Deutschland Thujen werden braun und sterben: Diese 6 Alternativen können Sie pflanzen
Thujen haben angesichts des Klimawandels keine Zukunft in unseren Breiten. Doch welche Alternativen kann man statt des Lebensbaums pflanzen, vor allem wenn man sich blickdichten Sichtschutz wünscht? Sechs gute Alternativen.
Die Thuja hat einige Vorteile, deshalb ist sie so beliebt in deutschen Gärten. Sie ist sehr billig in der Anschaffung, immergrün und sie wächst schnell. Allerdings kommt sie schlecht mit Trockenheit klar und wird dann anfälliger für Schädlinge. Deshalb leiden Thuja-Hecken seit einigen Jahren verstärkt.
Um sie zu retten, ist sehr viel Bewässerung notwendig – das ganze Jahr über. Wer das nicht leisten will oder kann oder wessen Thuja bereits braun ist, der sollte über die Pflanzung von Alternativen nachdenken, die besser gegen den Klimawandel gerüstet sind. Diese immergrünen und laubabwerfenden Möglichkeiten gibt es:
Buchsbaum ist leider keine wirkliche Alternative zu Thuja, da die Pflanze vom Buchsbaumzünsler heimgesucht wird, der sehr schwer zu bekämpfen ist. Sie wird deshalb in vielen Gartencentern gar nicht mehr verkauft.
Eibe (Taxus baccata) als Alternative zur Thuja
Die Europäische Eibe ist wohl eine der besten Alternativen zu Thuja. Sie ist immergrün, trockenheitsresistent und, wie der Name schon vermuten lässt, noch dazu ein heimisches Gehölz. Von ihren roten Früchten haben auch Vögel etwas.
Am wohlsten fühlt sich die Europäische Eibe an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit einem trockenen bis feuchten Boden. Dieser sollte gut wasserdurchlässig sein, da das Nadelgehölz keine Staunässe verträgt.
Durch ihren langsameren Wuchs im Vergleich zu Thuja ist die Eibe in der Anschaffung teurer. Doch mit ihrer Robustheit, Schnittverträglichkeit und Langlebigkeit gleicht sie das auf lange Sicht wieder aus.
Eines muss man aber wissen: Taxus Baccata zählt zu den für Haustiere gefährlichsten Giftpflanzen. Thuja allerdings ist ebenfalls für Haustiere giftig.
Es gibt zwei Ligusterarten, die sich als Alternative zur Thuja-Hecke anbieten. Liguster atrovirens hat lange, schmale Blätter und gilt als halbwintergrüne Pflanze. Das heißt, nur in sehr kalten Wintern (die immer seltener werden) wirft er seine Blätter teilweise oder zum Großteil ab. Das schadet der Pflanze aber nicht, im Frühjahr treiben die Blätter einfach wieder neu aus.
Liguster ovalifolium hat ovale Blätter. Er kann über den Winter ebenfalls teilweise Blätter verlieren, allerdings in weit geringerem Maß als Ligustrum atrovirens.
Beide Arten haben gemeinsam, dass sie sehr wuchsfreudig und schnittverträglich sind. Einige Sorten schaffen einen Höhenzuwachs von mehr als einem Meter pro Jahr. Liguster ist relativ anspruchslos und verträgt anders als die Thuja Trockenheit gut. Am liebsten steht er sonnig bis halbschattig, kommt aber auch an eher schattigen Plätzen über die Runden. Dort allerdings neigt er schnell zum Verkahlen.
Das einzige, was Liguster nicht verträgt, ist ein Boden, der viel Wasser speichert. Dort tritt früher oder später Wurzelfäule auf, die den Pflanzen irreparable Schäden zufügt. Die meisten Böden können jedoch gut drainiert werden, sodass sie für eine Ligusterhecke geeignet sind.
Wer bei Ilex nur an die harten, stacheligen Blätter denkt, der irrt. Die sogenannte Stechpalme gibt es in verschiedenen Ausprägungen – auch mit kleinen, feinen Blättern.
Ilex crenata, deutsch Japanische Stechpalme, sieht ähnlich aus wie Buchsbaum, ist immergrün und lässt sich leicht in verschiedene Formen schneiden. Sie gilt als pflegeleicht, ist aber empfindlich gegenüber Staunässe und braucht einen gut durchlässigen, leicht sauren Boden. Mit ausgiebiger Trockenheit kommt sie ebenfalls nicht klar. Ilex wächst eher langsam. Deshalb ist sie in der Anschaffung nicht ganz billig.
Die europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) ist als heimisches Gehölz die bessere Alternative zu Thuja, wenn es um Trockenheitsverträglichkeit geht. Sie hat große, stachelige Blätter und auffällig rote Früchte, die giftig sind. Die europäische Stechpalme ist als Hecke sehr blickdicht, immergrün, pflegeleicht, gut schnittverträglich, wächst aber auch langsam.
Neben immergrünen Thuja-Alternativen gibt es auch noch solche, die im Winter ihr Laub abwerfen. Das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Wenn man im Winter nicht im Garten ist, braucht man keinen Sichtschutz, freut sich aber vielleicht über jeden Sonnenstrahl den die Pflanzen bis ans Fenster durchlassen.
Die Hainbuche ist ein heimisches Wildgehölz und ideal für Hecken. Sie verträgt auch Schatten, ist sehr schnittverträglich und behält ihr Laub oft bis zum Frühjahr.
Sie ist anspruchlos, winterhart und robust. Sie wächst schnell, muss deshalb auch regelmäßig zurückgeschnitten werden. Dafür ist sie gut blickdicht – die meiste Zeit des Jahres.