Bremen/Delmenhorst  Zoll-Razzia in Bremer und Delmenhorster Friseur- und Kosmetikbetrieben

Bettina Dogs-Prößler
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Von Bettina Dogs-Prößler
| 23.04.2025 13:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Zoll hat am Mittwoch zahlreiche Betriebe der Friseur- und Kosmetikbranche auf Schwarzarbeit hin kontrolliert. Foto: Hauptzollamt Bremen
Der Zoll hat am Mittwoch zahlreiche Betriebe der Friseur- und Kosmetikbranche auf Schwarzarbeit hin kontrolliert. Foto: Hauptzollamt Bremen
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Zoll deckt Schwarzarbeit auf: Bei einer Großkontrolle in Bremen und Umgebung von Friseur- und Kosmetikbetrieben haben die Behörden auch Geschäfte in Delmenhorst überprüft. Insgesamt wurden zahlreiche Verstöße wegen illegaler Beschäftigung aufgedeckt.

In einer großangelegten Kontrolle hat das Hauptzollamt Bremen am 9. April zusammen mit den Finanzämtern und dem Gewerbeaufsichtsamt zahlreiche Friseur- und Kosmetikbetriebe in der Region auf Schwarzarbeit hin überprüft. Nach Angaben der Behörde von diesem Mittwoch sind insgesamt elf Betriebe mit 73 Beschäftigten kontrolliert worden.

„23 Strafverfahren wurden aufgrund der Prüfungsfeststellungen noch vor Ort eingeleitet“, erklärte das Hauptzollamt in einer Pressemitteilung. Davon vier in Bremen, achtzehn in Bremerhaven und ein Strafverfahren im Landkreis Stade. Ausschlaggebend für die Strafverfahren war in allen Fällen die Beschäftigung von Nicht-EU-Ausländern, die entgegen ihrer Aufenthaltsbestimmungen gearbeitet hatten und sich somit illegal in der Europäischen Union aufhielten sowie fehlende oder zu geringe Beiträge zur Sozialversicherung. In Delmenhorst wurden in keinem Betrieb Verstöße festgestellt.

Darüber hinaus ergaben sich nach den bisherigen Auswertungen 16 weitere Verdachtsfälle, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das Mindestlohngesetz, unberechtigten Bezugs von Arbeitslosengeld und nicht oder nicht ausreichend geleisteter Sozialabgaben. Im Zuge der Prüfungen wurden weiterhin 21 Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingeleitet.

„Aufgrund des hohen Kosten- und Lohndrucks gehört die Friseur- und Kosmetikbranche zu den besonders für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung anfälligen Branchen“, erläutert Volker von Maurich, Pressesprecher des Hauptzollamts Bremen. „Mit unseren Prüfungen insbesondere in den besonders von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung betroffenen Branchen schützt der Zoll den Sozialstaat und die Betriebe, die sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität auf Kosten der Allgemeinheit“, so von Maurich weiter.

An die Prüfungen schlössen sich umfangreiche und zeitintensive Nachermittlungen an, die noch andauerten. Das Hauptzollamt führt regelmäßig Sonderprüfungen in Bereichen mit erhöhtem Risiko durch. „Diese konzertierten Prüfungen sind ein wichtiges Instrument zur Senkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung und tragen zusätzlich zur Aufdeckung und Ahndung von Verstößen bei.“ Der Prüfbezirk des Schwarzarbeit-Fachbereichs des Hauptzollamts Bremen umfasst neben dem Land Bremen die Landkreise Cuxhaven, Stade, Osterholz und einen Teil des Landkreises Rotenburg/Wümme sowie die Stadt Delmenhorst.

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