Fahrgastzahlen beim Plusbus  Warum eine Linie zwischen Ihlow und Aurich schwächelt

| | 02.05.2025 10:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Plusbus-Linie 450 am Auricher ZOB: Vor allem diese Verbindung Richtung Emden wird schon häufig genutzt. Foto: Romuald Banik
Die Plusbus-Linie 450 am Auricher ZOB: Vor allem diese Verbindung Richtung Emden wird schon häufig genutzt. Foto: Romuald Banik
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Seit einem Dreivierteljahr gibt es zwei Plusbuslinien, die durch Ihlow führen. Eine erste Momentaufnahme liefern Fahrgastzahlen. Wie gut wird das Angebot genutzt?

Ihlow - Seit einem Dreivierteljahr ist der Plusbus in Ihlow im Einsatz. Doch wie gut wird das Angebot bei den Fahrgästen angenommen? Nun gibt die Kreisverwaltung auf Nachfrage der Redaktion erstmals Zahlen bekannt. Warum diese allerdings nur eine Momentaufnahme sind.

Zwei Linien fahren in Ihlow seit dem 1. August unter dem Label Plusbus: die 450 zwischen Aurich und Emden, die auch über Riepe und Ochtelbur führt. Die zweite Linie ist die 451 zwischen Simonswolde und Aurich, die auch über Ihlowerfehn führt und in Westerende-Kirchloog den Umstieg auf die 450 Richtung Emden ermöglicht. Diese Linie ist ein Angebot, das mit dem Plusbus die stündliche Anbindung Ihlowerfehns gebracht hat. Zuvor war die Busverbindung hier deutlich eingeschränkt. Entsprechend interessant ist es, wie gut die Ihlower das Angebot bislang genutzt haben. Die Verbindung für Riepe, also die Linie 450, wurde schon vor Jahren deutlich von den Taktzeiten verbessert.

Das Konzept

Plusbus heißen bislang zwei Linien im Landkreis Aurich. Weitere vier sollen folgen. Das Konzept stammt aus Mitteldeutschland und soll den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Es ist auch viel Marketing dabei. Aber es gibt auch feste Vorgaben, die eine Linie erfüllen muss, wenn sie sich „Plusbus“ nennen will. Dazu gehören etwa ein möglichst stündlicher Takt, ein direkter Linienverlauf und eine Anbindung an Bahnhöfe oder Busbahnhöfe.

Vor gut zehn Jahren entwickelte der Mitteldeutsche Verkehrsverbund in Leipzig das Konzept.

Anders als sonst im Nahverkehr im Landkreis Aurich, sollen beim Plusbus die Fahrgastzahlen erhoben werden. Bislang gibt es aber noch keine systematische Erfassung. Der Landkreis Aurich liefert dazu auf Nachfrage die Zahlen aus einer Woche. In der Woche vom 17. bis 23. Februar seien die Fahrgäste auf den Linien 450 und 451 gezählt worden, so Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels. Für die Linie 450 Aurich-Riepe-Emden wurden dabei 1470 Fahrgäste in der Woche gezählt. Bei der Linie 451 Aurich-Ihlow-Simonswolde waren es in der genannten Woche 331 Fahrgäste. Was die Zahlen nicht hergeben: Welches Ticket die Fahrgäste nutzen, ob es Mehrfachfahrer, wie etwa Pendler oder Schüler waren, und welche Haltestellen als Einstieg genutzt wurden. Noch dazu ist es lediglich eine Momentaufnahme, da es keine Vergleichswerte zu anderen Wochen gibt.

Neue Busse sollen systematisch die Fahrgastzahlen erfassen

Bislang war es offenbar technisch nicht möglich, die Fahrgastzahlen durchweg zu erfassen. Jetzt sollen ab diesem Monat nach und nach die Busse ausgetauscht werden auf den Linien. Die neuen Fahrzeuge sollen laut Müller-Gummels über ein Zählsystem verfügen. Diese sollen dann automatisch zählen, wie viele Gäste einsteigen. Die aktuell eingesetzten Busse verfügten noch nicht über solch ein Zählsystem.

Doch die Momentaufnahme gibt zumindest einen ersten Anhaltspunkt und eine erste Einschätzung zu dem ausgeweiteten Angebot der Linie 451 Aurich-Ihlow-Simonswolde gibt es auch: „Mit dieser Frequentierung ist unsere ÖPNV-Abteilung sehr zufrieden“, so Müller-Gummels. Beide Linien seien von den Fahrgastzahlen auch nicht direkt vergleichbar. Denn die Linie 450 verbinde mit Aurich und Emden zwei Zentren. Deswegen werde sie wohl auch häufiger genutzt. Noch dazu ist das Angebot der Linie 451 zwischen Aurich und Simonswolde noch recht frisch. Im Kreishaus seien sie mit der Nutzungsfrequenz in der Anfangszeit durchaus zufrieden, heißt es. Aber es werde darauf gehofft, dass noch mehr Menschen auch von der Linie 451 Gebrauch machen. Etwa der feste Stundentakt sei ein Argument dafür, vielleicht doch vom eigenen Auto auf den Bus umzusteigen.

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