Badeaufsicht an Seen und Küste Nachwuchs-Rettungsschwimmer gesucht
Aktuell gibt es in Ostfriesland noch genügend Rettungsschwimmer für die Badeaufsicht an Seen und an der Küste. Für die Zukunft wird aber mehr Nachwuchs gebraucht.
Aurich - In Aurich gibt es aktuell noch genügend Rettungsschwimmer, um die Badeaufsicht am Badesee Tannenhausen sowie Sanitätsdienste zu übernehmen. Das berichtet Julia Austen von der Auricher Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) im Gespräch mit der Redaktion. Sie ist technische Leiterin und ist auch für die Koordinierung der Rettungsschwimmer in Tannenhausen verantwortlich. „Wir haben glücklicherweise einen festen Stamm an Rettungsschwimmern“, sagt sie. Allerdings: „Der Stamm wird Jahr für Jahr etwas kleiner.“
Einige Rettungsschwimmer ziehen beispielsweise weg. Außerdem konnten während der Corona-Pandemie weniger Ausbildungskurse für Rettungsschwimmer stattfinden. Allgemein kann Austen auch bestätigen, dass durch die Pandemie das Interesse an Vereinstätigkeiten abgenommen hat. Die Auricher DLRG-Gruppe ist deshalb stetig auf der Suche nach Nachwuchs-Rettungsschwimmern. Auf der anderen Seite übernimmt der DLRG Aurich nicht mehr jeden Tag die Badeaufsicht in Tannenhausen, sondern nur bei gutem Badewetter. Erkennbar ist das an einer grünen Flagge, die bei gegebener Badeaufsicht gehisst wird. Auch die Personalstärke am Badesee ist dünner als noch vor einigen Jahren. Das resultiert aus der Abstufung des Naturbads Badesee Tannenhausen zu einer Badestelle.
Rettungsschwimmer ostfrieslandweit schwierig zu finden
Auch Benjamin Buserath, Leiter der Verbandskommunikation beim DLRG-Bezirk Ostfriesland, bestätigt: „Rettungsschwimmer sind für die Absicherung der Badstellen an Seen und Küste noch immer schwierig zu finden.“ Auch, wenn sich der Ausbildungsstau, der durch Corona verursacht wurde, etwas gelöst hat. Der Nachwuchsmangel liegt laut Buserath vermutlich daran, „dass es insgesamt schwieriger ist, in der heutigen Zeit Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu begeistern“. Bisher seien ihm jedoch keine Fälle bekannt, bei denen der Badebetrieb nicht abgesichert werden konnte.
Um Rettungsschwimmer für die ostfriesische Küste zu rekrutieren, gibt es ein Programm, das Urlaub mit Badeaufsicht verbindet. Unter dem Namen „Zentraler Wasserrettungsdienst Küste (ZWRDK)“ erhalten freiwillige Helfer kostenfrei Kost und Logis sowie ein kleines Taschengeld im Austausch gegen die Badeaufsicht. „Gerade für Kameraden aus dem Binnenland ist dies eine großartige Möglichkeit, die Wachaufgaben an Nord- und Ostsee kennenzulernen“, so Buserath. Aber auch hier werde es jedoch von Jahr zu Jahr schwieriger, Helfer zu verpflichten.