Hannover  Fall Lorenz in Oldenburg: Innenministerin Behrens verteidigt ihre Wortwahl

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 23.05.2025 09:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei einer Kundgebung ist ein Schild mit der Aufschrift „Gerechtigkeit für Lorenz” zu sehen. Foto: Izabela Mittwollen/dpa
Bei einer Kundgebung ist ein Schild mit der Aufschrift „Gerechtigkeit für Lorenz” zu sehen. Foto: Izabela Mittwollen/dpa
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Der Tod von Lorenz erschüttert Oldenburg. Viele Menschen bewegt der tödliche Polizeieinsatz, sie fordern Aufklärung. Nun erklärt sich Innenministerin Behrens im Landtag.

Im Fall des bei einem Polizeieinsatz in der Oldenburger Innenstadt getöteten Lorenz A. hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens vor Spekulationen und voreiligen Urteilen gewarnt. Es gelte, die Ergebnisse der professionell und intensiv geführten Ermittlungen abzuwarten, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag im Landtag in Hannover.

Eine „schnellstmögliche und umfassende Aufklärung“ sei nicht nur im Interesse der Angehörigen, sondern auch der Polizei. Sie habe „vollstes Vertrauen“ in die Ermittlungen von Polizei und Justiz.

In der Nacht zum Ostersonntag hatte ein Polizist den 21-jährigen Schwarzen in der Oldenburger Fußgängerzone erschossen. Die Obduktion ergab später, dass Lorenz A. mit drei Schüssen in den Rücken getroffen wurde, bevor er später im Krankenhaus verstarb. Der Schütze wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Dienst suspendiert. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Totschlags.

Behrens hatte seinerzeit von „schwerwiegenden Fragen“ und „verheerenden Vorwürfen“ gesprochen. Im Landtag verteidigte sie die Wortwahl. Mit ihrem Statement nach der Veröffentlichung des Obduktionsergebnisses habe sie „die notwendige Einordnung eines dramatischen Vorfalls“ gemacht, sagte Behrens am Donnerstag.

Der AfD-Abgeordnete Stephan Bothe unterstellte im Landtag, die Ministerin habe mit ihrer Äußerung Zweifel an der Polizeiarbeit gesät und stelle sich nicht vor die Beamten. Bothe kritisierte zudem das Auftreten von Grünen-Politikern bei Veranstaltungen zum Gedenken an Lorenz A.

Sprecher der übrigen Fraktionen wiesen die Vorwürfe energisch zurück und warfen der AfD „populistische Stimmungsmache“ vor. Die Ermittlungen im Oldenburger Fall würden erst auswertet, „wenn sie abgeschlossen sind“, warnte Michael Lühmann (Grüne) vor Pauschalisierungen.

Man müsse die politische und gesellschaftliche Debatte zu rassistischen Mustern ernst nehmen, statt sie zu missbrauchen. „Und wir tun das nicht zuletzt auch, indem wir auch öffentlich und gemeinsam um Todesopfer wie Lorenz in Oldenburg trauern“, sagte Lühmann weiter.

Lorenz wäre am 11. Mai 22 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass traf sich die Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“ kürzlich zum Gedenken.

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