Italien/Schweiz Osterurlaub droht ins Wasser zu fallen: Urlaubsregionen in der Schweiz und Italien von Unwettern betroffen
Wer über die Osterfeiertage eine Reise in den Süden geplant hat, muss sich auf ungemütliches Wetter einstellen. Heftiger Dauerregen bedroht viele Urlaubsziele in Italien, Frankreich und Spanien. Meteorologen warnen vor Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. Auch die Schweiz ist betroffen.
Der Norden Italiens und die Schweiz sind derzeit von Unwettern betroffen, die Urlaub dort unmöglich machen könnten.
Im Norden Italiens sind nach heftigen Regenfällen zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. Besonders betroffen ist die Region Piemont mit der Hauptstadt Turin. Wegen überschwemmter Gleise kommt es nach Angaben der italienischen Eisenbahn im Zugverkehr zwischen Italien und der Schweiz zu erheblichen Behinderungen. Mehrere Züge sind auf der Strecke blockiert.
In mehr als hundert Gemeinden wurde Alarmstufe Rot ausgelöst. Die Behörden fürchten Sturmböen, Überschwemmungen und auch Erdrutsche.
Auch Autostrecken zwischen den beiden Ländern sind derzeit unpassierbar. Der Simplon-Pass, der die Schweiz mit Italien verbindet und bis auf eine Höhe von 2009 Meter ansteigt, wurde wegen starker Schneefälle in beide Richtungen gesperrt, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Der Simplon-Tunnel und der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel, der das Wallis mit dem italienischen Aostatal verbindet, sind seit Mittwochabend aus Sicherheitsgründen ebenfalls gesperrt.
In der südwestlichen Schweiz haben starke Schnee- und Regenfälle massive Verkehrsprobleme und Stromausfälle ausgelöst. Wetterwarnungen gab es für die Kantone Wallis und Tessin, die zu Ostern viele Feriengäste haben. Der bekannte Skiort Zermatt sei von der Außenwelt abgeschnitten und von Stromausfällen betroffen, sagte eine Vertreterin des Tourismusbüros.
Aber auch andere, südlichere Gegenden, in denen sich über die Ostertage ebenfalls viele Urlauber aufhalten wie Südtirol, die Lombardei und die Toskana, leiden unter Dauerregen, der Meteorologen zufolge auch die kommenden Tage anhält.
„In einem breiten Streifen, der sich von den Walliser Alpen und dem Gotthard-Massiv im Norden bis hinunter nach Nizza, Monaco und Genua im Süden erstreckt, sind Regenmengen von 300 bis 550 Litern pro Quadratmeter möglich“, warnte Wetterexperte Gernot Schütz von wetter.com. Das entspricht einer halben Tonne Wasser pro Quadratmeter.
Besonders heftig soll es entlang der Südseite der Alpen werden – grob gesagt nordwestlich einer Linie von Mailand bis Turin. Dort tritt eine so genannte Südoststaulage auf.
Ein weiteres Zentrum der Unwetter erstreckt sich über die Regionen rund um Verona, Venetien, Friaul, die Dolomiten, die Karnischen und Julischen Alpen bis nach Ljubljana. Doch damit nicht genug: In ganz Nord- und Mittelitalien – einschließlich Südtirol und Gardasee –, Istrien, an der französischen Mittelmeerküste sowie auf Korsika und Sardinien werden bis Dienstag teils erhebliche Regenmengen erwartet. Meist bewegen sich die Werte dort zwischen 40 und 100 Millimetern, in Staulagen oder bei Gewittern kann es aber lokal deutlich mehr sein.
Auch in Südfrankreich und Nordspanien ist über Ostern mit starken Regenfällen und Unwettern zu rechnen.
Italienische Behörden warnen eindringlich vor Lebensgefahr in den betroffenen Gebieten. Besonders in den Alpenregionen, an Flüssen und in engen Tälern besteht erhöhte Gefahr durch Überschwemmungen und Erdrutsche. Vorsicht ist geboten, da Straßen und Bahnstrecken kurzfristig unpassierbar werden können.
Touristen sollten die Lage aufmerksam verfolgen und aktuelle Wetterwarnungen beachten und flexibel auf Veränderungen reagieren. Es wird empfohlen, Reisen in die besonders gefährdeten Regionen zu überdenken oder kurzfristig anzupassen.