28. Geranienmarkt  Gießkannen-Taufe für die Auricher Teerose

| | 04.05.2025 13:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Tauften die Auricher Teerose: Katrin und Uwe Schauroth, Maike Theesfeld (Stadtmarketing) und Bürgermeister Horst Feddermann. Foto: Mieke Matthes
Tauften die Auricher Teerose: Katrin und Uwe Schauroth, Maike Theesfeld (Stadtmarketing) und Bürgermeister Horst Feddermann. Foto: Mieke Matthes
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Die Stadt Aurich hat nun eine eigene Rose. Wie man die „Königin der Blumen“ am besten pflegt.

Aurich - Mit einem kräftigen Schwapp Wasser aus der eigens kreierten Aurich-Gießkanne wurde am Sonntag, 4. Mai die Auricher Teerose getauft. Bürgermeister Horst Feddermann übernahm die Taufe höchstpersönlich mitten auf dem Auricher Geranienmarkt. „Ich wünsche mir, dass die Rose in vielen Auricher Gärten blühen wird“, sagte er. Das ließen sich die Besucher des 28. Geraniemarktes nicht zwei Mal sagen und griffen zu. Zahlreiche Töpfe mit der rosafarbenen Auricher Rose wanderten über den kleinen Ladentisch, den Uwe und Katrin Schauroth vom Auricher Blumenladen am Friedhof aufgebaut hatten. Dieter Detmers etwa wird in seinem Garten in Aurich eine Auricher Teerose einpflanzen. Er und seine Frau ließen sich von Katrin Schauroth beraten und nahmen im Anschluss ein dorniges Exemplar mit nach Hause – passend zum traditionellen Teegeschirr, das bei Detmers auf den Tisch kommt.

Der richtige Umgang mit der Auricher Teerose

Wie man die Auricher Teerose richtig behandelt, damit man lange Freude an ihr hat, das weiß Brigitte Knospe-Carstens. Wir haben sie im Vorfeld in ihrem Gartenparadies in Aurich-Wiesens besucht.

Brigitte Knospe-Carstens rät zu einem regelmäßigen Rückschnitt der Rosen. Foto: Romuald Banik
Brigitte Knospe-Carstens rät zu einem regelmäßigen Rückschnitt der Rosen. Foto: Romuald Banik

Bei Ankunft begrüßt die Hobbygärtnerin die Gäste im passenden Outfit an der Gartenpforte: Auf ihrer Jeansjacke tummeln sich bunte Blumenblüten. Hinter dem Gartentor öffnet sich der Blick in ein wahres Gartenparadies. Auf 5000 Quadratmetern haben sich Brigitte Knospe-Carstens und ihr Mann Klaus Knospe einen überregional bekannten Landhausgarten geschaffen. Regelmäßig nehmen die Knospes, deren Nachname übrigens kein Künstlername ist, am „Tag der offenen Gartenpforte“ teil, begrüßen Gartenfreunde aus Nah und Fern.

Klaus Knospe mag Rosen ebenso wie seine Frau - wenn nur der Rückschnitt der „stickeligen“ Triebe nicht wäre. Foto: Romuald Banik
Klaus Knospe mag Rosen ebenso wie seine Frau - wenn nur der Rückschnitt der „stickeligen“ Triebe nicht wäre. Foto: Romuald Banik

Ende April sprießt und blüht es mehr als üppig. Auch die zahlreichen Rosen auf dem Gelände machen sich bereit für die Saison, die Blätter in sattem Grün, die ersten Knospen am Ast. Seit fast 20 Jahren gestalten die Knospes das Areal hinter ihrem alten Landhaus, holen sich Inspirationen auf Reisen in die Niederlande und gerne auch nach England. Dorthin soll es auch in zwei Tagen wieder gehen, dieses Mal nach Sommerset, die Gärten, die sie besuchen wollen, stehen schon fest. Und auch dort werden die beiden Gartenfans wieder auf eine Königin treffen, die Königin der Pflanzen, die Rose.

Der süße Duft der üppigen Rosen

Brigitte Knospe kennt sich mit Rosen aus, mag diese Blume gern. Wenn sie erzählt, wie sie an einem Sommermorgen durch den Garten streift und den Duft der üppigen Rosenbüsche inhaliert, kann man es fast selbst riechen. Auf dem Weg unter Pergolen und Bögen hindurch knirscht der Kies unter den Füßen und die Sonne schickt ihre wärmenden Frühlingsstrahlen durch das helle Grün von Ahornbaum und dichten Kletterrosen.

Unter einer mehr als üppig wachsenden Rose fühlt sich das Ehepaar Knospe mehr als wohl. Foto: Romuald Banik
Unter einer mehr als üppig wachsenden Rose fühlt sich das Ehepaar Knospe mehr als wohl. Foto: Romuald Banik

„Mit Rosen kann man einerseits wunderbar im Garten gestalten, andererseits ist eine Rose auch etwas für die Seele – mit ihrem Duft und ihrer Blüte“, sagt die Gartenexpertin. Sie hören auf klangvolle Namen wie „Madame Plantier“ oder „Gillon d’Amour“ und sie sind eigentlich gar nicht so anspruchsvoll, wie ihre Namen vermuten lassen. Was rät Brigitte Knospe Rosen-Anfängern?

Die richtige Wahl des Standortes

Wichtig ist es, den richtigen Standort zu finden“, sagt die Gartenexpertin. In unserer Region seien die Böden oft sandig und leicht sauer. „Das ist für Rosen eigentlich ein absoluter Antiboden“, so Knospe-Carstens. Doch sie weiß auch, wie man den Boden rosenbereit machen kann. „Wichtig ist es, schon bei der Pflanzung den Boden zu düngen und der Pflanze auch im Anschluss, vor allem in den ersten drei Jahren immer wieder Dünger zuzuführen.“ Dabei gehe es ebenso um Mineralstoffe, als auch Humus. Neben dem Boden, sei auch das Licht ein wichtiger Faktor, wenn es um die Standortwahl geht. „Eine Rose braucht im Idealfall einen sonnigen Platz“, so Knospe-Carstens. Und vor allem braucht sie Platz nach unten.

„Rosen sind Tiefwurzler, das heißt sie ihre Wurzeln wachsen tief in den Boden hinein“, so die Hobbygärtnerin. Der Vorteil: Ist die Rose erst einmal gut angewachsen, und das dauert in der Regel drei Jahre, findet sie von selbst auch Wasser in tieferen Erdschichten. Der Nachteil: Als Kübelpflanze ist die Rose nur bedingt geeignet, im Gefäß fehlt ihr die Wachstumstiefe.

Rückschnitt und Pflege mit Maß

Im Garten der Knospes mag sich das Bild von der Rose als Diva unter den Blumen nicht so recht bewahrheiten. Brigitte Knospe-Carstens behandelt ihre Strauch- und Kletterrosen und auch die englischen Edelrosen unprätentiös und mit Gelassenheit. Ein regelmäßiges Ritual ist die Entfernung verblühter Dolden. Denn dann bilden viele Rosen, die mehrfach blühen, dort erneut Blüten.

Die Knospes haben auch keine Angst vor dem Rückschnitt. „Wir empfehlen jedes Jahr zwei bis drei alte Triebe direkt an der Wurzel rauszunehmen und alle fünf Jahre kann die Rose im Frühjahr auch einen radikalen Rückschnitt vertragen“, so Brigitte Knospe-Carstens. Auf diese Weise sorge man für eine immerwährende Verjüngung und dauerhaften Blütentraum. „Nach dem Rückschnitt wachsen manche Rosen, als wenn sie einen Preis gewinnen wollen“, scherzt Knospe-Carstens.

Schädlinge natürlich bekämpfen

Klaus und Brigitte Knospe haben neben Eichhörnchen, Kaulquappen und Molchen auch Blattläuse und Blattrollwespen im Garten, gehen mit dem Thema Schädlinge aber entspannt um. Sie gehören für sie zum Garten dazu. „Läuse sind oft ein Zeichen dafür, dass es der Blume an Wasser fehlt“, sagt Knospe-Carstens. Manchmal liege es an einer langen Trockenperiode oder an einem abschüssigen Standort, etwa direkt am Rand der Terrasse.

Auch eine Infektion mit dem Sternrusstau, der der Blätter gelb werden, lässt sich oft auf Wassermangel oder fehlende Nährstoffe zurück zuführen. Dann hilft Düngen, Gießen und eine schonende Ungezieferbehandlung.

Im 5000 Quadratmeter großen Landhausgarten der beiden Hobbygärtner finden sich zahlreiche Sitzecken zum Durchatmen. Foto: Romuald Banik
Im 5000 Quadratmeter großen Landhausgarten der beiden Hobbygärtner finden sich zahlreiche Sitzecken zum Durchatmen. Foto: Romuald Banik

„Gartenbesitzer sollten auf keinen Fall zum Spritzmittel greifen“, rät Knospe-Carstens. Rosen könnten den ein oder anderen Schädlingsbefall ab. Sie und ihr Ehemann Klaus greifen lieber zu Seifenwasser, mit dem sie die Läuse quasi von der Pflanze spülen. „Man muss akzeptieren, dass die Rose auch mal das ein oder andere Blatt verliert.“ Grundsätzlich seien Rosen robuste und langlebige Pflanzen, die, wenn sie einmal richtig an ihrem Standort angekommen sind, lange Freude bereiten, weiß Brigitte Knospe-Carstens.

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