Baustart für Sportanlagen Baggern für den neuen Sportplatz in Marienhafe
In Marienhafe begannen am Donnerstag die ersten Arbeiten für den Bau der neuen zentralen Sportstätte. Derweil nimmt im Hintergrund der juristische Streit über das Projekt an Fahrt auf.
Marienhafe - Start für den Bau der neuen zentralen Sportstätte in Marienhafe: Ungeachtet der Widerstände von Naturschützern ist am Donnerstag auf der grünen Wiese am Tjücher Moortun mit den ersten Erdarbeiten begonnen worden.
Ein Bagger eines Unternehmens aus Blomberg, der dort schon seit einer Woche geparkt war (wir berichteten), entfernte Teile der Grasnarbe in dem Bereich, in dem ein Regenrückhaltebecken entstehen soll. Zuvor hatte ein Mitarbeiter eines Norder Planungsbüros das Gelände markiert.
Widerspruch gegen Baugenehmigung
Unterdessen nimmt im Hintergrund die juristische Auseinandersetzung an Fahrt auf. Der Naturschutzbund (Nabu) hat Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, die der Landkreis Aurich der Samtgemeinde Brookmerland erteilt hatte (wir berichteten). Der Widerspruch sei am 17. März bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde eingegangen, bestätigte Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels. Mit Schreiben vom 24. März sei die von Nabu-Anwälten beantragte Akteneinsicht gewährt worden. Laut Müller-Gummels sollen die Akten in Kürze übermittelt werden. Nach Eingang der Begründung des Widerspruchs werde die Untere Bauaufsichtsbehörde die vorgebrachten Belange prüfen und darüber befinden, hieß es.
Auf die Arbeiten vor Ort hat der Widerspruch zunächst keine Auswirkungen. Verwaltungsjuristen sprechen von der fehlenden aufschiebenden Wirkung. Die hätte nur einen einstweiligen Rechtsschutz. Den wird der Nabu-Landesverband Niedersachsen laut seinem zuständigen Naturschutzreferenten Frederik Eggers voraussichtlich als nächstes beantragen. Ein Gericht könnte dann die Bauarbeiten stoppen.
Eggers erfuhr am Donnerstag durch die ON-Anfrage vom Baustart in Marienhafe und zeigte sich überrascht. Vereinbart sei gewesen, dass der Baubeginn angezeigt werden sollte, was nicht geschehen sei.
Bei der Verwaltungsspitze der Samtgemeinde Brookmerland stößt der anhaltende Widerstand gegen den Bau der mehr als sieben Millionen Euro teuren Sportstätte in Marienhafe auf Unverständnis. In der Jahresversammlung von TuRa Marienhafe Mitte März sagte Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD), er frage sich, warum Teile der Politik immer noch dagegen seien und alles versucht und unternommen werde, das Projekt zu Fall zu bringen. „Das kann doch nicht das Problem sein, dass wir uns politisch diese Dinge um die Ohren hauen.“
Zuversichtlicher Verwaltungschef
Bei dem Treffen hielt der Verwaltungschef ein Papier hoch, bei dem es sich nach seinen Angaben um die Baugenehmigung für den Sportplatz handelte. Ihmels zeigte sich vor den Sportlern betont zuversichtlich: „So viel zum Thema er kommt nie. Er kommt“, sagte er. Auch verteidigte er die aus Sicht von Kritikern zu hohen Kosten. „Warum nicht vernünftig machen?“, fragte Ihmels und verwies beispielhaft auf die 2016 abgeschlossene Sanierung der Kurt-Knippelmeyer-Halle, in die die Samtgemeinde nach eigenen Angaben 3,5 Millionen Euro investiert hat. Hätte man sich damals dagegen entschieden, „würden wir heute nicht über Picke (Haftmittel für Handballer, Anm. d. Red.), sondern darüber reden, ob Norden, Emden oder sonst wer uns noch in seinen Hallen spielen lassen würde.“
Auch TuRa-Vorsitzender Peter Adena mahnte die Mitglieder seines Vereins zur Geschlossenheit und forderte Unterstützung für das Bauvorhaben. „Wer anders denkt, kann den Weg nicht mit uns gehen. Der muss sich dann einen anderen Verein suchen“, sagte er.
Bisher noch unveröffentlicht ist scheinbar der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nummer 0228, den der Rat der Gemeinde Marienhafe im Januar beschlossen hatte. In den seither veröffentlichten Ausgaben des Amtsblatts findet sich darauf kein Hinweis. Die Veröffentlichung des Bebauungsplans sei von der Gemeinde zu veranlassen, erklärte dazu Landkreissprecher Müller-Gummels.