Vechta Vierlinge dürfen nach zwei Monaten im Hospital nach Hause: So geht es den Frühchen heute
Vierlinge kommen gesund nach Hause: Die seltene Geburt in Vechta sorgt für großes Staunen. Nach Monaten im Krankenhaus können Anais und Geschwister nun in ihr neues Zuhause bei Emden einziehen. Glück und Herausforderung erwarten sie.
Vasilica-Florentina Imbrea ist aufgeregt. Es geht endlich nach Hause. Auf diesen Moment hat sich die 22-Jährige zwei Monate gefreut. Am 11. Februar waren ihre vier Kinder Anais Rebeca, Eric Gabriel, Patrick Mathias und David Cristian im Vechtaer Marienhospital zur Welt gekommen – viel zu früh. Bis jetzt mussten die Vierlinge in der Klinik bleiben. Am Donnerstag wird der Vater zusammen mit dem großen Bruder Dominik (2) die Kleinen mitsamt ihrer Mutter abholen und in die neue, größere Wohnung vor den Toren der Stadt Emden bringen. Vasilica-Florentina Imbrea freut sich auf die Zeit mit den Babys in den eigen vier Wänden: „Es wird hart, aber wunderschön“, sagt sie.
Die Geburt der Kinder war eine Sensation. Statistisch gesehen werden in Deutschland nur einmal im Jahr Vierlinge geboren – also bei einer von mehr als 600.000 Geburten. Die Geschwister waren bundesweit in den Medien.
Vasilica-Florentina Imbrea lebt eigentlich mit ihrer Familie in Ostfriesland. Genauer: in Emden. Die Geburt in Vechta war aber kein Zufall. Als sie vorzeitige Wehen bekam, verlegten die Ärzte in Aurich sie ins Marienhospital. Der Geburtstermin sollte eigentlich erst am 19. April sein. Die Kleinen waren mehr als 2 Monate zu früh dran. Für die Entbindung kam also nur ein auf Frühchen spezialisiertes Krankenhaus infrage. Das Marienhospital erfüllt die hohen Anforderungen – eine besondere Kombination aus Gynäkologie und Kinderklinik mit Frühchen-Intensivstation.
Die Entbindung ging glatt. Allerdings hatte die Mutter vor der Geburt nur mit drei Kindern gerechnet. Das vierte war eine Überraschung im Kreißsaal. Eine Schwester half mit der Idee für einen zusätzlichen Namen.
Seit dem 11. Februar hat sich viel getan. Die Geschwister hatten damals ein Geburtsgewicht zwischen 1120 und 1480 Gramm, waren nur etwas mehr als handgroß und mussten beatmet werden. Ihre Lunge war noch nicht ganz ausgereift. Inzwischen haben die Anais Rebeca, Eric Gabriel, Patrick Mathias und David Cristian ihr Gewicht mehr als verdoppelt, wiegen jetzt zwischen 2420 und 3150 Gramm.
Die leitende Oberärztin Christiane Mayer ist auf Frühchen spezialisiert und hatte die Vierlinge in den vergangenen 2 Monaten gut im Blick. Und sie ist zufrieden. Die Kinder seien fit und gesund. Sie könne die Kleinen guten Gewissens nach Hause entlassen. Allerdings bedeutet das für ihr Team auch einen Abschied.
Vasilica-Florentina Imbrea war nach der Geburt mit ihrem 2-jährigen Sohn in eines der Elternbegleithäuser unweit der Klinik gezogen, um täglich bei den Vierlingen sein zu können. Der Vater ging in Emden wie gewohnt weiter zur Arbeit.
Eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus stand für die Familie trotz der Entfernung nicht zur Debatte. Die Bedingungen in Vechta seien sehr gut gewesen, sagt die 22-Jährige. Eine Krankenhaus-Tagesmutter kümmerte sich um den großen Bruder. Dominik habe sich sehr wohlgefühlt, sagt Imbrea. Er habe den ganzen Tag gelacht. Sie konnte sich um die Vierlinge kümmern und sei ständig vom Team der Kinderklinik umgeben gewesen. Sie fühlt sich gut vorbereitet auf die Zeit ohne die Schwestern.
Ihr Mann hatte die vergangenen 2 Monate genutzt, um eine größere Wohnung für die Familie zu finden. In der alten reichte der Platz für sieben Personen nicht mehr aus. Sie komme ja auch mit mehr Kindern nach Hause, als erwartet. Die Vierlinge können direkt in das neue Domizil einziehen.
Der Mutter fällt es leicht, ihre Vierlinge auseinander zu halten. Die Kinder sähen ja völlig unterschiedlich und seien völlig unterschiedliche Charaktere, sagt Vasilica-Florentina Imbrea.
Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Nachrichtenportal OM-Medien in Vechta.