Sicherheit bei Veranstaltungen  Kaufleute können Mehrkosten nicht tragen

| | 17.03.2025 16:45 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei Veranstaltungen wie dem Geranienmarkt, Weinfest oder dem Heidemarkt ist in der Innenstadt immer viel los. Oft werden die Märkte mit einem verkaufsoffenen Sonntag der Kaufmannschaft flankiert. Foto: Stephan Friedrichs
Bei Veranstaltungen wie dem Geranienmarkt, Weinfest oder dem Heidemarkt ist in der Innenstadt immer viel los. Oft werden die Märkte mit einem verkaufsoffenen Sonntag der Kaufmannschaft flankiert. Foto: Stephan Friedrichs
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Aurich will die Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen in der Innenstadt verstärken. Wer die entstehenden Mehrkosten tragen soll, ist noch unklar. Die Kaufleute sehen die Kommune in der Pflicht.

Aurich - Anfang März fuhr in Mannheim ein Mann mit seinem Kleinwagen in der Fußgängerzone in eine Menschengruppe, zwei Menschen starben, weitere wurden verletzt. Die Amokfahrt war die bisher letzte in einer ganzen Reihe von Taten, in denen in den vergangenen Jahren Autos bei öffentlichen Veranstaltungen zu Waffen wurden. Auch in der Stadt Aurich macht man sich nicht erst seit Mannheim Gedanken über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen in der Auricher Innenstadt.

Farbenfroh, bunt und fröhlich: Zahlreiche Veranstaltungen auf dem Auricher Marktplatz bereichern das Stadtleben. Foto: Stephan Friedrichs
Farbenfroh, bunt und fröhlich: Zahlreiche Veranstaltungen auf dem Auricher Marktplatz bereichern das Stadtleben. Foto: Stephan Friedrichs

Polizei, Ordnungsamt, Katastrophenschutz, die Stadt Aurich und der Kaufmännische Verein (KV) arbeiten derzeit gemeinsam an einem Netz an Vorkehrungen, das es in dieser Engmaschigkeit bislang nicht gab, sagte kürzlich Udo Hippen, Vorsitzender des KV. Auch die Stadtverwaltung Aurich hat die Sicherheit der Besucher im Fokus. „Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher der öffentlichen Veranstaltungen hat für die Stadt oberste Priorität“, so Pressesprecher Cord Cordes auf Anfrage. Bei der aktuellen Anpassung des Sicherheitskonzeptes spiele auch der Brandschutz eine zentrale Rolle, so Cordes weiter. Zudem würden die Beschicker der Veranstaltung aktiv eingebunden, um unter anderem von ihren Erfahrungen zu profitieren.

Zusätzliche Einfahrtssperren geplant

Teil des neuen Sicherheitskonzeptes sind nach Informationen dieser Zeitung zusätzliche Einfahrtssperren. Es ist die Rede von mit Sand gefüllten Containern und mobilen Sperren an weiteren Zugängen zur Innenstadt. Das würde allerdings die Kosten in die Höhe treiben. Sandra Pfeiffer-Fecht von der Stadt erklärte jüngst: „Die Kosten steigen deutlich.“ Zur Höhe der zusätzlichen Kosten und dazu, wer sie tragen soll, äußerte sich die Stadt bislang nicht. „Derzeit ist es noch zu früh, um konkrete Aussagen zu den Kosten zu treffen, da wir uns nach wie vor in der Planungs- und Abstimmungsphase befinden, in der wesentliche Aspekte des Konzeptes einer umfassenden Bewertung bedürfen“, so Pressesprecher Cord Cordes. Sobald das überarbeitete Sicherheitskonzept vorliege, werde es im Fachausschuss präsentiert und die Öffentlichkeit informiert.

Erste Großveranstaltung Ende des Monats

Dabei drängt die Zeit: Denn in rund zwei Wochen, am 30. März, startet die Veranstaltungssaison 2025 mit der Premiere des Hollandmarktes in der Innenstadt. 34 Händler bieten dann auf dem Marktplatz im Herzen der Stadt von 12 bis 18 Uhr Leckereien aus den Niederlanden an.

Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, will die Frage der Mehrkosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt so schnell wie möglich geklärt wissen. Foto: Franziska Otto
Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, will die Frage der Mehrkosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt so schnell wie möglich geklärt wissen. Foto: Franziska Otto

Kaufleute drohen mit Rückzug von Veranstaltungen

Flankiert wird der Hollandmarkt mit einem verkaufsoffenen Sonntag, den der Kaufmännische Verein durchführt. KV-Vorsitzender Udo Hippen freut sich auf die vielen Besucher in der Innenstadt, blickt aber auch mit einem Quäntchen Unsicherheit auf die weitere Jahresplanung. Grundsätzlich sehe der Kaufmännische Verein die Kommune in der Pflicht, wenn es um die Übernahme der Kosten gehe. „Das sind Maßnahmen, die das öffentliche Leben sicherstellen“, so Udo Hippen. „Sollten die Mehrkosten für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auf die Veranstalter verlagert werden, dann wird das Konsequenzen auch für die Veranstaltungen haben, die der Kaufmännische Verein in Aurich ausrichtet“, so der KV-Vorsitzende. Für 2025 stehen auf dem Kalender der Kaufleute unter anderem der Geranienmarkt, das Weinfest, das Kinderfest, der Heidemarkt sowie der Auricher Weihnachtszauber. „Wir führen diese Veranstaltungen nicht durch, um uns als Verein daran zu bereichern“, betont der KV-Vorsitzende. Mit seinen Veranstaltungen wolle der KV die Stadt für Besucher attraktiv machen und den stationären Handel unterstützen. Gewinn, vor allem in der Dimension, um zusätzliche Kosten zu tragen, würden die Veranstaltungen nicht generieren.

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