Mehrwöchiges Bauvorhaben  Viel Aufhebens für kleine Brücke in Marienhafe

| | 08.05.2025 19:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die etwa 70 Jahre alte Brücke über die Abelitz am Hingstlandsweg in Marienhafe wird in der Zeit von Ende Juni bis Ende August durch eine neue ersetzt. Foto: Thomas Dirks
Die etwa 70 Jahre alte Brücke über die Abelitz am Hingstlandsweg in Marienhafe wird in der Zeit von Ende Juni bis Ende August durch eine neue ersetzt. Foto: Thomas Dirks
Artikel teilen:

Der Überweg Hingstlandsweg über die Abelitz in Marienhafe wird zwei Monate lang erneuert. Warum das nötig und wie aufwendig das ist.

Marienhafe - Kraftanstrengung für eine kleine Brücke: Mit großem Aufwand will die Samtgemeinde Brookmerland den Überweg über die Abelitz am Hingstlandsweg in Marienhafe erneuern lassen. Rund eine Viertelmillion Euro soll das nach früheren Verwaltungsangaben kosten. Die Arbeiten sind ausgeschrieben und Firmen aufgefordert, Angebote abzugeben. Ende Juni soll es losgehen.

Der Hingstlandsweg gilt als ein durchaus bedeutender Verkehrsweg. Er ist Zufahrt zu einigen Wohnhäusern, viel wichtiger aber: Über ihn gelangt man zum zentralen Klärwerk der Samtgemeinde und zahlreichen im Marienhafer Westen gelegene Ländereien.

Die Hingstlandsweg-Brücke führt über die Abelitz. Ihr genaues Alter sei unbekannt, teilte die Verwaltung im November vergangenen Jahres auf Anfrage mit. Brücken gleichen Typs wurden ab Mitte der 1950er Jahre vom I. Entwässerungsverband Emden im Rahmen der Flurbereinigung errichtet. Daher werde von einem Alter von etwa 70 Jahren ausgegangen.

Für Pferdefuhrwerke und Treckergespanne gebaut

Im September 2024 hatte der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss die Planungsleistungen vergeben. Der Wert des Auftrags wurde mit 22.500 Euro angegeben.

Die Brücke am Hingstlandsweg in Marienhafe sei nicht marode, hieß es seinerzeit. Vielmehr entspreche sie nicht mehr den heutigen Vorschriften und Anforderungen. Die beginne bei der Höhe und Beschaffenheit des Geländers (kein Füllstabgeländer) und ende bei der heute nicht mehr zeitgemäßen Gewichtslast.

Die Brücke sei seinerzeit für Pferdefuhrwerke und Treckergespanne gebaut und ausgelegt worden. Heute muss sie landwirtschaftlichen Schwerverkehr tragen können.

Um die Verkehrssicherheit bis zum Neubau zu gewährleisten, war bereits eine Flügelwand der Brücke durch Stahlprofile gesichert. Im Doppelhaushalt der Samtgemeinde Brookmerland für die Jahre 2024/25 sind 250.000 Euro für die Brückenerneuerung eingeplant.

Umfangreich ist der Leistungskatalog in der Ausschreibung. Zwischen dem ersten Aufstellen des Bauzauns bis zum abschließenden Herstellen der Rasenböschung ist in acht Wochen einiges zu tun. Dazu zählt nicht nur eine sechswöchige geschlossene Wasserhaltung mit Pumpenbetrieb, sondern auch die Flutung und das Leerpumpen der Baugrube. Außerdem das Abräumen von 100 Quadratmeter Fläche, das Abtragen von 20 Quadratmeter Oberboden, das Trennen und Aufbrechen von 40 Quadratmeter Asphaltbefestigung sowie das Aufnehmen und Entsorgen von 60 Quadratmeter Verbundsteinpflaster.

Pflanzen und Tiere werden umgesetzt

Außerdem müssen Geländer, Wiederlager, Flügelwände und Fundamente abgebrochen und entsorgt sowie eine neue Betonbrücke geliefert und eingebaut werden. Aufzunehmen und zu entsorgen sind 30 Tonnen der als gesundheitsschädlich geltenden sogenannten Siemens-Martin-Schlacke.

Und auch das gehört zur Brückenerneuerung: Laut Ausschreibungstext muss eine 20 Meter lange Querungshilfe aus Lärchenholz für Amphibien hergestellt und seltene und geschützte Pflanzen und Tiere umgesetzt werden. Mit ihnen siedelt ein Teil ihres Habitats um. 15 Kubikmeter „biologischer Lebensraum“ seien zu entnehmen, zu lagern und wiederaufzubauen, heißt es im Leistungskatalog.

Ähnliche Artikel