Grundschule ausgezeichnet  Warum Kinder in Ihlow Demokratieexperten sind

| | 07.05.2025 17:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Spielplatz am Ihler Meer wurde die Arbeit der Grundschule Westerende-Kirchloog gewürdigt. Foto: Christin Wetzel
Auf dem Spielplatz am Ihler Meer wurde die Arbeit der Grundschule Westerende-Kirchloog gewürdigt. Foto: Christin Wetzel
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Wie soll das Ihler Meer aussehen? Zu dieser Frage wurden die Kinder der Grundschule Westerende-Kirchloog befragt. Warum diese Idee nun ausgezeichnet wurde.

Ihlow - Ausgelassen toben die Kinder über den Spielplatz am Ihler Meer. Ein Junge sitzt ganz oben auf dem Klettergerüst aus roten Seilen. Ein paar Mädchen drehen sich an den kleinen Kreiseln. Es wird viel gelacht und gerufen. Es sind alles Schüler der Grundschule Westerende-Kirchloog, die am Dienstagvormittag über den Spielplatz toben. Denn die Kinder spielen an diesem Tag die Hauptrolle. Ihnen und den Schülern vor ihnen ist es gelungen, über ein Demokratieprojekt die Umgestaltung des Ihler Meeres mitzuprägen. Dafür wurde die Ihlower Grundschule jetzt beim Bundeswettbewerb „Demokratisch handeln“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde am Dienstagvormittag in einer kleinen Vorstellungsrunde im Aqua Ihlow präsentiert und entsprechend von lokalen Politkern und Behördenvertretern gewürdigt.

Ausgelassen toben die Kinder auf dem Spielplatz des Ihler Meers. Viele Ideen der Kinder wurden berücksichtigt. Foto: Christin Wetzel
Ausgelassen toben die Kinder auf dem Spielplatz des Ihler Meers. Viele Ideen der Kinder wurden berücksichtigt. Foto: Christin Wetzel

Das Ihler Meer ist eines der Vorzeigeprojekte für die Gemeinde Ihlow aus den vergangenen Jahren. Bei der Umgestaltung wurden die Bürger Online befragt, was sie sich für das Areal rund um den Badesee wünschen würden. Auch die Kinder sollten beteiligt werden. Doch wie können etwa Sechsjährige, die noch nicht lesen und schreiben können, beteiligt werden? An der Grundschule Westerende-Kirchloog entwickelten die Schülervertreter aller Klassen von eins bis vier dazu eine passende Idee. Unter der Regie des Schulsozialarbeiters Peter Wolters wurde das Projekt an der Schule etabliert. Die Kinder entwickelten schnell eigene Ideen.

Schulsozialarbeiter Peter Wolters betreute das Projekt. Foto: Christin Wetzel
Schulsozialarbeiter Peter Wolters betreute das Projekt. Foto: Christin Wetzel

Kinderstimmen mit Klebepunkten markiert

Es wurde eine zwei Quadratmeter große Plakatwand entwickelt mit den Bildern, welche Dinge am Ihler Meer aufgebaut werden könnten. Alle Kinder der Schule konnten dann einen Klebepunkt setzen, was ihnen am meisten zusagte, erklärt der Schulsozialarbeiter Wolters. Drei eigene Ideen wie eine Kletterwand, einen Stepper und einen Holzbalanciertreppe brachten die Schüler selbst noch mit ein. Am Ende konnte jeder die Wünsche der Kinder gut erkennen. Ein wichtiger Schritt, um auch die Meinung derjenigen zu hören, die ja auch zu einer großen Nutzergruppe des Ihler Meeres gehören. „Diese Sache ist etwas ganz Besonderes. Die Kinder können schauen, was ihre Stimme Wert ist“, sagte Schulleiter Wolfgang Albers am Dienstag. Die Kinder sollten spüren, dass ihre Meinung zählt. Am Ende gab es fast 800 Vorschläge für das Ihler Meer, darunter die Ideen der Kinder, rechnete Bürgermeister Arno Ulrichs vor. Vieles wurde inzwischen umgesetzt. Der Spielplatz vor knapp zwei Jahren feierlich eingeweiht.

Es war ein langer Prozess. Die Schüler von dem Projekt von damals sind inzwischen an den weiterführenden Schulen.

Nächstes Projekt in den Startlöchern

Aber die Demokratiebildung an der Grundschule läuft noch weiter. So soll als nächstes Projekt der Schulhof umgestaltet werden. Die Auszeichnung bei dem Wettbewerb ermutigt, es wieder demokratisch zu gestalten. 411 Beiträge waren bei dem bundesweiten Wettbewerb an den Start gegangen. Vier Projekte kamen aus Niedersachsen. Die Grundschule Westerende-Kirchloog ist die Einzige, die dabei ausgezeichnet wurde in der Kategorie Kommune und Soziales.

Eine Urkunde soll beim Schulfest am 13. Juni überreicht werden. Der Preis ist nicht dotiert. Für eine Urkunde könne sich die Schule nichts kaufen, merkte Landrat Olaf Meinen am Dienstag an. Deswegen überreichte er dem Schulleiter seine Visitenkarte mit dem Hinweis, dass etwa für Spielgeräte auf dem Schulhof Gelder zur Verfügung gestellt werden könnten. „Ich melde mich auf jeden Fall. Auch hier sind die Kinder wieder die Experten“, sagte Albers.

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