Hamburg Im Supermarkt hinter Plexiglas: Wird Kaffee jetzt zum Luxusgut?
In den sozialen Netzwerken berichten Nutzer immer wieder von einem neuen Phänomen: Kaffee, der nun sicher hinter Plexiglas verschlossen steht. Wird Kaffee so teuer, dass er jetzt wie Luxusgüter behandelt werden muss?
Viele Menschen beginnen ihren Tag morgens mit einer Tasse Kaffee. Aber können sich das noch alle leisten oder wird Kaffee zum Luxusgut? Einige Supermärkte scheinen das Produkt als solches zu behandeln: Nutzer berichten in sozialen Medien, dass Kaffee in Supermärkten hinter Plexiglas verschlossen wird.
Kaffee ist im Februar auf ein neues Preisniveau gestiegen. Der Durchschnittspreis für ein Pfund Kaffeebohnen stieg in dem Monat im Welthandel auf circa 354 US-Cent, wie aus der Statistagrafik hervorgeht. Im Vorjahr lag der Preis noch bei 182 US-Cent.
In den letzten Monaten seien „die Preise für Rohkaffee um 72 Prozent gestiegen“, so Arnd Liedtke, Direktor Unternehmenskommunikation bei Tchibo. Das Unternehmen habe daraufhin im Februar seine Preise angepasst.
Die Hauptursache ist das Wetter. 2024 litt Brasilien, der größte Kaffeeproduzent weltweit, unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten. Arabica-Kaffee stammt zum Großteil aus Brasilien.
Neben Arabica ist Robusta die am meisten verkaufte Kaffeesorte. Sie stammt aus Vietnam, welches wie Brasilien im vergangenen Jahr unter starker Dürre litt, was zu der schlechtesten Ernte der letzten Jahre führte.
Nun scheinen die gestiegenen Preise in einigen Supermärkten dazu geführt zu haben, dass sie ähnlich wie Alkohol oder andere Luxusgüter hinter Glas verschlossen werden, wie Nutzer unter anderem auf der Plattform X berichten:
Auf Nachfrage unserer Redaktion teilten jedoch sowohl Edeka als auch Aldi mit, dass sie ihre Kaffeeprodukte nicht hinter Glas sichern. Eine Rewe-Sprecherin erklärte, dass die einzelnen Märkte individuell entscheiden, „ob und in welchem Maß Lebensmittel zur Diebstahl-Prävention gesichert werden.“ Ob vereinzelte Rewe-Märkte auch Kaffee hinter Glas vor Diebstahl schützen, ist deshalb nicht bekannt. Einzig die Lidl-Kette bestätigte, dass sie neben Alkohol und Kosmetik auch Kaffee hinter Glas stellen.
Alle vier Ketten konnten jedoch die Angst vor Lieferengpässen nehmen: Diese konnten sie bisher nicht feststellen und erwarteten diese auch nicht.