Freibad Norddeich  Ein Ort für neue Erinnerungen – an Pommesduft und Kinderlachen

| | 24.04.2025 17:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Sie griffen zur Schaufel für den symbolischen ersten Spatenstich fürs neue Freibad in Norddeich: Dr. Alexandra Thürkow, neue Chefin der Norder Wirtschaftsbetriebe, Olaf Wiltfang, Aufsichtsratsvorsitzender der Norder Wirtschaftsbetriebe, Landrat Olaf Meinen, Staatssekretär Johann Saathoff, Bürgermeister Florian Eiben, die Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer und der Erste Stadtrat von Norden Marcus Aukskel. Foto: Rebecca Kresse
Sie griffen zur Schaufel für den symbolischen ersten Spatenstich fürs neue Freibad in Norddeich: Dr. Alexandra Thürkow, neue Chefin der Norder Wirtschaftsbetriebe, Olaf Wiltfang, Aufsichtsratsvorsitzender der Norder Wirtschaftsbetriebe, Landrat Olaf Meinen, Staatssekretär Johann Saathoff, Bürgermeister Florian Eiben, die Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer und der Erste Stadtrat von Norden Marcus Aukskel. Foto: Rebecca Kresse
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Mit dem symbolischen ersten Spatenstich ist der Freibad-Neubau in Norddeich offiziell gestartet. Für Florian Eiben ist das Projekt vor allem für Norder Kinder und Familien und nicht für Touristen.

Norden - Er ist zwar nur symbolisch, aber dieser erste Spatenstich ist von vielen Menschen in Norden und Norddeich lange herbeigesehnt worden: Am Donnerstag starteten die Bauarbeiten für das neue Freibad Norddeich offiziell – zehn Jahre, nachdem das alte Freibad für immer geschlossen wurde. Der Norder Bürgermeister Florian Eiben, Landrat Olaf Meinen, der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff und Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer griffen zur Schaufel und gaben damit den Startschuss für den „Ersatzneubau des Freibades in Norden-Norddeich“, wie das Projekt im Verwaltungsdeutsch offiziell heißt.

Bei Florian Eiben klingt es blumiger, fast schon pathetisch: „Wir bauen nicht nur ein Freibad – wir bauen einen Ort des Lebens“, sagte er in seiner Rede. Ein Ort, an dem Erinnerungen geschaffen werden sollen – an das Lachen der Kinder, an das Planschen, die Sonnencreme, den Geruch von Pommes, das erste Schwimmen ohne Schwimmflügel. Für den Norder Bürgermeister ist ein „Freibad ist nicht einfach ein Gebäude mit Wasserbecken. Es ist ein Stück Heimat, ein Baustein im Erwachsenwerden, ein Ort voller erster Erlebnisse“, sagte er.

Auch wenn am 24. April der offizielle Spatenstich für das neue Freibad gesetzt wurde, sind die Bagger schon einige Wochen dabei, das frühere Becken des Norddeicher Freibades abzutragen. Foto: Rebecca Kresse
Auch wenn am 24. April der offizielle Spatenstich für das neue Freibad gesetzt wurde, sind die Bagger schon einige Wochen dabei, das frühere Becken des Norddeicher Freibades abzutragen. Foto: Rebecca Kresse

Verkehrsbeeinträchtigungen durch die Baustelle

Im Zuge der Baustelle zum neuen Freibad in Norddeich wird es für den Verkehr zu Einschränkungen kommen. Die folgenden Veränderungen hat die Stadtverwaltung Norden mitgeteilt: Zuwegung zur Baustelle: Im Bereich des Hafens Norddeich (Westhafen) zwischen dem Gebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) und dem Baugrundstück ist mit erhöhtem Baustellenverkehr zu rechnen.

Baustellen-Lichtzeichenanlage: Da die Zuwegung zum Baugrundstück nur über eine schmale Wegeverbindung möglich ist und Begegnungsverkehr von zwei Kraftfahrzeugen kaum stattfinden kann, wurde eine Baustellen-Ampel aufgestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Begegnungsverkehr von Kraftfahrzeugen möglich ist. Zu den arbeitsfreien Zeiten (täglich nach Arbeitsende, an Wochenenden sowie an Feiertagen) wird die Ampel ausgestellt. Dann findet in der Regel kein Baustellenverkehr in diesem Bereich statt.

Radfahrer: Der Radverkehr darf die genannte Zuwegung in Richtung Baugrundstück beziehungsweise umgekehrt aus Sicherheitsgründen nicht in Anspruch nehmen. Radfahrer werden daher zur Promenade am Wasser umgeleitet und müssen dort abschnittsweise vom Rad absteigen.

Fußgänger: Fußgänger sollten, wenn möglich, auf die Wegeverbindungen auf dem Deich ausweichen, um ebenfalls nicht mit dem Baustellenverkehr in Konflikt zu geraten. Alternativ ist auch das Laufen auf der Promenade am Wasser möglich.

Lkw-Verkehr: Der gesamte Baustellenverkehr (insbesondere Lastwagen) wird über die genannte Wegeverbindung zum Baugrundstück geführt. Mit entsprechenden Fahrzeugbewegungen ist zu rechnen. Aus Sicherheitsgründen wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die betreffende Wegeverbindung auf 10 km/h herabgesetzt.

Dauer der Verkehrsbeeinträchtigungen: Mit den Verkehrsbeeinträchtigungen aufgrund des Baustellenverkehrs ist bis auf Weiteres zu rechnen. Wann genau die Wegeverbindung wieder wie gewohnt nutzbar ist, kann nicht vorausgesagt werden. Sollten sich Änderungen in der Verkehrsführung beziehungsweise in der Abwicklung des Baustellenverkehrs ergeben, wird darüber zeitnah informiert werden.

Bürgermeister sieht Bad als sicheren Ort

Vor allem eines war Eiben wichtig, zu betonen: Das Bad sei nicht in erster Linie für die Touristen gedacht, die nach Norddeich kommen. „Dieses Freibad ist ein Ort für unsere Kinder und Jugendlichen. Für unsere Familien. Für das Aufwachsen in unserer Stadt. In einer Zeit, in der Kinder zwischen Schule, Bildschirm und Freizeitstress immer weniger geschützte Räume finden, schaffen wir hier genau das: einen sicheren Ort zum Toben, zum Schwimmen lernen, zum Freundschaften knüpfen, zum sich ausprobieren. Einen Ort, an dem Selbstvertrauen wachsen kann“, so Eiben.

Florian Eiben (links) und Johann Saathoff hatten gute Laune beim ersten Spatenstich für das neue Freibad Norddeich. Foto: Rebecca Kresse
Florian Eiben (links) und Johann Saathoff hatten gute Laune beim ersten Spatenstich für das neue Freibad Norddeich. Foto: Rebecca Kresse

Norddeichs Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer freut sich auf die neue Attraktion in ihrem Bereich und vesprach den künftigen Besuchern ein „pommesnahes und garantiert wattwurmfreies“ Badevergnügen. Landrat Olaf Meinen bezeichnete den Tourismus als „Wirtschaftsmacht von nebenan“. Dieser habe auch für den Landkreis Aurich eine große Bedeutung, so Meinen. Der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff wollte am liebsten eigentlich schon in diesem Jahr ins Becken springen. Darauf muss er nun doch noch ein bisschen warten. Er bezeichnete das Freibad Norddeich als „Florian Eibens Herzensprojekt“. Dieser habe ihm schon vor seiner Wahl zum Bürgermeister von seiner Idee erzählt. „Es ist unsere Aufgabe, dich in unterschiedlichen Funktionen dabei zu beraten, begleiten und zu unterstützen, soweit wir das irgendwie können“, sagte Saathoff, der von einem „Freubad“ sprach, weil man sich auf dieses Bad sehr freuen könne. Außerdem sei es das einzige Freibad an der Nordseeküste im Außendeichbereich.

Es entstehen drei verschiedene Becken

Wie berichtet, soll das neue Bad auf der Fläche des bisherigen Freibades entstehen. Dafür wurde in den vergangenen Wochen das alte Becken entwässert, vom Schlamm befreit und abgebaut. Eine Baustellenstraße samt Ampelanlage wurden eingerichtet. Diese bedeutet auch für Urlauber, die mit dem Rad am Deich unterwegs sind, Umwege.

Das alte Freibad in Norddeich wurde im Jahr 2015 geschlossen. Foto: Rebecca Kresse
Das alte Freibad in Norddeich wurde im Jahr 2015 geschlossen. Foto: Rebecca Kresse

Entstehen sollen ein 20 mal 25 Meter großes Schwimmbecken mit acht Bahnen, ein Nichtschwimmerbecken, ein Kinderbecken überdacht mit einem Sonnensegel und Liegewiesen. Und es wird ein Bad für alle: barrierefrei geplant, mit Rampen, einem mobilen Versehrtenlift, Podestflächen und viel Liebe zum Detail – damit Menschen mit und ohne Einschränkungen gleichermaßen teilhaben können, erklärte Florian Eiben. Das Problem in Norddeich: Im Deichvorland darf wegen der Gefahr von Sturmfluten nur in der Zeit vom 15. April bis zum 15. September gebaut werden. Deshalb beträgt die geplante Bauzeit auch drei Jahre. Läuft nach Baubeginn alles nach Plan, soll das neue Freibad Ende September 2027 fertig sein. Eröffnet werden soll es dann im April/Mai 2028.

Planungen „keineswegs einfach“

Eben weil das Freibad in einem sensiblen Bereich, dem Vordeichgelände, geplant und gebaut wird, war die Planungs- und Genehmigungsphase „keineswegs einfach“, betonte Eiben. Das Bad entstehe im unmittelbaren Einflussbereich des Deich- und Küstenschutzes. Die Anforderungen an Sicherheit, Hochwasserschutz und Sturmflutvorsorge sind hoch – und mussten bei jeder Planungsetappe berücksichtigt werden. Deshalb dankte Eiben besonders dem Norder Stadtbaurat Christian Pohl und dem Team der Bauverwaltung der Stadt Norden sowie dem Planungsbüro Janßen, Bär und Partner.

Das alte Freibad in Norddeich lag seit 2014 brach. Es folgten Planungen, Umplanungen und wieder neue Debatten in der Norder Politik. Im Jahr 2021 entschied der Haushaltsausschuss des Bundestages, dem geplanten Neubau rund zweieinhalb Millionen Euro Fördergeld zur Verfügung zu stellen. Zu der Zeit sollte das Bad aus einem großen Becken mit verschiedenen Schwimmbereichen und acht Schwimmerbahnen bestehen.

Die Pläne für dieses neue Norddeicher Freibad hat der Norder Rat im Jahr 2022 beschlossen. Grafik: Archiv/Stadt Norden
Die Pläne für dieses neue Norddeicher Freibad hat der Norder Rat im Jahr 2022 beschlossen. Grafik: Archiv/Stadt Norden

Baufortschritt per Webcam

Im Juli 2023 präsentierte Bürgermeister Florian Eiben dann komplett neue Pläne. Das Freibadgelände wurde neu strukturiert. Drei bis vier kleine Becken sollen entstehen – je nach Nutzungsbedarf unterschiedlich in der Größe und Wassertiefe. Der Rat stimmte diesen erneuten Veränderungen zu, setze der Verwaltung aber auch eine finanzielle Obergrenze für das Projekt. Nach der damaligen Baukostenplanung rechnete die Stadt Norden mit insgesamt elf Millionen Euro für die Anlage. Mittlerweile spricht Eiben von Gesamtkosten von „rund zwölf Millionen Euro“.

Dass das Projekt nun Realität werde, sei ein großer, gemeinschaftlicher Kraftakt, sagte der Bürgermeister. Sein besonderer Dank galt auch Staatssekretär Johann Saathoff, „der sich mit großem persönlichem Engagement dafür eingesetzt hat, dass wir für dieses Projekt eine Förderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro aus Bundesmitteln erhalten haben“, so Eiben. Die restlichen Kosten teilen sich die Stadt Norden und die Wirtschaftsbetriebe Norden.

Was am Ende in Norddeich entsteht, ist laut Eiben ein modernes, nachhaltiges, zukunftsfähiges Freibad – klimaneutral unter anderem mit Sonnenkraft beheizt, betrieben mit echtem Nordseewasser, ressourcenschonend und barrierefrei. „Es ist damit nach meinem Wissensstand das erste CO2-neutrale Freibad an der Nordsee im Weltnaturerbe Wattenmeer“, sagte Eiben.

Vor allem aber sei es ein Bad für alle. „Es wird ein Ort der Freude, der Bewegung, der Begegnung. Ein Ort, an dem man schwimmen kann – unabhängig von Ebbe und Flut. Ein Ort, an dem unsere Kinder groß werden. Und ein Ort, an dem unsere Stadt zeigt, was möglich ist, wenn wir gemeinsam an einer Vision arbeiten“, so die Hoffnung von Eiben. Wer den Baufortschritt verfolgen möchte, kann das über die Webcam am Strand tun.

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