Ganderkesee  Kranker Lebensbaum: Expertin gibt Tipps und erklärt, welche Alternativen es zu Thuja gibt

Maria Weigl
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Von Maria Weigl
| 02.05.2025 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Durch Hitze oder Krankheiten können Heckenpflanzen wie die Thuja schnell braun werden. Wie man dem vorbeugen kann und welche Alternativen es gibt weiß eine Expertin. Foto: Imago Images/Gottfried Czepluch
Durch Hitze oder Krankheiten können Heckenpflanzen wie die Thuja schnell braun werden. Wie man dem vorbeugen kann und welche Alternativen es gibt weiß eine Expertin. Foto: Imago Images/Gottfried Czepluch
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Um Privatsphäre im eigenen Garten zu haben, pflanzen viele Thuja-Hecken. Doch der Lebensbaum ist anfällig für Stress und ökologisch nicht so wertvoll wie manch andere Pflanzen. Gartenexpertin Stefanie Grundmann gibt Tipps.

Eine beliebte Heckenpflanze, die in vielen Gärten zu sehen ist, ist die Thuja. Auch bekannt als Lebensbaum. Doch oft ist das schöne Bild getrübt, denn die Hecken seien stressanfällig, weiß Stefanie Grundmann, die beim Garten- und Landschaftsbauunternehmen Kreye in Ganderkesee für die Bereiche Hausgarten und Winterdienst zuständig ist. Viele Pflanzen zeigen dann große, braune und vor allem unschöne Stellen. „Hier könnten mehrere Faktoren ausschlaggebend sein“, sagt Grundmann.

Allgemein sei das Braunwerden fast immer ein Stresssignal – meist durch Wassermangel, falsche Pflege oder ungünstige Umweltbedingungen. „Besonders Klimaveränderungen (heißere Sommer, trockenere Winter) machen Thuja-Hecken heute anfälliger als früher“, sagt sie. Dem entgegenzuwirken, sei immer einen Versuch wert.

Doch wie auch der Kirschlorbeer und Rhododendron steht die Thuja vielerorts in der Kritik. „Das Hauptproblem mit Thuja, Kirschlorbeer und teilweise auch Rhododendron ist aus ökologischer Sicht, dass sie für die heimische Tierwelt kaum Nutzen bieten“, erklärt Grundmann. „Viele unserer heimischen Schmetterlingsraupen, Wildbienen oder Käfer sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert.“ Exoten wie Thuja, Kirschlorbeer oder auch Rhododendron würden diesen Tieren kaum Nahrung bieten. Für Vögel seien sie zudem oft auch als Nistplatz ungeeignet.

Der großen Beliebtheit erfreuen sie sich, weil sie schnell wachsen, immergrün sind und einen Schichtschutz bieten. „Doch sie verdrängen die heimischen Gehölze aus unseren Gärten“, sagt die Diplom-Ingenieurin.

In manchen Bundesländern ist der Verkauf und die Anpflanzung dieser Pflanzen bereits verboten. In Niedersachsen sei das nicht der Fall. „Obwohl diese Pflanzen als potenziell invasiv gelten, sind sie nicht auf der EU-weiten Liste verbotener invasiver Arten aufgeführt“, sagt sie. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen weise darauf hin, dass Kirschlorbeer zwar das Potenzial habe, sich ungewollt zu vermehren. Jedoch gebe es auch Sorten, die von Insekten besucht werden und somit nicht als vollständig ökologisch wertlos betrachtet werden sollten.

Wer jetzt denkt, er müsse seine Hecke herausreißen und komplett neu anpflanzen, liege falsch. Das sei nicht nötig. Für die neue Hecke sollte jedoch über Alternativen nachgedacht werden. Diese können sein:

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