Berlin Warum die beliebten Thuja-Hecken dem Tod geweiht sind
Thujen bilden schnell eine blickdichte Hecke, deshalb sind sie in deutschen Gärten sehr beliebt. Aber der Klimawandel und mit ihm mehrere Schädlinge setzen dem Lebensbaum immer mehr zu, so dass er aus unseren Gärten verschwinden könnte.
Man sieht sie immer häufiger: Braune Stellen an Thuja-Hecken oder Lebensbäume, die komplett braun sind und eher tot als lebendig aussehen. Das ist kein schöner Anblick – aber er könnte Gartenbesitzern künftig noch öfter drohen.
Die beliebten Lebensbäume oder Thujen geraten zunehmend unter Druck. Und zwar nicht nur, weil sie an manchen Orten aufgrund ihres mangelnden ökologischen Wertes bereits verboten sind, sondern weil sie ähnlich wie die Buchsbäume ins Visier von Schädlingen geraten sind.
Doch nicht nur Schädlinge, auch weitere Faktoren machen der beliebten Pflanze das Leben schwer.
Thuja-Arten stammen ursprünglich aus Regionen mit hohen Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit. In Deutschland leiden sie zunehmend unter den Folgen des Klimawandels: Hitzewellen, lange Trockenperioden und starke Temperaturschwankungen führen zu Trockenstress, der sich durch Braunfärbung und Absterben der Nadeln bemerkbar macht.
Weil sie nur flache Wurzeln haben, können sich die Pflanzen bei anhaltender Trockenheit nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen, was ihre Vitalität stark beeinträchtigt. Starkregen bekommt den Lebensbäumen aber auch nicht besonders gut: Mit Staunässe kommen Lebensbäume ebenfalls nur schlecht zurecht.
Die Folge: Thujen sind immer häufiger gestresst und damit anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.
In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Schädlinge, insbesondere Borkenkäferarten wie der zweifarbige Thujaborkenkäfer (Phlocosinus aubei), der Wacholdersplintkäfer (Phlocosinus thujae) und der japanische Thujabastkäfer (Phlocosinus rudis) in Deutschland ausgebreitet. Diese Käfer bohren sich in die Stämme der Lebensbäume, legen dort Eier ab und schädigen das Gefäßsystem, sodass die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann und abstirbt.
Die Käfer sind echte Schwäche-Parasiten. Das bedeutet, dass sie häufig erst aktiv werden, wenn der Widerstand ihrer Opfer reduziert ist – also auf durch Hitze und Trockenheit geschwächten Pflanzen.
Ein weiterer Schädling ist die Thuja-Miniermotte, deren Larven Fraßgänge in den Nadeln anlegen. Von Mitte Juni bis Juli fliegen die Motten und legen ihre Eier ab. Die Raupen schlüpfen im August. Ihre Schäden an der Thuja werden dann im Frühjahr sichtbar. Sie sind meist nur optisch und für die Pflanze nicht lebensbedrohlich, können aber das Erscheinungsbild beeinträchtigen. Sie sehen aus wie Frost- oder Trockenheitsschäden.
Auch Spinnmilben und Thuja-Triebläuse machen sich gerne über den Lebensbaum her. Spinnmilben saugen an der Pflanze, wodurch gelbe oder silberne Sprenkelungen entstehen. Triebläuse saugen die Triebe aus, wodurch sich diese gelb-braun verfärben und vertrocknen.
Thuja schmeckt nicht nur diversen Schädlingen, sie ist auch anfällig für verschiedene Pilzerkrankungen, darunter Kabatina thujae (Triebsterben), Pestalotia funerea (Zweigsterben) Didymascella thujina (Schuppenbräune) und Phytophthora cinnamomi (Wurzelfäule). Diese Pilze führen zu Braunfärbung, Absterben von Trieben und im schlimmsten Fall zum Absterben ganzer Pflanzen.
Letztlich hilft es nur, die Thujen ganzjährig zu bewässern und ausreichend zu düngen, damit sie resistenter gegen Schädlinge und Pilze sind. Mulchen kann auch helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Ist die Thuja von einem Borkenkäfer befallen, dann hilft nur noch stark befallene Pflanzen zu entsorgen, um die Ausbreitung zu stoppen. Sind Pilze am Werk, können Fungizide helfen.
Wichtig ist auch der richtige Schnitt, denn Thujen verzeihen Schnittfehler nicht. Sie treiben aus altem Holz kaum wieder aus. Einmal entstandene kahle Stellen bleiben oft dauerhaft sichtbar.
Schneiden Sie zweimal jährlich – Ende Juni und Ende August – bei bewölktem Wetter oder abends, um Sonnenbrand an Schnittstellen zu vermeiden. Wichtig ist, dass Sie nur im grünen Bereich und nie bis ins alte Holz schneiden. Bei braunen Stellen Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden und befallenes Material entsorgen.