Ausstellung zum Thema Tod  Kofferausstellung in Aurich geht in die Verlängerung

| | 07.04.2025 12:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Freuen sich darüber, dass die Kofferausstellung im Museum weitergeht (von links): Reenste Cornelis (Museum), Britta Baumann (Hospizverein), Cathrin Meenken (Pastorin), Dr. Christopher Galler (Museum), Ruth Moldenhauer (Kinderärztin) und Katja Druivenga (Museum). Foto: Mieke Matthes
Freuen sich darüber, dass die Kofferausstellung im Museum weitergeht (von links): Reenste Cornelis (Museum), Britta Baumann (Hospizverein), Cathrin Meenken (Pastorin), Dr. Christopher Galler (Museum), Ruth Moldenhauer (Kinderärztin) und Katja Druivenga (Museum). Foto: Mieke Matthes
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Über 60 Menschen haben ihren Koffer für die letzte Reise gepackt. Wo sie weiterhin zu sehen sind.

Aurich - Es war eine ganz besondere Ausstellung, die in den letzten beiden Märzwochen im Auricher Zwischenraum und der Lambertikirche stattfand. Über 60 Koffer waren dort zu sehen, gepackt von Bürgern für ihre letzte Reise, die Reise in den Tod. Aufgerufen hatten zu dieser Ausstellung der Kirchenkreis Aurich, der Hospizverein und der Landkreis. Sie beschäftigen sich im März und April im Rahmen des Projektes „Sterben gehört zum Leben - nützt ja nix!“ mit dem Thema Sterben und Tod. Mit Vorträgen, Führungen, Infoabenden und anderen Veranstaltungen soll diesem schweren Thema der Schrecken genommen werden.

Erfolgreiche Ausstellung zu einem schweren Thema

Die integrierte Ausstellung „Koffer für meine letzte Reise“ war ein voller Erfolg. „Pro Tag konnten wir in der Lambertikirche 50 bis 80 Besucher begrüßen, die sich die sehr persönlichen und individuellen Koffer anschauten“, sagt Pastorin Cathrin Meenken. Viele Gedanken, Gefühle und manche kreative Stunde sind in die Koffer geflossen. Das sah man und das spürte man in der Ausstellung, die von vornherein kurz und knackig auf zwei Wochen angelegt war.

Dabei lief es zunächst gar nicht so leicht an. „Wir mussten unheimlich viel flirten und Klinken putzen“, erinnert sich Meenken. Viele Menschen wollten die Ausstellung gern sehen, aber hätten sich dann doch schwer damit getan, einen eigenen Koffer zu packen. Umso überraschter waren die Organisatoren dann, als zum Aufbau plötzlich so viele Auricher vor der Kirchentür gestanden hätten - mit gepackten Koffern. „Viele von ihnen wohnten dann auch dem Aufbau bei, es war eine sehr schöne Atmosphäre“, sagt Britta Baumann vom Hospizverein Aurich.

Koffer ziehen ins Museum um

Aufgrund der guten Resonanz und des Themas geht die Ausstellung nun in die Verlängerung. Zwar in abgespeckter Form, aber dennoch sehr wertig, und zwar im Historischen Museum der Stadt Aurich. „Wir haben uns zwölf Koffer ausgesucht, die wir bis zu den Sommerferien im Museum präsentieren“, erklärt Katja Druivenga vom Historischen Museum. Jeweils ein Koffer findet für 14 Tage seinen Platz im Treppenauge des historischen Gebäudes, liebevoll dekoriert steht er dort unter einem Baldachin aus gefalteten Kranichen. Die Papiervögel sind ebenfalls aus dem Zwischenraum mit umgezogen. Dort hatten sie letzte Wünsche auf ihren Flügeln gesammelt.

„Als Museum sind wir ein Haus des Nichtvergessens“, sagt Reenste Cornelis vom Team des Historischen Museums. Was läge da näher, als nun auch die Koffer, die sich mit dem Thema Vergänglichkeit und Sterben beschäftigen, zu zeigen. Im Vorfeld habe man die Besitzer der betreffenden Koffer gefragt, ob sie im Museum ausgestellt werden dürften. „Emotionaler und intimer als so ein Koffer geht es ja eigentlich nicht“, sagt Katja Druivenga. Die Besitzer stimmten zu und können nun, wenn ihr Koffer an der Reihe ist, das Gepäckstück mit im Treppenauge platzieren.

Kostenlose Stippvisite

Im Historischen Museum in der Burgstraße ist der jeweilige Koffer ab sofort dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. „Wenn man sich nur den Koffer anschauen möchte, ist das natürlich kostenlos möglich“, so Museumsleiter Dr. Christopher Galler. Er freut sich über die Kooperation und die Koffer, die in den kommenden Monaten auch in die Führungen durchs Museum eingebunden werden und hofft so, auch Aufmerksamkeit für die anderen Exponate zu wecken.

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