Westerland  Sylt: Tina Haltermann gewinnt die Bürgermeister-Stichwahl

Nils Leifeld
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Von Nils Leifeld
| 06.04.2025 20:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Freude pur bei Wahlsiegerin Tina Haltermann nach Bekanntgabe des Endergebnisses im Westerländer Rathaus. Foto: Wolfgang Barth
Freude pur bei Wahlsiegerin Tina Haltermann nach Bekanntgabe des Endergebnisses im Westerländer Rathaus. Foto: Wolfgang Barth
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Tina Haltermann ist die neue Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt. In der Stichwahl setzte sich die 46-jährige Parteilose mit 55,6 Prozent der Stimmen gegen Markus Gieppner durch, der auf 44,4 Prozent der Stimmen kam.

Das Ergebnis steht: Tina Haltermann (46, parteilos) hat am Sonntag die Stichwahl gegen ihren Konkurrenten Markus Gieppner (59, „Die Insulaner“) gewonnen und wird die neue Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt. Die von der CDU unterstützte Haltermann holte am Abend 55,6 der Stimmen. Gieppner kam auf 44,4. In der Stichwahl brauchte es nur eine einfache und keine absolute Mehrheit.

„Mir war klar, dass es knapp werden würde. Sehr knapp. Realisiert habe ich es noch nicht ganz, aber ich merke gerade, wie langsam ganz viel Anspannung von mir abfällt“, sagte Tina Haltermann nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses. „Gleichzeitig möchte ich noch sagen: Dieser Sieg gehört nicht mir allein, sondern einem großartigen Team, das hinter mir steht und mich die ganze Zeit mit seinen Ideen, seiner Tatkraft und seinem großartigen Engagement unterstützt hat. Mein großer Dank gilt diesem unglaublichen Team.“ In ihrer kurzen Sieges-Rede am Mikrofon konnte Haltermann ihre Emotionen dann nicht mehr hinterm Berg halten und brach kurzzeitig in Freudentränen aus.

Um Fassung bemüht, aber auch sichtbar enttäuscht zeigte sich der Wahlverlierer am Sonntagabend im Sitzungssaal des Rathauses: Markus Gieppner. Er zeigte sich aber auch als fairer Verlierer und gratulierte der Wahlsiegerin am Mikrofon. In seiner Rede bedankte er sich bei Haltermann für den „fairen und zivilen Wahlkampf, das hatten wir ja auf Sylt auch schon mal anders“. Gleichzeitig bedankte sich Gieppner bei seiner Familie, „ohne die ich nie so weit gekommen wäre“ und bei den Menschen, die ihn „gewählt und unterstützt haben und mir ein wirklich tolles Ergebnis beschert haben“.

Amtsvorsteher Ronald Benck (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang der Wahl, aber auch spürbar enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung. „Wir haben viele harte Jahre hinter uns, da hätte ich mir schon gewünscht, dass ein paar mehr Sylter von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht hätten.“ Zur Siegerin Tina Haltermann sagte er: „Wir kennen uns gut und arbeiten schon einige Jahre sehr vertrauensvoll miteinander zusammen.“

Die Wahlbeteiligung war enttäuschend und lag bei lediglich 38,8 Prozent. Im ersten Wahlgang war die Beteiligung auch schon sehr enttäuschend gewesen. Da hatten nur 48,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.

Ihr neues Amt frühestens antreten wird Tina Haltermann am 1. Mai. Sie ist für sechs Jahre gewählt, ihre Amtszeit geht also bis 2031. Die leitende Verwaltungsbeamtin ist als neue Bürgermeisterin hauptamtlich im Dienst. Ein politisches Mitbestimmungsrecht in der Gemeindevertretung hat sie aber nicht.

In der Gemeinde Sylt waren am Sonntag rund 12.100 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgerufen. Im ersten Wahlgang vor rund drei Wochen hatten noch sechs Kandidaten zur Auswahl gestanden. Bis auf Haltermann und Gieppner mussten die anderen vier nach dem 16. März aber alle die Segel streichen. Die anderen vier, das waren Nils Brinkmann (14 Prozent), Jens-Peter Meckel (14,9 Prozent), Melf Hansen (6,9 Prozent) und Jali Schneider (2,2 Prozent).

Dass es diesen Sonntag überhaupt zur Stichwahl gekommen war, lag daran, dass am 16. März keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sprich mehr als 50 Prozent, auf sich vereinen konnte. Tina Haltermann wurde jedoch mit 38,4 Prozent die stärkste Kandidatin im ersten Wahlgang, gefolgt von Markus Gieppner mit 23,5 Prozent.

Notwendig geworden war die Neuwahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Sylt, da der vorherige Verwaltungschef Nikolas Häckel nach monatelangen politischen Querelen im September abgewählt worden war. Kurze Zeit später starb der 50-Jährige unter nicht abschließend geklärten Umständen in Hamburg. Seit Häckels Abwahl hatte sein Stellvertreter Carsten Kerkamm (CDU) die Amtsgeschäfte geleitet.

Häckel hatte die vergangene Bürgermeisterwahl im Jahr 2021 in der Stichwahl gegen seinen CDU-Herausforderer Clemens Raab gewonnen. Und das relativ deutlich. Am Ende stimmten 68,4 Prozent der Wahlberechtigten für den Amtsinhaber und nur 31,6 Prozent für den Herausforderer. Häckel war 2015 erstmals zum Bürgermeister der Gemeinde Sylt gewählt worden. Damals setzte er sich in der Stichwahl gegen die als CSU-Rebellin bekanntgewordene Gabriele Pauli durch.

Ein amtliches, endgültiges Ergebnis der Wahl am Sonntag soll es am Dienstag, 8. April, im Gemeindewahlausschuss geben. Dieser tagt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Westerland.

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