Auricher Wohnungsnot Wohnungslose könnten in Kaserne einquartiert werden
Im Notfall muss die Stadt Aurich Menschen ein Obdach bieten. Eine Möglichkeit könnte es auf dem alten Kasernengelände geben.
Aurich - Auf dem ehemaligen Kasernengelände könnten Unterkünfte für wohnungslose Menschen entstehen. In den sogenannten H-Gebäuden können laut Arnold Gossel (CDU) bis zu 50 Wohnungen entstehen. Andere Quellen sprechen gar von 75 Wohnungen in den alten Häusern. Diese Lösung sei günstiger als jeder Neubau, sagte Gossel am Mittwoch im Auricher Finanzausschuss. Beifall erhielt der CDU-Fraktionschef umgehend von Gila Altmann (Grüne). Sie habe seinen Beitrag sehr gerne gehört. Es sei daher nach wie vor die Frage, warum eines der H-Gebäude am Hoheberger Weg nur für eine Straße abgerissen werden solle.
Es bleibt dabei: In Tannenhausen sollen Container aufgestellt werden, in die die Stadt Aurich bei Bedarf wohnungslose Menschen einweisen kann. Das bekräftigte Kämmerin Katja Lorenz in der Sitzung des Finanzausschusses am Mittwoch. Das Gelände an der Dornumer Straße sei der einzig mögliche Standort. Denn andere städtische Grundstücke hätten weder Planungs- noch Baurecht für solche Container. Es gebe dort in 250 Metern Entfernung eine Bushaltestelle, einen Supermarkt in zwei Kilometer Entfernung, und zur Innenstadt seien es vier Kilometer. „Das ist nicht der glücklichste Standort, aber es stellt niemanden vor unlösbare Probleme“, so Lorenz.
SPD erinnert an erste Wohnungsbauversuche
Die Stadt Aurich braucht die Unterkünfte dringend. Denn von 150 städtischen Wohnungen seien derzeit 50 von Wohnungslosen belegt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Menschen, die durch Zwangsräumung oder einen Brand ihre Wohnungen verloren haben. In solchen Fällen ist die Stadt verpflichtet, für ein Obdach zu sorgen. Lorenz hofft, dass sich die Situation bessert, wenn die Stadtwerke Aurich wie politisch beschlossen anfangen würden, Sozialwohnungen zu bauen. Im vorigen Jahr hat der Rat beschlossen, die leere Hülle der Stadtwerke mit der Verwaltung der städtischen Wohnungen zu betrauen. Mieterlöse sowie Einnahmen aus Immobilienverkäufen sollen dafür genutzt werden, selbst Wohnraum herzustellen.
Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) freute sich, dass die Stadt nun endlich anfange zu handeln. Sie erinnerte daran, dass bereits vor Jahren zwölf Millionen Euro in den Haushalt eingestellt worden seien für bezahlbaren Wohnraum. Aus den Plänen damals ist, außer einem Gebäude in der Norderstraße, nichts geworden.
Grüne: nicht Flüchtlinge gegen Obdachlose ausspielen
CDU-Fraktionschef Arnold Gossel brachte schließlich das ehemalige Kasernengelände ins Spiel. Er hatte vor allem die sogenannten H-Gebäude im Blick, in denen jeweils mindestens 50 Wohnungen eingerichtet werden könnten. Damit schnitt er ein Lieblingsthema der Grünen an. Denn laut Bebauungsplan für die Kaserne soll ein H-Gebäude für eine Straße abgerissen werden. Laut den Grünen wäre das Gebäude sanierungsfähig wie die anderen Bauten auch. Laut Bodo Bargmann (CDU) sagt sogar die Auricher Kreisverwaltung, dass dieses Haus nur abgerissen werden könne wegen der schlechten Substanz.
Sorge hat Gila Altmann, dass wegen der Wohnungsnot in Aurich Flüchtlinge gegen Obdachlose ausgespielt werden könnten. Denn der Kreis muss Ende dieses Jahres Teile der Kaserne, die als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, räumen. Deswegen aber sind die Menschen ja nicht weg. „Dadurch entsteht ein neuer Engpass“, so Gila Altmann im Ausschuss.
Kämmerin Katja Lorenz wandte gegen die Nutzung der H-Gebäude für Wohnungslose ein, dass der Bebauungsplan für das Gelände der Kaserne noch nicht so weit sei.