Vatertag am Kukelorum Aurich  Straßensperren, Sanitäter und eine kleine Polizeistation

| | 22.05.2025 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im vergangenen Jahr feierten zwischenzeitlich 6000 Menschen auf den Flächen am Kanal. Foto: Heino Hermanns
Im vergangenen Jahr feierten zwischenzeitlich 6000 Menschen auf den Flächen am Kanal. Foto: Heino Hermanns
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Jährlich lassen es am Vatertag bis zu 6000 Feierwütige krachen, mit teils heftigen Folgen. So bereiten sich Stadt und Ordnungsbehörden auf die diesjährige Party vor.

Aurich – Jedes Jahr am Himmelfahrtstag verwandelt sich das idyllische Gelände rund um die Rahester Schleuse am Ems-Jade-Kanal in eine Partymeile. Das Freigelände rund um die Schleuse sowie die Gastronomie Kukelorum sind das Ziel zahlreicher Vatertagsausflügler. In den vergangenen Jahren hat diese inoffizielle Party immer größere Ausmaße angenommen. 2024 schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl auf 6000 Menschen, die ausgelassen feierten, aber auch ihre Spuren hinterließen: Müll, Schlägereien, Verletzte, Ruhestörungen. Während die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr mit partiellen Straßensperrungen gegensteuerte und Polizei und Sicherheitsdienst vermehrt patrouillierten, werden die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Jahr erneut verstärkt.

Zufahrtsstraßen werden voll gesperrt

„Auch in diesem Jahr werden sich wahrscheinlich wieder viele Menschen auf dem Gelände treffen“, weiß Helmut Lücht, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt. Die Party am Kukelorum habe sich in den vergangenen Jahren etabliert. „Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in 2025 erhöhen“, kündigte Lücht auf Anfrage der Redaktion an.

Dazu gehört die Vollsperrung sämtlicher Zufahrtsstraßen zur Rahester Schleuse ab den frühen Morgenstunden des Donnerstags. Zum Einsatz kommen große Betonsteine oder Fahrzeuge. So wird der Rahester Postweg aus Richtung Haxtum und auch Richtung Westerende-Kirchloog sowie der Boomweg Höhe Mittelweg dicht gemacht. Aus Richtung der Oldersumer Straße kommend werden am Boomweg Höhe Achtert Thunen mobile Sperren errichtet, da hier der Rettungsweg verlaufen soll. „Ab den Sperrpunkten sind die Straßen dann nicht mehr für Fahrzeuge passierbar“, so Lücht. Lediglich mit dem Rad oder zu Fuß kommt man dort dann voran. Eine Ausnahme sind Rettungsfahrzeuge. Ein Sicherheitsdienst und Polizeikräfte überwachen die Einhaltung.

Unfallrisiko senken, den Rettungsdienst entlasten

„Das ist auch für Taxen und Eltern wichtig, die ihre Kinder abholen wollen“, so Lücht. Konnten die im vergangenen Jahr noch bis zum Schleusengelände vorfahren, ist dies nun nicht mehr möglich. Zu hoch ist der Stadt das Unfallrisiko im unmittelbaren Partybereich. Denn gerade in den Nachmittagsstunden seien viele Partygäste alkoholisiert auch auf den Straßen unterwegs, so Lücht.

Die Flächen rund um die Rahester Schleuse sind am Vatertag ein beliebtes Ausflugziel. Foto: Romuald Banik
Die Flächen rund um die Rahester Schleuse sind am Vatertag ein beliebtes Ausflugziel. Foto: Romuald Banik

Mit steigendem Alkoholpegel stieg in den vergangenen Jahren regelmäßig die Verletzungsgefahr unter den Feiernden, sei es durch Schlägereien oder Unfälle. Platzwunden, Schnittverletzungen und die Folgen zu hohen Alkoholkonsums strapazierten den Rettungsdienst des Landkreises Aurich, der vor allem am Nachmittag oft alarmiert wurde. „In diesem Jahr wird es zum ersten Mal eine mit Sanitätern besetzte Unfallhilfestelle geben“, so Helmut Lücht. Dort sollen kleinere Verletzungen versorgt werden, um den Rettungsdienst zu entlasten. Die Sanitäter beziehen in diesem Jahr Quartier im Schleusenwärterhaus. Ebenso wie die Beamten der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund. „Wir waren in den vergangenen Jahren bereits verstärkt auf dem Gelände präsent, in diesem Jahr aber zum ersten Mal mit einer festen Anlaufstelle vor Ort“, so Wiebke Baden, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund.

Die Zufahrtsstraßen zur Rahester Schleuse werden am Vatertag gesperrt. Grafik: ZGO Grafik
Die Zufahrtsstraßen zur Rahester Schleuse werden am Vatertag gesperrt. Grafik: ZGO Grafik

Schleuse als Gelände mit signifikantem Gefahrenpotenzial

Das Schleusenwärterhaus fällt in die Zuständigkeit des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das NLWKN ist als Eigentümer der Flächen rund um das Schleusengelände Jahr für Jahr von den Vatertagsfeierlichkeiten betroffen. „Der NLWKN sieht seit Jahren vielfältigste Probleme, die sich aus den Menschenansammlungen rund um die Schleuse Kukelorum in Rahe am Vatertag ergeben“, so Pressesprecher Carsten Lippe gegenüber der Redaktion.

Jede Menge Müll hinterlassen die Feiernden Jahr für Jahr am und im Kanal. Ein Ärgernis für NLWKN und Anwohner. Foto: Karin Böhmer
Jede Menge Müll hinterlassen die Feiernden Jahr für Jahr am und im Kanal. Ein Ärgernis für NLWKN und Anwohner. Foto: Karin Böhmer

Insbesondere das erhebliche Müllaufkommen auf den gesamten Grünflächen sowie im Dammbereich und im Gewässer, das Ignorieren bereitgestellter Abfallauffangbehälter und vorhandener Absperrungen sowie die mutwillige Beschädigung und Zerstörung von Eigentum hätten in den letzten Jahren ein nicht mehr tolerierbares Ausmaß erreicht. „Hinzu kommen erhebliche Behinderungen der Brücken- und Schleusenbedienung und eine Eigengefährdung teils stark alkoholisierter Personen – schließlich handelt es sich im unmittelbaren Schleusenbereich um ein Betriebsgelände mit signifikantem Gefahrenpotenzial“, so der NLWKN-Pressesprecher. Mit dem Aufstellen zusätzlicher Mülltonnen hofft der NLWKN darauf, zumindest das aus den vergangenen Jahren bekannte Müllchaos abfedern zu können.

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