Umzug vom Schwarzwald  35-Jährige erfüllt sich Traum mit Lebenshof in Eilsum

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 03.05.2025 11:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jana Schmälzle rettet seit Jahren Pferde und Ponys vor schlimmen Schicksalen. Mit ihrer kleinen Herde zieht sie jetzt um – von Oberkirch im Schwarzwald nach Eilsum in der Krummhörn. Fotos: Privat
Jana Schmälzle rettet seit Jahren Pferde und Ponys vor schlimmen Schicksalen. Mit ihrer kleinen Herde zieht sie jetzt um – von Oberkirch im Schwarzwald nach Eilsum in der Krummhörn. Fotos: Privat
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Umzug mit 16 Ponys: Jana Schmälzle aus Oberkirch wagt allein den großen Schritt und erfüllt sich ihren Traum vom Lebenshof in Ostfriesland. Die 35-Jährige hofft auf viele Tierfreunde.

Eilsum/Oberkirch - Das erfordert ganz viel Mut und Überzeugung: Jana Schmälzle zieht mit ihren 16 Pferden, vier Kaninchen und zwei Schildkröten von Oberkirch beim Schwarzwald nach Eilsum in der Krummhörn. Schon seit 2018 rettet sie alte oder chronisch kranke Pferde und Ponys, die vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden oder eingeschläfert werden sollten, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor zwei Jahren hat sie den gemeinnützigen Verein Lebenshof Löwenzahn gegründet, um noch effektiver Tierschutz zu betreiben.

Jana Schmälzle rettet seit 2018 Pferde und Ponys, die chronisch krank oder alt sind, vor schlimmen Schicksalen.
Jana Schmälzle rettet seit 2018 Pferde und Ponys, die chronisch krank oder alt sind, vor schlimmen Schicksalen.

Von dem großen Umzug träumt sie schon seit fünf Jahren, sagt sie. Denn: Viele der Pferde haben Atemwegserkrankungen. Tägliche Medikamente und Inhalation sollen die Symptome abmildern. Auch hat die 35-Jährige in Oberkirch den gesamten Stallbereich zu einem Allergikerstall umfunktioniert. Das heißt, es gibt beispielsweise eine Solekammer und die Pferde erhalten ausschließlich bedampftes Heu. Noch besser für die Pferde wird aber das Nordsee-Klima, hofft sie. In Oberkirch erschwert auch die hügelige, dicht bewaldete Gegend den älteren Pferden einen entspannten Spaziergang, sagt die Tierfreundin. Jetzt freut sie sich auf die flache, offene ostfriesische Landschaft.

Aktuell befinden sich die 16 Pferde und Ponys noch in einem Stall beim Schwarzwald.
Aktuell befinden sich die 16 Pferde und Ponys noch in einem Stall beim Schwarzwald.

Warum zieht der Lebenshof nach Ostfriesland?

Für Ostfriesland hat sie sich entschieden, weil sie schon einmal Urlaub in Norddeich gemacht hat. Seit Jahren sucht sie in der Region nach einer Immobilie zum Kauf, doch das ließ sich finanziell nicht verwirklichen, erklärt die 35-Jährige. Jetzt hat sie eine gute Alternative gefunden: Sie pachtet Ställe in Uttum und Eilsum. Im Stall in Uttum kommen die größeren Pferde unter, in Eilsum direkt neben ihrer Wohnung werden die Ponys und Kaninchen leben. Die Krummhörner Dörfer sind etwa vier Kilometer voneinander entfernt. Nicht optimal, aber machbar.

Für ihre Pferde tut Jana Schmälzle alles: Jetzt zieht sie mit ihnen um.
Für ihre Pferde tut Jana Schmälzle alles: Jetzt zieht sie mit ihnen um.

Am Freitag, 2. Mai 2025, ist der große Tag. Dann kommen die Pferde mit einem Lastwagen und drei Pferdehängern nach Ostfriesland. Jana Schmälzle wird auf der Strecke von rund 700 Kilometern von 13 Helferinnen und Helfern unterstützt. Aber: Die bleiben nicht mit ihr in der Krummhörn, sondern fahren dann wieder zurück zum Schwarzwald. Die 35-Jährige packt das große Abenteuer alleine an und hofft daher darauf, dass sie sich in Eilsum und umzu schnell ein Netzwerk aufbauen kann.

Wie können Interessierte beim Lebenshof mithelfen?

Um ihr und den Tieren zu helfen, kann beispielsweise eine Fördermitgliedschaft oder eine Patenschaft für ein Tier abgeschlossen oder gespendet werden. Auch Sachspenden sind willkommen. Aktuell ist sie beispielsweise auf der Suche nach Zubehör für Katzen, beispielsweise einen Kratzbaum oder Ähnliches. Es sollen nämlich noch zwei Katzen aus dem Tierschutz einziehen. Sie sucht aber auch Tierfreunde, die gerne mal im Stall aushelfen oder mit den Pferden spazieren gehen möchten. Sie hat unter anderem sieben Mini-Shetland-Ponys, die sehr brav an der Hand laufen, sehr gut erzogen sind und sich über Beschäftigung und Bewegung freuen, schreibt sie bei Facebook und Instagram.

Eine Reitbeteiligung gibt es allerdings vorerst nicht, da die Pferde entweder zu alt oder zu klein sind. Aber: Als ausgebildete Reitlehrerin, Pferdephysiotherapeutin, Pferdeverhaltenstrainerin und Tierheilpraktikerin möchte sie ihr Wissen gerne an Helferinnen und Helfer weitergeben, damit beide Seiten profitieren. Denkbar wäre es auch, dass tierliebe Kinder ihren Kindergeburtstag bei ihr im Stall feiern können. Das war zumindest in Oberkirch möglich, allerdings durch ihr Netzwerk vor Ort. Wenn sie auch hier Helfer findet, so überlegt sie, könnte sie solche kleinen Veranstaltungen auch in der Krummhörn wieder ansetzen.

Schon jetzt sagt sie: „Ich bin total überwältigt von den Reaktionen.“ Wenn sie eine Hilfe-Anfrage in Oberkirch beispielsweise bei Facebook gepostet habe, sei nicht viel zurückgekommen. In Ostfriesland merke sie schon jetzt eine große Hilfsbereitschaft, sagt sie. „Ich freue mich schon sehr auf die Zeit hier“, sagt die 35-Jährige.

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