„FC Hollywood“ am Ellernfeld  SpVg Aurich findet neuen Trainer

| | 22.04.2025 12:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer von diesen Spielern in der kommenden Saison auch noch am Ellernfeld spielt, ist ungewiss. Der neue Trainer wird viele Gespräche führen müssen. Foto: Helmut Vortanz
Wer von diesen Spielern in der kommenden Saison auch noch am Ellernfeld spielt, ist ungewiss. Der neue Trainer wird viele Gespräche führen müssen. Foto: Helmut Vortanz
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Daniel Franziskus tritt die Nachfolge von Claudio Casto an. Der Verein hofft, dass nach den Chaoswochen nun Ruhe einkehrt.

Aurich - Seinen Osterurlaub in den Niederlanden hatte sich Ralf Dreiling eigentlich anders vorgestellt. Ständig klingelte das Handy beim Vorsitzenden der Sportvereinigung Aurich – an seiner Wirkungsstelle am Ellernfeld war nach dem Rücktritt von Trainer Claudio Casto das Chaos ausgebrochen. Eigentlich hatte Dreiling vor dem Aufbruch in den Urlaub und einigen guten Gesprächen noch mit einem Umdenken des Trainers geliebäugelt. Diese Hoffnung zerschlug sich, nachdem Casto sich mit emotionalen Worten per Whatsapp von Verein und Mannschaft verabschiedete.

SpVg-Geschäftsführer Stefan Wilts und der neue Trainer Daniel Franziskus. Foto: privat
SpVg-Geschäftsführer Stefan Wilts und der neue Trainer Daniel Franziskus. Foto: privat

Dreiling griff daraufhin zum Telefon, rief seinen alten Freund Daniel Franziskus an – und überzeugte ihn, in der kommenden Saison die Erste Herrenmannschaft zu trainieren. Nach der mündlichen Zusage brach Dreiling am Karfreitag seinen Urlaub ab und saß schon einen Tag später im Wohnzimmer des Wunschkandidaten. „Da haben wir dann den Feinschliff gemacht. Ich kenne ihn schon seit 20 Jahren und bin überzeugt, dass er der richtige Mann für uns ist“, sagt der SpVg-Vorsitzende zur Neuverpflichtung. Am Dienstagabend hat sich der neue Mann an der Seitenlinie vorgestellt und zum ersten Mal mit der Mannschaft gesprochen.

Franziskus wird nun viele Gespräche mit den Spielern führen

Viele Gespräche werden auch nötig sein, um die Mannschaft zusammenzuhalten. Viele Spieler sind eng mit dem scheidenden Trainer Casto verbunden und nach den Kapriolen ins Grübeln gekommen. Dirk Frerichs hat sich bereits dem TuS Pewsum angeschlossen, genau wie sein Mannschaftskollege Klaas Folkerts.Beide Spieler waren in großem Maße am SpVg-Offensivspektakel beteiligt. Nico Möhle steht vor einem Wechsel nach Borssum und auch andere Spieler denken nach ON-Informationen über einen Absprung vom Ellernfeld nach. Vorsitzender Ralf Dreiling ist davon überzeugt, dass Daniel Franziskus gute Überzeugungsarbeit leisten wird. „Er ist ein cooler Typ. Offen und ehrlich und hat große Ziele mit jungen Spielern“, sagt Dreiling über seinen Freund.

Sportlich hat es der gebürtige Moordorfer weit gebracht. Fußballerisch groß geworden in der Jugendabteilung von Ostfrisia Moordorf, wechselte der talentierte Spieler in die Nachwuchs-Abteilungen von Werder Bremen und VfB Oldenburg. In seiner späteren Profikarriere lief er unter anderem für Jahn Regensburg, VfB Oldenburg und den VfB Lübeck auf. Nach einer schweren Knieverletzung, 28 Spielen in der Dritten Liga und 141 Einsätzen in der Regionalliga beendete Franziskus seine Laufbahn und wechselte die Seiten. Beim ostfriesischen Landesligisten GW Firrel und Frisia Wilhelmshaven sammelte der Ostfriese Franziskus die ersten Trainererfahrungen.

Kampf um Sportlichen Leiter

Die Station in Wilhelmshaven verhinderte damals übrigens ein Engagement bei der SpVg als Sportlicher Leiter. Genau diese Position ist nach dem Rücktritt von Steffen Reifschneider weiter vakant. Der Mann im Hintergrund hatte sich von der SpVg zurückgezogen, weil er in einer Petition von verschiedenen Vereinsmitgliedern genau zu diesem Schritt aufgefordert worden war. „Ich hoffe, dass er sich besinnt und wieder zu uns zurückkommt. Wir wollten nie, dass er aufhört“, sagt Dreiling.

Nun hoffen alle am Ellernfeld, dass nach turbulenten Jahren endlich Ruhe einkehrt. Nach jahrelangem Abstiegskampf und einer Saison mit insgesamt vier Trainern war die SpVg mit Casto sportlich eigentlich auf einem guten Weg. Vorsitzender Dreiling möchte keine schmutzige Wäsche mehr waschen, doch von der Art und Weise der Kommunikation ist er bitter enttäuscht.

„Was da ablief, war teilweise unter der Gürtellinie. Den Vorstand trifft keine Schuld an der Misere. Die Verlegung der Trainingszeiten war einfach nicht machbar. Und um eine halbe Stunde zu feilschen, finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich albern“, gibt Dreiling dann doch einen Einblick in sein Innerstes. Die gesamte Vereinsführung trägt indes die Entscheidung in der Trainerfrage mit. „Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung“, sagt Geschäftsführer Stefan Wilts.

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