Wieder Panne beim Abitur  Auricher Abiturienten müssen keine Nachteile fürchten

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 02.04.2025 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit Montag laufen die schriftlichen Abiturprüfungen in Niedersachsen. Foto: DPA
Seit Montag laufen die schriftlichen Abiturprüfungen in Niedersachsen. Foto: DPA
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Schon wieder gab es beim niedersächsischen Zentralabitur Pannen. Beim ersten Prüfungsfach Erdkunde gab es gleich drei Korrekturen. Was das für die Schüler bedeutet.

Aurich - Erneut hat es eine Panne bei den Abiturprüfungen in Niedersachsen gegeben. In den Erdkundeklausuren, die am Montag dieser Woche geschrieben wurden, sind in einer Aufgabe Zahlen vertauscht worden. Landesweit könnten Tausende Schülerinnen und Schüler betroffen sein. Auch in Aurich mussten die Prüflinge mit den fehlerhaften Unterlagen zurechtkommen.

Was war passiert? Bei einer Aufgabe, in der es um die Exporte und Importe des Senegals ging, waren Zahlen vertauscht worden. So kam das westafrikanische Land plötzlich zu einem Exportüberschuss. Abiturienten, die diese Aufgabe gewählt hatten und mit den Zahlen rechneten, kamen zwangsläufig zu falschen Ergebnissen.

Drei Fehler in Erdkundeklausuren

Das sei nicht schlimm, sagt das Kultusministerium. Denn die Aufgabe sei auch mit den falschen Zahlen lösbar gewesen. Eine Einschätzung, die Rüdiger Musolf, Schulleiter des Auricher Gymnasiums Ulricianum, nach Rücksprache mit den zuständigen Prüfern teilt. „Die Aufgabe konnte sinnvoll bearbeitet werden.“ Denn es komme mehr auf die angewandte Methodik an. Das Ministerium habe zudem angewiesen, dass Schlüsse, die auf den falschen Zahlen beruhten, nicht negativ gewertet werden dürften.

Die Zahlen für den Senegal sind nicht der erste Fehler, der im Zusammenhang mit den Erdkunde-Klausuren im Zentralabitur aufgetaucht ist. Laut Musolf gab es bereits am Freitag voriger Woche, also vor der Prüfung, zwei Korrekturen für die Erdkundeklausur. „Die konnten wir den Abiturienten am Montag vor Prüfungsbeginn noch mitteilen.“ Das sei beim dritten Fehler nicht mehr möglich gewesen.

Einheitliche Standards bei Klausuren

Im vorigen Jahr hatte es Aufregung beim schriftlichen Abitur im Fach Politik gegeben. Weil in einer Schule in Goslar eingebrochen worden war, konnten die Aufgaben landesweit nicht mehr verwendet werden. Dennoch wurde die Klausur zunächst an einigen Schulen begonnen. In diesem Jahr gibt es laut Ministerium bessere Notfallpläne, mit denen insbesondere die Kommunikation verbessert werden soll. So soll verhindert werden, dass Abiturienten, die sowieso unter Druck stehen, eine Klausur ein zweites Mal schreiben müssen.

Fünftklässler übergaben in der vorigen Woche die letzten regulären Zeugnisse an die Abiturienten. Foto: IGS Aurich
Fünftklässler übergaben in der vorigen Woche die letzten regulären Zeugnisse an die Abiturienten. Foto: IGS Aurich

Neben Erdkunde sind in den Fächern Kunst, Biologie, Physik und Chemie die Klausuren noch vor den Osterferien an der Reihe. Dann geht es am 23. April mit Geschichte, Spanisch und Griechisch weiter. Abiturientinnen und Abiturienten erhalten laut einer Mitteilung des niedersächsischen Kultusministeriums landesweit einheitliche schriftliche Prüfungsaufgaben. Bereits seit 2006 gibt es in Niedersachsen das Zentralabitur. Die Aufgaben entsprechen den Standards der Einheitlichen Prüfungsanforderungen der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie den bundesweit geltenden Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Erstmals gelten für den Prüfungsdurchgang 2025 auch für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik die KMK-Bildungsstandards.

Fünftklässler überreichen Zeugnisse an Abiturienten

In der IGS Aurich wurden die Abiturienten von den Fünftklässlern in die Klausurenphase geleitet. Die jüngsten Schülerinnen und Schüler haben den Schulkameraden aus dem 13. Jahrgang ihr letztes reguläres Zeugnis für das zweite Halbjahr überreicht. Das teilte die Schule jetzt mit.

Symbolisch begleiten auf diese Weise die jüngsten IGS-Schüler ihre ältesten Schulkameraden ins Erwachsenenleben. Diese hatten sich in der vorigen Woche noch einmal ganz und gar nicht erwachsen verhalten. Denn traditionell stand zum Ende der regulären Schulzeit die Mottowoche an. Jeden Tag erschienen die Absolventen in anderen Kostümen. Mit „Kindheitshelden“, „Ich dachte, wir gehen heute zu...“ und anderen Themen zogen sie kostümiert durch die unteren Jahrgänge und sorgten dort für viel Spaß.

Die jüngsten und die ältesten Schülerinnen und Schüler der IGS Aurich auf einem Bild. Foto: IGS Aurich
Die jüngsten und die ältesten Schülerinnen und Schüler der IGS Aurich auf einem Bild. Foto: IGS Aurich

Vor gut zwei Wochen hatten sich die Fünftklässler und die Abiturienten zu einer ersten Begegnung getroffen, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich auf die Zeugnisübergabe vorzubereiten. Diese Begegnung sei ein schöner Moment des Austauschs und des Aufeinandertreffens der jüngeren und älteren Schülerinnen und Schüler gewesen, sagt Ellen Röttger, Koordinatorin der Oberstufe an der IGS Aurich.

Die feierliche Übergabe der Zeugnisse war denn auch von einer positiven Atmosphäre geprägt, begleitet von Applaus und einer letzten Begegnung der Abiturienten mit ihren Tutoren. Als kleine Geste der Dankbarkeit und um die jüngeren Jahrgänge zu ermutigen, auch ihren Weg zu gehen, erhielten die Fünftklässler ihrerseits ein kleines Dankeschön. „Das ist eine schöne Erinnerung daran, dass die IGS Aurich nicht nur eine Schule des Wissens ist, sondern auch eine, die Werte wie Respekt und Unterstützung lebt“, so Röttger.

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