Hamburg Braune Thuja retten: So wird der Lebensbaum wieder grün
Besitzer von Thuja-Hecken oder einzelnen Lebensbäumen sind immer häufiger damit konfrontiert, dass ihre Pflanzen braun und unansehnlich werden. Die Ursachen sind vielfältig und damit auch die Maßnahmen, um die Thujen wieder grün zu bekommen. So retten Sie Ihre Thuja.
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die grünen Nadeln der Thuja braun werden. Sie werden bedingt durch den Klimawandel sehr viel häufiger braun als früher. Das kann an Pflegefehlern liegen, an Trockenheit oder auch durch Pilze oder Schädlinge verursacht werden. Je nach Ursache helfen andere Maßnahmen, um den Lebensbaum wieder grün zu bekommen.
Gerade Thuja-Hecken, die an der Straße stehen oder an Gehwegen, auf denen mit Salz gestreut wird, präsentieren sich im Frühjahr oft bis fast auf Hüfthöhe braun und unansehnlich. Schuld daran ist Streusalz, das mit dem Spritzwasser auf den Thujen landet und sie schädigt. Es versickert zudem im Boden, wo es den Lebensbäumen weiter zu schaffen macht. Die Wurzeln der Pflanze können dann kein Wasser mehr aufnehmen.
Abhilfe schaffen kann das massive Wässern der Thujen. Man braucht dafür aber enorm viel Wasser. Pro Quadratmeter müsste man 50 bis 100 Liter gießen, um den Salzgehalt im Boden ausreichend abzusenken. Allerdings wird die Pflanze dadurch nicht wieder grün, denn sie wächst nur oben und seitlich nach.
Wer seine Thujen im Winter vor Salz schützen möchte, kann eine spezielle Schutzplane an der Seite anbringen.
Thuja reagiert empfindlich auf Trockenheit. Das liegt daran, dass sie ursprünglich aus halb-sumpfigen Gebieten stammen. Die Pflanze muss auch nach dem Anwachsen viel häufiger gegossen werden als einheimische Heckenpflanzen — und zwar das ganze Jahr über.
Vor allem Thujen, die Teil einer Hecke sind, muss man zwischen März und Oktober eigentlich alle zwei bis drei Wochen einmal kräftig gießen. Kräftig heißt: 10 bis 15 Litern pro Thuja, pro Höhenmeter. Also sollte eine zwei Meter hohe Thuja bei jedem Gießen 20 bis 30 Liter Wasser erhalten. Verwenden Sie möglichst Regenwasser, um Salz- und Kalkschäden zu vermeiden.
Bei Sandböden sollte sogar alle zwei Wochen gegossen werden. Im Winter darf es etwas seltener sein, aber auch dann ist einmal alle vier Wochen eine Portion Wasser sinnvoll. Das gilt meist auch, wenn es geregnet hat, denn bei einem normalen Schauer erreicht oft kaum Wasser den Boden unter einer Thuja-Hecke.
Damit der Boden nicht so schnell austrocknet, ist es außerdem empfehlenswert, ihn mit Rindenmulch oder Kompost zu mulchen.
Natürlich sterben Ihre Thujen nicht sofort ab, wenn Sie sie nicht so oft mit Wasser versorgen. Doch sie werden langsam aber sicher immer anfälliger für alle möglichen Schädlinge und Pilze. Borkenkäfern, Thuja-Miniermotte, Spinnmilben und Thuja-Triebläusen kann man am besten vorbeugen, indem man die Thuja vor Trockenheit schützt, denn die Insekten machen sich vor allem über gestresste und geschwächte Lebensbäume her.
Gelegentlich fressen Dickmaulrüssler die Rinde junger Triebe an und sorgen so für braune Triebspitzen. Die Larven der Thuja-Miniermotte fressen Gänge in die Blattschuppen, was ebenfalls zum Verbräunen einzelner Triebe führt. Die Insekten richten in der Regel aber keine größeren Schäden an und lassen sich im Falle von Dickmaulrüsslern mit Nematoden oder im Falle der Miniermotte durch einen häufigeren Rückschnitt im Zaum halten.
Beim Borkenkäfer hängt es davon ab, ob nur einzelne Käfer den Baum befallen haben, oder ob auch Larven vorhanden sind. Einen Befall erkennen Sie an einzelnen Zweigen, die langsam vertrocknen. Manchmal hängen die betroffenen Äste auch herunter. Im Winkel des betreffenden Zweigs mit dem Stamm oder einem anderen Zweig deutet ein kleines Loch auf Borkenkäferbefall hin.
Wenn Sie einen Borkenkäfer entdeckt haben, müssen Sie alle befallenen Zweige — und damit die Käfer — aus Ihrer Thuja-Hecke herausschneiden und entsorgen. Wichtig ist, dass Sie auch einen Teil des Zweiges entfernen, an dem der befallene Zweig befestigt ist, denn gerade dort halten sich die Käfer häufig auf. Achten Sie auch auf Zweige, die gerade erst beginnen, sich zu verfärben.
Versuchen Sie, den kompletten Befall zu entfernen und begutachten Sie die Hecke eine Woche später erneut, falls Sie Äste übersehen haben, die nur leicht befallen waren. Versuchen Sie anschließend, die Thuja zu stärken, indem Sie für regelmäßige Bewässerung sorgen und düngen.
Sind neben Borkenkäfern auch Larven im Gehölz, die unter der Borke ein Tunnenlsystem fressen, dann stirbt der gesamte Baum ab, da der Saftfluss unterbrochen wird. Dagegen kann man nichts mehr ausrichten. Dann muss die Thuja gefällt und entsorgt werden.
Neben Insekten machen auch Pilze den Thujen zu schaffen. Kabatina-Triebsterben und Diplodia-Triebsterben, Schuppenbräune sowie das Zweigsterben durch Pestalotia funerea können ganz gut bekämpft werden, indem man befallene Pflanzenteile großzügig entfernt und im Hausmüll entsorgt und passende Fungizide anwendet. Es hilft auch, die Luftzirkulation durch Auslichten der Pflanze zu verbessern und Staunässe zu vermeiden.
Ist die Thuja dagegen von Wurzel- und Stängelfäule (Phytophthora cinnamomi, Pythium ultimum) befallen, dann ist sie nicht mehr zu retten. Das äußert sich darin, dass ganze Zweige oder die ganze Pflanze absterben, was meist bodennah beginnt.
Bei fortgeschrittenem Befall sollten Sie die Pflanze samt Wurzelballen entfernen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zudem sollten Sie das Erdreich im Umkreis von ein bis zwei Metern ersetzen, denn die Sporen halten sich sehr lange im Boden und können neu gepflanzte Thujen erneut befallen.