Preview mit Klaus-Peter Wolf Gute Laune und tödliche Rapsfelder bei Film-Premiere von Ostfriesenfluch
Bei der Premiere von Ostfriesenfluch in Norden wurde gelacht und gezittert. Fans feierten Klaus-Peter Wolf, genossen die Nähe zum Autor und erlebten einen Krimi, der unter die Haut geht.
Norden - In den richtigen Momenten wurde gelacht, zwischendurch gemeinsam der Atem angehalten und am Ende viel applaudiert: Die Filmpremiere von Ostfriesenfluch im Forum der Kreisvolkshochschule (KVHS) Norden war aus Sicht von Erfolgsautor Klaus-Peter Wolf und Schiwago-Producer Simon Grohe ein voller Erfolg. Die Zuschauer genossen nicht nur den Film, sondern vor allem auch die Nähe zu ihrem Idol.
Schon lange vor Beginn der ersten Vorstellung warteten die treuen Fans von Klaus-Peter Wolf vor der Tür – zum einen, um die besten Plätze zu ergattern, zum anderen, um Geschenke an ihren Lieblingsautor zu übergeben. Denn ohne das kommt kein Zusammentreffen von Fans und Autor mehr aus. Der eine überreichte Wolf ein Fotobuch über seinen Dreh auf dem Seenotretter, deren Botschafter Wolf seit Neuestem ist. Der andere viel Schokolade versehen mit gemeinsamen Fotos. Und Klaus-Peter Wolf? Der weiß, was seine Fans wollen, und genoss das Bad in der Menge sichtlich.
Tötung im Rapsfeld zum Beginn
Dann aber wurde es düster und überhaupt nicht fröhlich. Denn der neue Ostfriesenfluch beginnt mit einer Tötung im Rapsfeld, sorgt für beklemmende Gefühle als Frauen in Ostfriesland auf mysteriöse Weise verschwinden und lockt die Zuschauer durch verschachtelte Beziehungen zunächst auf die falsche Fährte. Schwer zu ertragen wird es für einige, als dann auch noch ein Kind verschwindet. Der Film wird am Sonnabend (5. April) um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt und ist schon jetzt in der Mediathek verfügbar. Die TV-Krimireihe handelt von Ermittlungen der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihrem Team rund um Norden und basiert auf der Bücherreihe „Ostfriesenkrimis“ vom Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf.
Das Besondere an einer solchen Filmpremiere in Norden: Immer wieder sind Schauspieler und Mitwirkende der Schiwago Film Produktion dabei. Producer Simon Grohe führte durch den Abend – und das, obwohl das Team gerade mitten in den Dreharbeiten für den nächsten Ostfriesenkrimi steckt. Er richtete zunächst seinen Dank an die Norder und alle Ostfriesen. „Wir sind hier Gäste und werden immer wieder empfangen. Und wir kommen nicht weit, wenn wir die Unterstützung der Menschen hier nicht haben. Das fängt bei den Drehorten an, geht über die Komparsen bis hin zur Unterstützung bei den vielen Kleinigkeiten, die nicht funktionieren würden ohne Menschen vor Ort, die auch nachts noch Ideen für Lösungen haben“, so Grohe.
Producer war vom Publikum überrascht
Mehr als 200 Gäste waren zu den beiden Vorstellungen nach Norden gekommen. Neben zahlreichen auswärtigen Gästen freute sich das Organisationsteam vom Tourismus-Service Norden-Norddeich diesmal aber auch über viele Einheimische. Wie zum Beispiel die Schwestern Jana Apetz und Maren Apetz-Stumpf. „Es war sehr spannend“, sagten die beiden. Ein wenig Angst sei auch dabei gewesen. Sie kennen alle Verfilmungen und sind der Meinung: Die Filme werden immer spannender. „Der Krimi ist nicht durchschaubar“, sagte Maren Apetz-Stumpf. Beide waren mit dem Abend sehr zufrieden. Evelyn und Fritz Schworck kommen aus Leverkusen, leben aber seit 2020 in Hage. „Wir hatten Glück, weil eine Bekannte noch zwei Karten übrig hatte“, sagte Fritz Stumpf. Die Bücher von Wolf kennt das Ehepaar zwar nicht, wohl aber alle Verfilmungen.
Producer Simon Grohe wurde vom Publikum am Abend überrascht. „Es wurde an Stellen gelacht, wo ich gar nicht so einen Witz gedacht hatte“, sagte er. Die Reaktionen seien aber vor allem „toll“ und „sehr bestätigend“ gewesen. Klaus-Peter Wolf ging es ähnlich. „Ich habe gemerkt, wie es mich immer noch packt, obwohl ich den Film schon so oft im Prozess gesehen habe“, sagte er vor dem Publikum. Immer wenn er ein Buch schreibt, gebe es die Sorge, was damit im Film gemacht werde, gestand Wolf. „Wenn ich das jetzt sehe, bin ich sehr froh, dass wir so miteinander arbeiten“, so der Autor. Mittlerweile sehe er beim Schreiben sogar Picco von Grothe als Ann Kathrin Klaasen vor seinem inneren Auge. Das sei früher nicht so gewesen. Und fast habe er ein schlechtes Gewissen, wenn er seiner literarischen Figur und damit später Picco von Grothe „So etwas fürchterliches“ antue. Die so angesprochene ermunterte den Autor aber, weiterzumachen. „Du musst gar kein schlechtes Gewissen haben. Je schlimmer es ist, desto mehr Spaß macht es ja eigentlich für mich zu spielen. Lass dich nicht bremsen, nur zu“, sagte sie.