36. Auricher Autotag  Der gedankliche Wandel zur E-Mobilität schreitet voran

| | 09.03.2025 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Fiat Topolino (links) zog viele Blicke auf sich. Foto: Stephan Friedrichs
Der Fiat Topolino (links) zog viele Blicke auf sich. Foto: Stephan Friedrichs
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Im Zentrum des 36. Auricher Autotages standen E-Autos und Markenvielfalt. Vielfalt, vor allem in der Bedienung von Autos, war jedoch auch eine Herausforderung für Besucher.

Aurich - Viele Auricher haben ihre Meinung zum elektrischen Fahren geändert. Das wurde am Sonntag beim 36. Auricher Autotag deutlich. Während im vergangenen Jahr noch bei vielen Besuchern Skepsis herrschte, gingen die meisten in diesem Jahr deutlich offener auf die E-Mobilität zu.

Focko Westerbur vom Autohaus Hiro kann diese Veränderung nachvollziehen. „Wir sind in einer Zeit des Wandels“, sagt er. „Bislang waren die Reichweiten der E-Autos nicht so hoch und die Ladestationen an weniger Stellen verfügbar.“ Doch das habe sich geändert. Die Reichweiten der E-Autos würden steigen und immer mehr Ladestationen seien verfügbar. Der Aufbau der Infrastruktur habe etwas gedauert, doch inzwischen sei die Versorgung mit Ladestationen wesentlich besser, so Westerbur. Außerdem würden sich die Preise von E-Autos allmählich denen der Verbrenner annähern.

Carl und Elfriede Stöhr schauten sich nach einem neuen Wagen um. Foto: Stephan Friedrichs
Carl und Elfriede Stöhr schauten sich nach einem neuen Wagen um. Foto: Stephan Friedrichs

In zwölf Autohäusern wurden 29 verschiedene Marken angeboten. Wie viele andere Besucher schauten sich auch Carl und Elfriede Stöhr nach einem neuen Auto um. Der BMW X3 der beiden sei bald abgängig, sagt Carl Stöhr. Der nächste Wagen solle elektrisch fahren und auch noch in diesem Jahr angeschafft werden, so der Rentner. Doch nicht nur der Antrieb wird bei dem neuen Auto ein anderer, auch die Bedienung wird ungewohnt sein. „Wir fahren schon einen Automatik-Wagen und E-Autos sind ja auch alle quasi Automatik. Die haben ja nur einen Gang“, sagt er zuversichtlich.

Das Problem der Umgewöhnung

Beim Probesitzen im Volvo EX 30 wurde es dann ein wenig komplizierter. Die Stöhrs wollten die Scheiben herunterfahren. Doch wo geht das? Nach einem Hinweis auf die Position der Schalter und einer kurzen Suche, bewegten die Scheiben sich dann rauf und runter. Ganz zufrieden war das Ehepaar, unabhängig von der Suche nach dem Fensterheber, mit dem Wagen nicht. „Auf der Rückbank ist wenig Platz“, sagt Elfriede Stöhr. Ihr Mann nickt. „Wobei wir als Rentner eigentlich gar nicht so oft zu viert fahren. Da brauchen wir hinten eigentlich gar nicht so viel Platz“, sagt er. Auch die mehr als 500 PS in dem Auto waren für das Paar kein Verkaufsargument. Mehr als 40.000 Euro gebe man nicht aus, wenn nicht alles stimme.

Im Autohaus Schwarte schauten die Besucher sich die neuen VW-Modelle an. Foto: Stephan Friedrichs
Im Autohaus Schwarte schauten die Besucher sich die neuen VW-Modelle an. Foto: Stephan Friedrichs

Carl und Elfriede Stöhr sind zuversichtlich, dass ihnen die Funktionen in den neuen Autos keine Probleme bereiten werden. Kris Strubbe von der Wandscher Gruppe sagt, dass die vielfältigen Möglichkeiten, die die neuen Fahrzeuge bieten, viele Menschen überfordern würden. Es sei immer wieder eine Herausforderung, mit den neuen Autos klarzukommen. Sein Team zeige den Besuchern oft, was wie funktioniere. Zu viel habe sich im Vergleich zu alten Autos geändert. Häufig kämen auch jüngere Besucher mit Fragen zu den Verkäufern, „doch je älter ein Kunde ist, desto schwerer ist es in der Regel für ihn, sich in den Autos zurechtzufinden“, so Strubbe.

Vielfältige Antriebe bei den Autos

Verbreitet sind Antriebssysteme wie der Verbrenner, der Hybrid und der E-Motor. Doch auch Autos mit einem weniger verbreiteten System zur optimierten Nutzung von Benzin standen zur Auswahl. Der Nissan X-Trail mit der „E-Power-Technologie“ fährt elektrisch, wird aber mit Benzin betankt. Der Treibstoff wird in einem Motor mit konstanter Drehzahl verbrannt. Dieser lädt eine Batterie auf, die dann E-Motoren antreibt. Das senke den Verbrauch, sagt Westerbur. Eine Option, die Batterie zusätzlich per Kabel aufzuladen, wenn das Auto steht, gebe es bei dem Wagen nicht. Doch eine vollelektrische Variante des X-Trail sei ebenfalls erhältlich. „Da muss der Kunde für sich entscheiden, was besser für ihn passt.“

Focko Westerbur vom Autohaus Hiro im Nissan X-Trail mit E-Power Technologie. Foto: Stephan Friedrichs
Focko Westerbur vom Autohaus Hiro im Nissan X-Trail mit E-Power Technologie. Foto: Stephan Friedrichs

Ein Höhepunkt in den Verkaufsräumen der Wandscher Gruppe war der Fiat Topolino. Allerdings nicht wegen seiner Spitzenleistungen. Mit acht PS darf das kleine Auto sogar von einem 15-Jährigen mit einem Mofa-Schein gefahren werden, sagt Kris Strubbe. An das E-Auto komme dann ein Versicherungskennzeichen. Und mit unter 10.000 Euro Neupreis komme man in der Stadt, anders als auf einem Mofa, trocken an sein Ziel. Dazu komme noch das ungewöhnliche Design, das viele Blicke auf sich ziehe.

Der fünfjährige Till ist total autobegeistert. Er schaute sich am Autotag all die Fahrzeuge an, die er gerne mal fahren möchte. Foto: Stephan Friedrichs
Der fünfjährige Till ist total autobegeistert. Er schaute sich am Autotag all die Fahrzeuge an, die er gerne mal fahren möchte. Foto: Stephan Friedrichs

Buntes Programm und ein Gewinnspiel

Neben der Vielfalt an Fahrzeugen ist der Auricher Autotag auch ein Erlebnis für die ganze Familie. Grillstände, Foodtrucks, Karussells und Axtwerfen boten die Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Das Programm wird jedes Jahr um den Auricher Autotag herum aufgebaut. So kamen auch die Kinder auf ihre Kosten. Die Erlöse, die aus Grillen, Kaffe und Kuchen erwirtschaftet werden, gehen in diesem Jahr als Spende an die „Herzkinder Ostfriesland“. Das ist ein Verein, der sich für Kinder, die gesundheitliche Probleme mit dem Herzen haben, einsetzt. Zusätzlich zu den Erlösen aus dem Programm des Autotags spenden die Autohäuser selbst für den Verein, sagt Strubbe.

Vor dem Autohaus Senger tummelten sich die Menschen. Ein Karussell ließ bei den Kindern gute Laune aufkommen. Foto: Stephan Friedrichs
Vor dem Autohaus Senger tummelten sich die Menschen. Ein Karussell ließ bei den Kindern gute Laune aufkommen. Foto: Stephan Friedrichs

Für ausdauernde Besucher gab es in diesem Jahr erneut ein Gewinnspiel. Dabei konnten die Autotagbesucher mit einem Handzettel von Haus zu Haus gehen, um sich entsprechende Stempel geben zu lassen. Als Hauptpreis gibt es von der Händlergemeinschaft 1000 Euro in bar. Die Ostfriesischen Nachrichten und die Ostfriesen-Zeitung haben einen 500-Euro-Reisegutschein von dem Reiseunternehmen „Lighthouse Travel“ gespendet. Außerdem gab es einen Waren- und Veranstaltungsgutschein über 350 Euro zu gewinnen.

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