Neues Altenheim in Aurich  Awo plant in Popens einen Rundbau mit 100 Zimmern

Heino Hermanns
|
Von Heino Hermanns
| 20.03.2025 07:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Rund soll das neue Hermann-Bontjer-Haus werden. Grafik: Awo Weser-Ems
Rund soll das neue Hermann-Bontjer-Haus werden. Grafik: Awo Weser-Ems
Artikel teilen:

Seit über 60 Jahren gibt es das Awo-Altenheim in Popens. Nun soll es durch einen Neubau ersetzt werden.

Aurich - Ein neues Altenheim soll in den kommenden zwei Jahren in Popens entstehen. Denn die Awo Weser-Ems plant einen Ersatzbau für das bestehende Hermann-Bontjer-Haus. Errichtet werden soll laut einer Mitteilung ein Rundbau auf einem dreieckigen Grundstück zwischen der Popenser Straße und der Marie-Juchacz-Straße. Voraussichtlich 2027 wird das neue Heim bezugsfertig sein.

Bereits vor vier Jahren wurden laut Awo-Sprecher Marc Geschonke erste Konzepte für einen modernen und außergewöhnlichen Bau in Aurich erstellt. Denn die bisherige Einrichtung sei zwar zweckmäßig aufgestellt und nach mehr als einem halben Jahrhundert vor Ort auch ein echtes Urgestein in Popens, entspreche aber allein aufgrund ihres Alters dann aber kaum mehr heutigen Ansprüchen. Im Jahr 2012 wurde dort das 50-jährige Bestehen gefeiert.

100 Einzelzimmer geplant

In den 1960er-Jahren habe es sicher noch ganz andere Anforderungen an ein Altenheim gegeben, wird Thomas Elsner, Vorstandsvorsitzender der Awo Weser-Ems, zitiert. Aber nicht nur wegen der heutigen pflegerischen Anforderungen würde der Neubau geplant. Es gelte auch, die Anforderungen und Erwartungen der Bewohner zu erfüllen.

Die Häuserreihe liegt an der Marie-Juchacz-Straße. Ihnen gegenüber wird das neue Awo-Heim gebaut. Foto: Heino Hermanns
Die Häuserreihe liegt an der Marie-Juchacz-Straße. Ihnen gegenüber wird das neue Awo-Heim gebaut. Foto: Heino Hermanns

Für Aurich bedeutet dies unter anderem: Weg vom Doppel-, hin zum großzügigen Einzelzimmer. Davon soll es in dem Rundbau rund 100 geben mit einer Größe von jeweils 25 Quadratmetern inklusive barrierefreiem Duschbad. Auf drei Geschossen liegen die Zimmer, in jedem Stockwerk soll es Gemeinschaftsflächen geben. Inmitten des Rundbaus ist ein viereckiger Lichthof geplant. „Unter dem rein pflegerischen Aspekt bringt dieses Gebäude viele Vorteile mit sich“, sagt dazu Susanne Ohlf, seit 2023 Einrichtungsleiterin im Hermann-Bontjer-Haus. Denn die Geometrie des Hauses ermögliche einerseits kurze Wege für eine ökonomischere Arbeitsorganisation, andererseits können sich demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner mit Hinlauftendenzen in dem Neubau auch frei bewegen. Durch die harmonische Ausgestaltung und das synergetische Miteinander im dann neuen Betrieb werden hier aber auch ganz bestimmt besondere Gemeinschaftsgefühle bei allen Beteiligten freigesetzt werden.

Grundstein wird in diesem Jahr gelegt

Bei den sogenannten Hinlauftendenzen würden Betroffene sich auf den Weg machen zu einem erhofften Ziel oder zu einer mutmaßlich zu erledigenden Aufgabe. Diese Fehleinschätzung, kombiniert mit Bewegungsdrang, könne ein Risiko darstellen, wenn sich die Person von der Einrichtung entfernt, heißt es in der Mitteilung. Der geplante Ringbau mindere diese Gefahr deutlich.

Auch ökologisch lohne sich der Neubau. Denn es würden die Anforderungen von KFW40-Energieeffizienzgebäuden eingehalten. Wärmepumpen, Geothermie und Photovoltaik sollen für die nötige Energie sorgen. Die notwendigen Finanzierungs- und Refinanzierungszusagen zum Bau liegen laut Mitteilung vor, sodass der Bauantrag zeitnah erfolgen soll. Noch in diesem Jahr soll daher der Grundstein für das neue Gebäude mit 5000 Quadratmetern Fläche gelegt werden.

Optionen für Altbau werden geprüft

Am Mittwoch dieser Woche wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hermann-Bontjer-Hauses über die weitere Planung informiert. „Ich bin sehr glücklich, dass wir in nun absehbarer Zeit allen Beteiligten ein Mehr an Qualität und Möglichkeiten bieten können – das motiviert zusätzlich, die bestmögliche Bewohnerversorgung in Einklang mit der Wirtschaftlichkeit zu bringen, um der Einrichtung eine sichere Zukunftsperspektive zu ermöglichen“, so Ohlf.

Seit über 60 Jahren gibt es das Awo-Altenheim in Popens. Foto: Romuald Banik
Seit über 60 Jahren gibt es das Awo-Altenheim in Popens. Foto: Romuald Banik

Unklar ist derzeit noch, was mit dem bestehenden, mittlerweile über 60 Jahre alten Bau passieren wird. Es würden verschiedene Möglichkeiten geprüft, sagt Geschonke auf Nachfrage unserer Redaktion. Davon sei allerdings noch keine spruchreif.

Derzeit verfügt das Hermann-Bontjer-Haus in Aurich über rund 110 Plätze für Seniorinnen und Senioren in 72 Einzel- und 19 Doppelzimmern. Da Pflege keine Frage des Alters ist, sind auch jüngere Menschen mit Pflegebedarf in der Einrichtung daheim. Es gibt Gäste-Appartements für Angehörige in Ausnahmesituationen, auch ein Probewohnen ist vor dem Einzug möglich. Das Haus ist direkt an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs angebunden und damit sehr gut erreichbar.

Ähnliche Artikel