Feuerwehrstreit im Brookmerland So geht es trotz des Zoffs in der Feuerwehr Marienhafe weiter
Die Querelen der Marienhafer Brandbekämpfer beschäftigten sogar einen Schlichter. Was der Streit für den geplanten Neubau bedeutet.
Marienhafe - Trotz der anhaltenden Querelen innerhalb der Feuerwehr Marienhafe treibt die Samtgemeinde Brookmerland die Vorbereitungen für den neuen Feuerwehrstandort Ost voran. Am Donnerstag vergab der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss mehrere Planungsaufträge im Wert von knapp 400.000 Euro. Am Dienstag war die Krise der Marienhafer Brandbekämpfer Thema im Feuerwehrausschuss, der deshalb ebenfalls hinter verschlossenen Türen tagte. In der Sitzung seien Tagesordnungspunkte behandelt worden, „die in unmittelbarem Zusammenhang mit personenbezogenen Sachverhalten standen“, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit. Und weiter: „Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen sowie zur Wahrung deren berechtigter Interessen an Vertraulichkeit war ein Ausschluss der Öffentlichkeit zwingend geboten.“ Von einer öffentlichen Stellungnahme zu den Inhalten werde daher ausdrücklich abgesehen.
Auch Ausschussvorsitzender Johann Jungvogel (BWG) und Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens, die neben Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD), Ordnungsamtschef Guido Feldmann und Kämmerer Stephan Weers an dem Treffen teilnahmen, lehnten offizielle Stellungnahmen ab und verwiesen an die Verwaltung.
Wie berichtet, brennt es lichterloh in der Marienhafer Wehr. Schon wieder, sagen die einen. Immer noch, die anderen. Nach bisherigen Einschätzung von Beobachtern könnte der Zoff in der Wehr Sprengstoff für den geplanten Feuerwehrstandort Ost an der Kirchstraße in Osterupgant (Upgant-Schott) bergen, wo für die Feuerwehr Marienhafe ein neues Gerätehaus gebaut werden soll.
In der Politik, die die dafür erforderlichen Beschlüsse zu fassen und das nötige Geld zu bewilligen hat, gibt es Vorbehalte und kritische Stimmen, die hinterfragen, ob ein Neubau für eine so zerstrittene Truppe wie in Marienhafe noch angebracht oder es nicht ratsamer sei, diese mit der Feuerwehr in Upgant-Schott (künftig Standort West) an einem völlig anderen Standort zusammenzulegen.
Mediator versuchte in der Feuerwehr zu vermitteln
Diese Frage hat die Verwaltung nun offenbar für sich geklärt. Im Ausschuss soll sie klar gemacht haben, dass sie an den bisherigen Plänen festhalte. Getroffen wurde diese Entscheidung auch auf Grundlage der Einschätzung eines Mediators. Der war, wie berichtet, von der Samtgemeinde beauftragt worden, zwischen den Lagern innerhalb der Feuerwehr zu vermitteln. In Einzel- und Gruppengesprächen versuchte der psychologisch geschulte Coach, zu schlichten und die Ursachen zu ergründen.
Ob und wie es gelingen kann, wieder Ruhe in den Laden und die Wehr erneut auf Kurs zu bringen, ist nicht überliefert. Aus Teilnehmerkreisen heißt es aber, man sei auf einem guten Weg. Der Fachmann habe empfohlen mehr mit- statt übereinander zu reden. Worum es bei dem aktuellen Zoff in der Feuerwehr Marienhafe genau geht, ist schwierig zu fassen. Insider berichten von persönlichen Differenzen und einem Generationenkonflikt, wie es sie auch in Vereinen gibt. Nur sei die Feuerwehr kein normaler Verein. Im Zweifel gehe es um viel. Meinungsverschiedenheiten seien da fehl am Platz. Jeder müsse sich im Ernstfall auf jeden verlassen können. Daran sollen in Marienhafe nunmehr keine Zweifel mehr bestehen. Die Rede ist von einer fachlich intakten Feuerwehr mit durchaus motivierten Mitgliedern. Lediglich an der Kameradschaft hapere es. Daran, so auch der Eindruck des Mediators, der selbst nicht an der Ausschusssitzung teilnahm, sei zu arbeiten.
Aufträge vergeben
Der Auftrag für die Planung des Gebäudes und der Innenräume am neuen Feuerwehrstandort Ost wurde an ein Architekturbüro aus Aurich vergeben. Auftragswert: 198.627 Euro (brutto). Mit der Planung der Freiflächen wurde ebenfalls ein Auricher Architekturbüro beauftragt. Wert: 41.727 Euro. Die „Fachplanung Technische Gebäudeausrüstung Elektro“ soll eine Firma aus Lehe übernehmen und dafür 66.850 Euro bekommen. Mit der „Fachplanung Technische Gebäudeausrüstung Heizung-Lüftung-Sanitär“ soll ebenfalls eine Firma aus Lehe betraut werden. Auftragswert: 83.572 Euro.