Osnabrück Gute Nachrichten für Osnabrücker Eltern: So ist die Versorgung mit Kitaplätzen 2025
Ab Ende 2025 wird es in Osnabrück nach Angaben der Stadt für jedes Kind zwischen drei und sechs Jahren einen Kindergartenplatz geben. Auch bei den jüngeren Krippenkindern hat sich die Situation entspannt. Was das für die Eltern bedeutet.
Die Zeiten, in denen mehrere Hundert Kinder in Osnabrück bei der Kitaplatz-Vergabe leer ausgingen, sind vorbei – und im Jugendhilfeausschuss klopften sich Politik und Stadtverwaltung jetzt kräftig auf die Schultern. Als „historisch niedrig“ bezeichnet die Stadt die Zahlen auf der gesamtstädtischen Warteliste in ihrem jährlichen Bericht zur Kitaplanung.
Im Oktober 2024 waren demnach lediglich 44 Krippenkinder und 23 Kindergartenkinder ohne Platz – gleichzeitig gab es noch 75 freie Krippen- und 211 freie Kindergartenplätze. Die Hälfte der 67 unversorgten Kinder sei außerdem zum Stichtag noch im Anmeldeverfahren gewesen, erläuterte Kitaplaner Werner Rohling.
Damit bestätigt sich das, was sich voriges Jahr schon abzeichnete: Die lange Durststrecke für Familien ist vorbei.
Für die Eltern bedeutet die neue Entspannung bei der Platzsituation, dass sie nicht mehr nehmen müssen, was sie kriegen, sondern dass sie eine echte Wahlfreiheit haben. „Eltern wählen eine Kita stärker nach eigenen Qualitätsaspekten aus“, so Rohling.
Es ist nur einige Jahre her, dass manche Eltern von Ein- und Zweijährigen sich sogar gegen eine Tagesmutter oder einen Tagesvater entschieden, weil sie fürchteten, dass ihr Kind anschließend in keinem Kindergarten mehr unterkommen würde.
Um 2020 herum kämpften deshalb viele Tageseltern mit kurzfristigen Absagen. Sie sind für diejenigen Familien eine gute Wahl, die ein schüchternes Kind haben oder sich einfach einen familiäreren Betreuungsrahmen wünschen. Dort allerdings ist die Zahl der Plätze um rund 40 gesunken. 25 Tagespflegepersonen haben 2024 aufgehört, fünf fingen in Osnabrück neu an.
Aus der aktuellen Kita-Planung geht auch hervor, dass die Stadt Ende 2025 eine Versorgungsquote von 100 Prozent bei den Drei- bis Fünfjährigen erreicht haben wird. Und bei den Ein- und Zweijährigen hat die Stadt ihr selbstgestecktes Ziel einer Versorgungsquote von 70 Prozent erreicht.
Das heißt aber nicht, dass nun keine weiteren Kitaplätze mehr gebaut werden. Die Zahl der Ein- und Zweijährigen soll laut aktueller Hochrechnungen nämlich bis 2030 auf 3050 steigen. Am 1. Oktober 2024 lebten in Osnabrück laut Melderegister 2773 Ein- und Zweijährige. Es werde also „sportlich“, so Rohling.
Noch eine gute Nachricht: Die Zahl der Kinder über fünf Jahre, die eigentlich schon eingeschult werden könnten, von ihren Eltern aber zurückgestellt werden, ist wieder auf das Niveau von vor der Corona-Pandemie gesunken.
2023 seien es noch knapp 20 Prozent des Jahrgangs gewesen, die im Kindergarten geblieben sind, so Rohling. Es war eine sichtbare Folge der Belastungen, die die Kinder während Corona mitmachen mussten.
Wolfgang Beckermann, Vorstand für Bildung, Kultur und Familie in der Osnabrücker Stadtverwaltung, sagte, für die Wahlfreiheit und eine gute Versorgung mit Kindergartenplätze wäre eine Versorgungsquote von 102 bis 103 Prozent wünschenswert.
Er mahnte aber auch, dass es in Deutschland mittlerweile Städte mit einem zu hohen Platzüberschuss gibt. In Potsdam etwa ist nach Angaben des RBB ein Viertel aller Kitaplätze frei. In Osnabrück gehe es nun verstärkt um Modernisierung und Qualitätsverbesserung, so Beckermann.