Hannover  NBank erreicht Förderrekord in 2024: Welche Projekte besonders profitierten

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 20.03.2025 09:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Förderbank des Landes Niedersachsen, die NBank, hat ihre Geschäftszahlen für 2024 vorgelegt. Foto: dpa/Moritz Frankenberg
Die Förderbank des Landes Niedersachsen, die NBank, hat ihre Geschäftszahlen für 2024 vorgelegt. Foto: dpa/Moritz Frankenberg
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Die NBank bricht 2024 mit 1,68 Milliarden Euro ihren Förderrekord. Wer neben Infrastrukturprojekten und Wohnungsbau noch profitierte – und ob es künftig eine Kapitalaufstockung geben wird.

Die Förderbank des Landes Niedersachsen, die NBank, hat 2024 rund 21.000 Förderungen mit einem Volumen von rund 1,68 Milliarden Euro bewilligt. Es handele sich um das höchste Volumen in der Geschichte der Bank, sagte Staatssekretär Frank Doods, Verwaltungsratsvorsitzender der NBank. Im Vorjahr waren knapp 1,42 Mrd. Euro in Niedersachsens Wirtschaft, Infrastruktur und Arbeitsmarkt geflossen. Allerdings lag 2023 die Zahl der Bewilligungen bei 27.000.

Im Kreditbereich sei das Neugeschäft mit kommunalen Infrastrukturkrediten stark gewachsen, sagte NBank-Vorstandschef Michael Kiesewetter am Mittwoch in Hannover. Mit rund 360 Millionen Euro sei das Ziel von 300 Mio. Euro deutlich übertroffen worden. Das Geld floss in Kitas, Schulen oder neue Radwege. Unter den Projekten sei auch das Lokviertel in Osnabrück. Um Niedersachsens Infrastruktur voranzutreiben, habe die NBank rund 710 Mio. Euro bewilligt – 42 Prozent mehr als im Jahr 2023. Mit 120 Mio. Euro an Zuschüssen hat das Land über die NBank in den Glasfaserausbau in den ländlichen Raum investiert. Hier habe unter anderem der Landkreis Osnabrück profitiert.

Die Förderbank bewilligte zudem den Bau und die Sanierung von 2.341 Wohnungen – knapp 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich gestiegen sei die Zahl der Wohnheimplätze für Azubis und Studierende: von rund 190 auf 530. Außerdem konnten 234 Wohnungen in der Mietpreisbindung gehalten werden.

Im Geschäftsjahr 2024 stellte die NBank den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Niedersachsen rund 404 Mio. Euro im Bereich Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Hinter dieser Fördersumme verbergen sich rund 1.571 Einzelfälle. Mehr als die Hälfte der Summe, rund 206 Millionen Euro, ist laut Doods im vergangenen Jahr in die Förderung einzelner Projekte geflossen. Der größte Teil der Summe werde in den Bau dreier neuer Liegeplätze in Cuxhaven fließen, die vor allem für den Umschlag von Windkraftanlagen ausgerichtet sind.

Diskussionen gab es im Vorjahr über das Programm „Niedersachsen Invest“. Die CDU-Opposition kritisierte seinerzeit, die Förderrichtlinie sei zu kompliziert. Darum würden die Unternehmen die Förderung kaum anfragen. Kiesewetter erklärte, hier seien rund 46 Mio. Euro bewilligt worden. Mit „Niedersachsen Invest“ werden Investitionen in Betriebe gefördert, mit denen neue sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze geschaffen werden. Voraussetzung ist, dass parallel auch der CO2-Ausstoß verringert wird.

Doods räumte einen hohen Beratungsbedarf bei den Unternehmen ein, damit Projekte gefördert werden könnten. Vor allem im Raum Lüneburg habe die NBank mit Beratern nachsteuern müssen. Vor allem die EU-Förderung sei recht kompliziert.

Nach gut einjähriger Vorarbeit soll die von der rot-grünen Landesregierung geplante finanzielle Aufstockung der Förderbank bald konkrete Formen annehmen. Allerdings sei die Anrechnung der Werte aus erteilten Darlehen recht kompliziert.

2024 sind laut Kiesewetter über die Hochwasserhilfen des Landes 3,76 Mio. Euro an 186 Haushalte ausgezahlt worden. An 18 Unternehmen sind im selben Zeitraum 1,47 Millionen Euro geflossen. Für Hochwasserschäden an der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur (Bereich MU) sind 8,31 Millionen gezahlt worden.

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