Berlin  Von Ems bis Elbe: Warum der Norden die Energiewende gewinnt

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 30.04.2025 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Windkraftanlagen sind das Symbol der Energiewende. Im Netzwerk „Powerhouse Nord“ sollen die Kräfte gebündelt werden. Foto: Jens Büttner/dpa
Windkraftanlagen sind das Symbol der Energiewende. Im Netzwerk „Powerhouse Nord“ sollen die Kräfte gebündelt werden. Foto: Jens Büttner/dpa
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Das Netzwerk „Powerhouse Nord“ präsentierte in Berlin seine Vision für die Energiewende. Die Projekte, etwa Bereich Wasserstoff, gelten als vorbildlich. Und dann war da noch ein ambitioniertes Motto.

An Selbstbewusstsein beim ersten Auftritt auf der Berliner Bühne mangelte es nicht. „Vorbild für Deutschland“ stand auf dem riesigen Banner am Veranstaltungsgebäude, der niedersächsischen Landesvertretung.

Der gleiche Slogan zierte runde Aufkleber, die auf den Tischen bereitlagen. Thomas Albert, Intendant des Musikfestes Bremen, empfahl ein bisschen mehr „Mia san mia“ – nur eben auf Platt. Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Stadtwerke Osterholz, skizzierte am Horizont bereits eine neue Hanse.

Das Netzwerk „Powerhouse Nord“, dem inzwischen 170 Mitglieder zwischen Ems und Elbe angehören, geizte beim „Parlamentarischen Abend“ kürzlich in Berlin nicht mit guten Argumenten für den Nordwesten als Schlüsselregion der Energiewende. Rund 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung kamenn die niedersächsische Landesvertretung beim Bund, um über die Energiewende und die Chancen für den Nordwesten zu diskutieren.

Premiere feierte der Film „Exzellenzparade“. Fünf beispielhafte Projekte aus dem Powerhouse-Netzwerk waren zu sehen: vom Einsatz klimaneutraler Kraftstoffe in Lkw-Tanks bis hin zur Erprobung des Zusammenspiels von Drohnenbetrieb und „Grünem Fliegen“ auf dem Flugplatz Hatten vor den Toren Oldenburgs.

„Wir müssen unsere Bedeutung und Qualitäten schon selbst hervorheben“, erklärte Powerhouse-Geschäftsführer Olaf Reichert das Motto des Abends. „Andere werden uns den Gefallen nicht tun.“

In der von Greta Stangner und Erik Flügge moderierten Talkrunde empfahl Meyer-Hammerstein, technologische Ideen umzusetzen und die Leuchtturm-Projekte publik zu machen. Dazu gehöre der Hochlauf der Wasserstoff-Produktion.

Mit Wind, Seehäfen, Spitzenforschung und gut ausgebildetem Personal habe der Nordwesten beste Voraussetzungen, die Energiewende zu meistern, so Theo Eilers, Präsident der Industrie und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg. Marco Prietz, Präsident des Niedersächsischen Landkreistages und Landrat des Kreises Rotenburg (Wümme), sieht „Powerhouse Nord“ gar als Blaupause für eine stärkere politische Integration.

Oldenburgs Uni-Präsident Ralph Bruder, Co-Vorsitzender von „Powerhouse“, relativierte das Motto „Vorbild“ als „etwas übermütig“. Die Energie- und Klimawende sei aber ein ambitioniertes Projekt. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Abend sehr zufrieden.

Reichert: „Für uns war es ein großer Erfolg, dass rund ein Viertel der Gäste aus der Hauptstadt gekommen ist.“ Intendant Albert schlug den Bogen zur Musik: Das Zusammenspiel müsse funktionieren wie bei einem Orchester.

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