Hamburg Der Buchsbaumzünsler hat zugeschlagen? Diese Pflanzen eignen sich als Buchsbaum-Ersatz
Buchsbäume machen ihren Besitzern angesichts des Buchsbaum-Pilzes und des Buchsbaumzünslers keine große Freude mehr. Doch mit welchen schädlingsresistenten Pflanzen kann man den Buchs ersetzen? Die sechs besten Buchsbaum-Alternativen.
Viele Buchsbaumbesitzer sehen sich derzeit wieder mit den gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers konfrontiert. Diese fressen reihenweise Buchsbäume kahl. Die Raupen kann man zwar bekämpfen, aber nicht ohne viel Arbeit und regelmäßige Investitionen in die Bekämpfungsmittel. Noch dazu gibt es den äußerst aggressiven Pilz Cylindrocladium buxicola, der ausschließlich Buchs befällt und gegen den es kein Mittel gibt. Er führt dazu, dass die Bäume absterben.
Zahlreiche Gartencenter verkaufen wegen des Schädlings und des Pilzes schon lange keine Buchsbäume mehr und selbst Gartenbesitzer, die den Kampf gegen den Zünsler aufgenommen haben, fragen sich irgendwann, wie lange die Bekämpfung des Schädlings noch Sinn macht oder ob man den Buchsbaum nicht lieber durch eine alternative Pflanze ersetzen sollte. Nur welche?
Buchsbaum ist nicht ganz einfach zu ersetzen, denn er ist gut schnittverträglich, standorttolerant und robust. Dennoch gibt es einige Ersatzpflanzen, die Gartenbesitzer in Betracht ziehen können, um ihren Buchsbaum zu ersetzen.
„Ilex hat eigentlich alle Vorteile eines Buchsbaums, aber Pilz und Raupe interessieren sich nicht für ihn“, erklärt Baumschulmeister Carsten Vehrs aus dem schleswig-holsteinischen Kaisborstel.
Wer dabei an die harten, stacheligen Blätter denkt, der irrt. Denn die sogenannte Stechpalme gibt es in verschiedenen Ausprägungen – auch mit kleinen, feinen Blättern. Diese Sorte heißt Ilex Crenata oder auch Japanische Stechpalme.
„Für den Laien sind Ilex und Buchsbaum kaum zu unterscheiden. Die Form ist ebenso ähnlich wie die Farbe“, erklärt der Baumschulmeister. Ilex ist wie Buchs immergrün und winterhart. Ilex Crenata unterscheidet sich im Aussehen nur dadurch, dass er im Frühling kleine, schwarze und giftige Beeren trägt, die lange am Baum hängen. Doch sind diese meist hinter den Blättern tiefer im Busch und nur schwer zu sehen.
Doch damit nicht genug: Ilex eignet sich hervorragend als Hecke, Kugel oder für den Formschnitt. Allerdings wächst die Pflanze ein wenig langsamer – deshalb ist sie teurer als Buchs. „Aber wer nach kurzer Zeit seinen Buchsbaum an den Zünsler verliert, wird die Investition schnell zu schätzen wissen“, ist Vehrs überzeugt.
Jürgen Mischok von Schönhoff Gärten in Hagen empfiehlt besonders die Sorten Twiggy, Dark Green und Glorie Gem.
Die heimische Eibe (Taxus Baccata) ist anders als der Buchsbaum ein Nadelgewächs. Sie ist robust, immergrün und sehr winterbeständig. Sie wächst genauso dicht wie der Buchsbaum und lässt sich ebenso akkurat schneiden. Im Herbst trägt die Eibe rote Beeren.
Eines muss man aber wissen: Taxus Baccata zählt zu den für Haustiere gefährlichsten Giftpflanzen.
Am wohlsten fühlt sich die Europäische Eibe an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit einem trockenen bis feuchten Boden. Dieser sollte gut wasserdurchlässig sein, da das Nadelgehölz keine Staunässe verträgt.
Ein weiterer Nadelbaum, der sich gut als Buchsbaum-Ersatz für niedrige Hecken, Beeteinfassungen und Formschnittgehölz eignet, ist die Japanische Zwergeibe (Taxus cuspidata).
Sie hat eine sehr gute Schnittfestigkeit, kommt auch im städtischen Klima gut zurecht und wächst zuden im Schatten. Die Zwergeibe ist für alle nicht zu trockenen Böden ein guter Buchsbaum-Ersatz.
Und dann gibt es noch Bloombux (Rhododendron micranthum). „Diese Pflanze ist ein bisschen wie ein blühender Buchsbaum in Rosa und Weiß und relativ anspruchslos und robust“, so Vehrs. Als Hecke könne die Rhododendren-Art den Buchs ersetzen; zum Formschnitt tauge er allerdings nicht, erklärt der Pflanzenfachmann. „Das ist also letztlich keine vollwertige Alternative.“
Eine weitere heimische Alternative zum Buchsbaum ist der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare). Er ist pflegeleicht, immergrün, blickdicht und lässt sich auch sehr gut in Form schneiden. Ab Oktober entwickelt der Strauch schwarze, für den Menschen leicht giftige Beeren, die für Nagetiere und Vögel eine wichtige Nahrungsquelle sind.
Die Heckenmyrte ‚Maigrün‘, oft auch als Immergrüne Heckenkirsche ‚Maigrün‘ bezeichnet, bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Sie ist frosthart, allerdings empfindlicher als der Buchsbaum, den sie oft ersetzen soll. Staunässe und allzu viel Wind kann sie nicht ab.
Friert dennoch eine Pflanze zurück, regeneriert sie sich schnell wieder, denn das Durchtriebsvermögen ist sehr hoch. Zudem ist die Heckenmyrte sehr schnittverträglich und damit ideal für Formschnitte.