Zusammenschluss von acht Vereinen Ein neuer Kunstrasenplatz für die Stadt Aurich soll her
Das Gedränge auf dem Auricher Kunstrasenplatz ist groß. Deshalb hat sich eine Interessengemeinschaft aus acht Vereinen an die CDU/FDP-Stadtratsfraktion gewandt und einen zusätzlichen Platz gefordert.
Aurich - Jeder Fußballer in Aurich und Umgebung kennt das Problem in den Wintermonaten. Training ist auf den geschundenen Fußballplätzen oft nicht möglich, die wenigen Kunstrasenplätze wie bei der Sportvereinigung Aurich sind fast durchgängig belegt. Die kleineren Stadtvereine wollen in der Vorbereitung nicht länger improvisieren und haben sich deswegen zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Das Ziel: ein weiterer Kunstrasenplatz in der Stadt Aurich. Die Stadtratsfraktion CDU und FDP hat sich dieser Idee angenommen und mit der Interessengemeinschaft einen Antrag formuliert. Noch haben die Fraktionen darauf nicht reagiert. „Vielleicht ist das die Angst vor den hohen Kosten“, vermutet CDU-Fraktionsvorsitzender Arnold Gossel.
Der Ratspolitiker aus Middels hatte als Vorsitzender des TuS Middels vor 15 Jahren schon einmal versucht, ein Projekt „Kunstrasen“ anzuschieben. Damals scheiterte die Idee an den Kosten und vor allen Dingen an der Frage, wo ein solcher Platz entstehen könnte. Darüber haben sich die Interessengemeinschaft unter Führung von Walter Koltermann und die CDU/FDP-Ratsfraktion bereits Gedanken gemacht. „Als möglicher Standort für den neuen Kunstrasenplatz kämen das ehemalige Kasernengelände, der Sportplatz bei der Freien Waldorfschule in Sandhorst oder bei der Grundschule in Plaggenburg in Betracht. Die Vereine würden auch einem völlig neuen Standort positiv gegenüberstehen“, sagt Gossel.
Kaserne ein möglicher Standort
Der SV Wallinghausen, der SC Wiesens, die SG Egels-Popens, der TuS Sandhorst, der SC Tannenhausen, Komet Walle, Eintracht Plaggenburg und der TuS Middels haben sich vor einigen Monaten zu der Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sprecher ist Walter Koltermann von Eintracht Plaggenburg. „Es ist schon außergewöhnlich, dass sich so viele Vereine zusammengeschlossen haben“, sagt Gossel. Bislang verfüge die Stadt Aurich nur über einen großen Kunstrasenplatz am Ellernfeld, der aber die meiste Zeit von der SpVg und der Jugendherberge beansprucht werde. „Den genannten Vereinen steht der Platz nur in Ausnahmefällen zur Verfügung“, so der CDU-Politiker.
Für die Vereine hätte eine neue Fläche einen entscheidenden Vorteil. Der Spiel- und Trainingsbetrieb könnte viel verlässlicher gestaltet werden. Die hohen Errichtungskosten würden jedoch die finanziellen Möglichkeiten der Sportvereine bei Weitem übersteigen. „Deswegen ist eine Förderung durch Stadt, Land und weiteren Institutionen unerlässlich“, so Gossel.
Zuschüsse sind notwendig
Dafür ist der Fuß bereits in der Tür. CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Buschmann arbeitet schon länger daran, die Sportstätten der Stadt Aurich im Allgemeinen zukunftsfähig zu gestalten. Der Auricher Schüler Len Holzhausen hatte vor Monaten mit einer Petition öffentlichkeitswirksam auf die Herausforderungen der Jugend im Bereich der Sportstätten hingewiesen. Wie gut, dass auf Landesebene aktuell ein Sanierungsprogramm für Sportstätten entwickelt wird. Zwar liegt der Fokus dort zurzeit auf Schwimmstätten, doch die Fraktion sieht darin eine Gelegenheit, auch für weitere Sportarten Mittel zu mobilisieren.
Doch erst einmal soll das Projekt „Kunstrasenplatz“ priorisiert werden. „Dafür muss Bürgermeister Horst Feddermann einladen und alle Parteien an einen Tisch bringen. Dort können Möglichkeiten für Zuschüsse und einen Standort ausgelotet werden. Doch auch die Vereine werden ihren Beitrag leisten müssen“, wünscht sich Gossel.
Die Vereine der Interessengemeinschaft wären froh über eine neue Trainings- und Spielstätte im Stadtgebiet. „Es muss aber auf neutralem Boden sein. Dort, wo sich jeder Verein wiederfindet. Es wäre gut, wenn Flutlicht und Kabinen vorhanden wären“, so Gossel.