Chaostage bei der SpVg Aurich Neuer SpVg-Trainer schon jetzt gefordert
Daniel Fransziskus spricht über die große Herausforderung am Ellernfeld, die hohe Spielerfluktuation und weshalb er zurzeit eine Doppelrolle ausfüllt.
Aurich - Sein erster Auftritt am Auricher Ellernfeld war kurz und bündig. Am Dienstagabend schaute der neue SpVg-Trainer Daniel Franziskus beim Training vorbei und stellte sich der Mannschaft vor. Längere Gespräche mit den Spielern hat der 33-Jährige dort noch nicht geführt, aber eines war ihm wichtig. „Ich wollte mich persönlich vorstellen und die Jungs kurz kennenlernen“, sagt Franziskus. Der gebürtige Victorburer ist erst vor wenigen Tagen vorgestellt worden, doch schon jetzt beginnt die „Mammutaufgabe“ am Ellernfeld, wie er sagt.
Der ehemalige Profi, der im Sommer sein Engagement bei der Sportvereinigung antreten wird, steht vor einem großen Problem. Nach dem Rückzug von Claudio Casto folgten viele Spieler dem Beispiel des scheidenden Trainers und haben bereits ihren Wechsel verkündet. Die Abgänge von Hendrik Schulz, Max Beccard (Trainer Wallinghausen), Dirk Frerichs, Klaas Folkerts (beide TuS Pewsum), Nico Möhle (BW Borssum) und Keno Buß (Ziel unbekannt) standen schon vor der Verpflichtung von Daniel Franziskus fest. Das Theater um Trainer Claudio Casto am Ellernfeld hat die Spieler nachdenklich gemacht, viele Spieler waren nur wegen ihres „Ziehvaters“ Casto nach Aurich gewechselt.
Unschlüssige zum Verbleib überreden
Neuverpflichtungen wie die Zimmermann-Brüder aus Wiesmoor haben wegen der Entwicklung in Aurich Abstand von einem Wechsel genommen. Damit am Ellernfeld nicht noch mehr zu Bruch geht und Ruhe einkehrt, hat der Südbrookmerlander seine Arbeit schon jetzt aufgenommen – in der Interimsrolle des Sportlichen Leiters. „Ich will jetzt Unschlüssige von einem Verbleib in Aurich überzeugen. Wir müssen jetzt schnell eine Mannschaft für die neue Saison zusammenbekommen“, sagt Franziskus. Der neue Mann am Ellernfeld rechnet aber damit, dass noch mehr Spieler den Verein verlassen werden. Deswegen hat der 33-Jährige auch schon mögliche Neuzugänge ins Visier genommen.
Die Doppelfunktion möchte Franziskus aber nicht mehr lange ausüben. Das hat er mit der Vereinsführung auch so kommuniziert. Da die Stelle nach dem Rücktritt von Steffen Reifschneider vakant ist, hat Franziskus kurzfristig übernommen. „Ich bin aber ausschließlich als Trainer gekommen und hoffe, dass wir bald einen neuen Sportlichen Leiter finden werden“, so Franziskus.
Keine großen Ziele in der kommenden Saison
Franziskus ist mittlerweile wieder in seiner alten Heimat verwurzelt. Nach seiner Profikarriere mit Stationen in Regensburg, Oldenburg und Lübeck lebt Franziskus mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in Victorbur. Zunächst wollte er als Trainer im Profibereich Fuß fassen. „Doch das ist auch ein Stück weit unberechenbar“, sagt er. So lehnte er ein Angebot aus Leipzig ab. Dort sollte er bei einer Regionalliga-Mannschaft den Co-Trainerposten übernehmen. „Doch das geht mit meiner Selbstständigkeit nicht. Ich bleibe jetzt definitiv in Ostfriesland“, sagt Franziskus, der in Victorbur einen Haus & und Gartenservice betreibt.
Franziskus freut sich auf seine neue Aufgabe, die schwerer nicht hätte beginnen können. Deswegen ist er auch vorsichtig, was eine Prognose über die sportlichen Ziele angeht. „Wir wissen jetzt noch nicht, wie die Mannschaft im Sommer aussehen wird. Deswegen wollen wir kein Druck aufbauen und ehrgeizige Ziele formulieren. Wir wollen uns einfach in der Bezirksliga etablieren“, sagt der Südbrookmerlander. Fest steht schon jetzt: Das wird keine leichte Aufgabe.