Tiere in Ostfriesland  Igel in der Not – wann man wie helfen kann

| | 14.03.2025 11:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein kleiner Igel bei einer Untersuchung in einer Aufnahmestation. Foto: DPA
Ein kleiner Igel bei einer Untersuchung in einer Aufnahmestation. Foto: DPA
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Mähroboter können die nachtaktiven Insektenfresser verletzen. Beim Aufpäppeln kann viel schiefgehen.

Aurich - Langsam, aber sicher erwachen die Igel aus ihrem Winterschlaf. Die nachtaktiven Insektenfresser suchen dann nach Nahrung. Dabei werden sie immer wieder verletzt. Und zwar nicht nur von anderen Tieren. Auch Rasenmäher, die von alleine fahren, können die Tiere verwunden. Doch woran erkennt man einen verletzten oder kranken Igel, und wie kann man ihm helfen? Falls man einen hilfsbedürftigen Igel findet oder sich nicht sicher ist, ob das Tier Hilfe benötigt, sollte man Hilfe holen, sagt der Deutsche Naturschutzbund (Nabu). Da Igel sehr gut klettern können und sich gerne verstecken, sei es sinnvoll, den Igel vor dem Telefonat in einen hohen Eimer zu setzen und ihn zu beobachten.

Jan Fuchs vom Nabu Ostfriesland sagt, dass man einiges beachten muss, bevor man überhaupt einen Igel aufnehmen darf. Denn Igel sind Wildtiere und per Gesetz geschützt. Man darf sie nur aufnehmen, wenn sie hilfsbedürftig sind. Ein Igel braucht Hilfe, wenn er krank oder verletzt ist. Eine Ausnahme sind Igelbabys, die keine Eltern mehr haben. Sie können ohne Hilfe auch nicht überleben und dürfen aufgenommen werden.

Wann und wie braucht ein Igel Hilfe?

Ein Igel braucht Hilfe, wenn er offene Wunden oder andere Verletzungen hat, erklärt Fuchs. In dem Fall sollte sich ein Tierarzt darum kümmern. Ein anderes Problem kann bei Igeln die Unterernährung sein. Ist das Tier rundlich wie ein Apfel, ist er gut im Futter. Sieht er aber eher vorne breit und hinten schmal aus, dann ist er untergewichtig, sagt der Nabu. Generell kann man einen Igel auf eine Waage legen, sagt Fuchs. Wiegt er über 500 Gramm, sei in der Regel alles in Ordnung. Wenn er weniger Gewicht hat, sei es sinnvoll, ihn aufzupäppeln. Hinter dem Kopf kann man in der Regel eine Einbuchtung erkennen, wenn der Igel zu wenig wiegt. Das ist die sogenannte Hungerfalte. Außerdem stehen die Augen nicht kugelig hervor. Sie sind eingefallen und schlitzförmig.

Ein Igel, der eine Verletzung am Kopf hat. Foto: DPA
Ein Igel, der eine Verletzung am Kopf hat. Foto: DPA

Einen Igel richtig aufpäppeln

Als Futter eignet sich ein gekochtes Ei ohne Milch und Gewürze, sagt Fuchs. Katzenfutter ohne Getreide geht ebenfalls. Auf keinen Fall sollen Igel Milch, Obst, Nüsse oder Küchenabfälle bekommen. Sie sind Insektenfresser und können pflanzliche Nahrung nicht verwerten. Damit sie Flüssigkeit aufnehmen können, soll man ihnen eine Schale mit Leitungswasser hinstellen.

Ein Igel kann auch unterkühlen. Dann soll er in einen Raum gebracht werden, der um die 20 bis 21 Grad hat, rät Fuchs. Dort soll er sich langsam aufwärmen. Zusätzliche Wärme brauche der Igel nicht. Wichtig sei bloß, dass der Igel nicht abhauen kann, „denn Igel sind sehr gute Kletterer“, so Fuchs.

Das Problem der Parasiten

Jan Fuchs weist darauf hin, dass Igel in der Regel Flöhe oder Zecken haben. Sind es nur wenige, empfiehlt er, sie mit einer Pinzette zu empfehlen. Um Infektionen zu vermeiden, sei es ratsam, den Igel mit Handschuhen zu behandeln, oder sich nach dem Kontakt die Hände zu waschen. Am besten sind Igel allerdings nicht in der Pflege, sondern in der freien Natur untergebracht. Sobald es möglich ist, sollten sie ausgewildert werden. Und dann heißt es Abschied nehmen von dem kurzzeitigen Haustier.

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