Berlin  Weg mit der freien Arztwahl? Ja bitte! Unter diesen Bedingungen

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 16.05.2025 06:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor 20 Jahren wurde - wie hier in Bonn - für die freie Arztwahl demonstriert. Die neue Regierung will sie wieder einschränken. Das birgt Zündstoff. Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg
Vor 20 Jahren wurde - wie hier in Bonn - für die freie Arztwahl demonstriert. Die neue Regierung will sie wieder einschränken. Das birgt Zündstoff. Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg
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Die Bundesregierung will zurück zur Überweisungspflicht für Facharzttermine. Die geplante Reform sorgt schon für Protest. Aber es gibt gute Gründe für eine kluge Patientensteuerung.

Der nächste bitte!? Ganz so einfach soll es bald nicht mehr ablaufen in Deutschlands Arztpraxen. Denn die neue Regierung will Patienten steuern. Erst zum Hausarzt, und nur noch dann zum Facharzt, wenn es wirklich notwendig ist. Beim baldigen Ärztetag steht das Thema ganz oben auf der Agenda.

Das geplante Primärarztsystem birgt ein gehöriges Risiko, Kassenpatienten gegen die neue Gesundheitsministerin Nina Warken und ihren Kanzler Friedrich Merz aufzubringen. Denn es würde auf die Abschaffung der freien Arztwahl hinauslaufen und mehr statt weniger Bürokratie bedeuten. Dabei hatte Merz doch hoch und heilig versprochen, die Bürger nicht mehr gängeln zu wollen, sondern, wo immer es geht, in Ruhe zu lassen.

Vom erwartbaren Protest mancher Patientenschützer sollte sich die Politik trotzdem nicht kirre machen lassen, denn die Diagnose ist korrekt: Der ungesteuerte Facharztzugang ohne Überweisungspflicht hat zu viele negative Nebeneffekte. Allen voran zu nennen sind überflüssige Untersuchungen, also die Verschwendung der knappen Ressource Arzt. Und das muss nicht sein. Die Deutschen haben viermal so viele Termine wie die Schweden.

Die erklärten Ziele der Patientensteuerung sind vielfältig: Die ausufernden Kosten senken, verstopfte Praxen vermeiden, Patienten zu schnelleren Terminen verhelfen und den Ärzten mehr Zeit verschaffen. Zumindest eine Linderung all der Symptome ist durchaus möglich, wenn die Operation klug vorbereitet und angegangen wird.

Die drei wichtigsten Punkte dafür:

Wird all das erledigt, dann kann die Reform, die zunächst nach einer Einschränkung der Freiheit klingt, zu einer besseren, schnelleren und faireren ambulanten Gesundheitsversorgung für alle führen. Es sollte sich lohnen, intensiv daran zu arbeiten.

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