gut durchkommen, hat die Polizei hier guten Überblick über das gesamte Gelände. „Unser Dank geht eindeutig an den NLWKN“, sagt der Einsatzleiter, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung sehen möchte. An drei Bereichen lässt sich an dem Tag sehen, wo sich die Menschen drängen. Auch die Polizei ist zu Fuß zwischen den Partygästen unterwegs. Auch müssen zwischendurch Gespräche geführt werden, wenn etwa Eltern ihre Kinder mit zur Feier bringen und alkoholisiert sind oder besonders junge Menschen selbst schon betrunken an der Schleuse auftauchen. Wie lange die Polizei an dem Tag vor Ort sein muss, da müssten die Einsatzkräfte flexibel bleiben. Das hänge nämlich ganz davon ab, wie lange und wie viele Partygäste feiern.
Am Nachmittag sind es laut Schätzungen der Polizei gerade mal 1500 Feiernde. Es ist bis dahin ruhig geblieben. Am Tag danach kann die Polizei das vorläufige Fazit ziehen, dass das Sicherheitskonzept aufgegangen ist, so Nancy Rose, Sprecherin für die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund. Geschätzt 2000 Gäste kamen letztlich zum Kukelorum. Das waren deutlich weniger als im Vorjahr, wo das Wetter auch besser war. Auch was den Müll nach der Party angeht, hat das Wetter mitgespielt. Es habe deutlich weniger Abfall als im Vorjahr gegeben, so Fabian Buß, Pressesprecher des NLWKN in Norden. Das sei aber angesichts des Wetters keine Überraschung. Und eine Bitte hat der NLWKN-Sprecher noch: Es sollte der Müll in die extra dafür aufgestellten Behälter gegeben werden. Leider sei einfach noch viel davon schlichtweg neben den Mülltonnen abgestellt worden, so Buß.
„Das hätte bei gutem Wetter ganz anders aussehen können“, sagt auch Polizeisprecherin Rose am Freitag. Zum Vergleich: Schätzungsweise 6000 Gäste feierten vergangenes Jahr an der Schleuse. Ob auch das Sicherheitskonzept bei mehr Menschen gereicht hätte? Der Einsatzleiter der Rettungskräfte sieht es am Donnerstag beispielsweise gelassen. Aufgrund der Erfahrungen, die sie bereits bei anderen Großveranstaltungen gemacht hätten, seien da „durchaus noch Kapazitäten“, sagt Ihnen.