Osnabrück Trumps Rohstoffdeal mit Selenskyj: Ein ziemlich dünnes Sicherheitsversprechen
Die USA und die Ukraine einigen sich auf ein Abkommen zur Ausbeutung von Bodenschätzen. Kiew erhofft sich davon mehr Sicherheit – aber zunächst darf sich wohl eher Putin die Hände reiben.
Sieh an: Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj können doch noch miteinander, irgendwie jedenfalls. Das sah noch vor wenigen Wochen ganz anders aus. Der nun vereinbarte gemeinsame Fonds, der sich aus der Förderung von ukrainischen Rohstoffen speisen soll, klingt zumindest erstmal nach einem zukunftsfähigen Plan, der zum Wiederaufbau des kriegsgebeutelten Landes beitragen könnte – und, so die Hoffnung in Kiew, nach zumindest indirektem Schutz durch die Supermacht. Schließlich haben die USA damit ein deutlich gesteigertes Eigeninteresse an einer stabilen, souveränen Ukraine. Eine Sicherheitsgarantie ist der Deal aber nicht.
Langfristig gedacht ist er immerhin besser als die früheren Trumpschen Vorstellungen eines Rohstoffdeals, die kaum von nackter Erpressung und Kolonialdenken zu unterscheiden waren. Und weniger langfristig gedacht? Wird sich für die Ukraine kaum etwas ändern. Vielleicht wird der US-Präsident seinen Druck auf Moskau bezüglich eines Friedensabkommens nun erhöhen. Dass ein solches die Ukraine teuer zu stehen kommen wird, steht aber weiterhin nicht in Zweifel.
Denn Russlands Präsident Wladimir Putin will seine Kriegsbeute, rund ein Fünftel des von ihm angegriffenen Nachbarlandes, behalten; und Trump könnte nun noch geneigter sein als ohnehin schon, sie ihm zu überlassen – je eher die Waffen schweigen, desto früher macht sich der Deal schließlich bezahlt. Falls Selenskyj durch das Rohstoffabkommen nun auch auf verstärkte Militärhilfe der USA hofft, dürfte er enttäuscht werden.
Mag sein, dass die US-Investitionen der Ukraine künftig dennoch ein bisschen Sicherheit versprechen. Das hängt aber auch davon ab, als wie stabil sich der auszuhandelnde Frieden letztlich erweisen wird. Wird er brüchig, nimmt das Risiko eines Zwischenfalls zu, in den dann auch die USA direkt involviert wären. Und diese Vorstellung ist alles andere als beruhigend.