Osnabrück Welche Rose wird wie geschnitten? So schneiden Sie Ihre Rosen richtig
Nicht nur Garteneinsteigern fällt der Rosenschnitt schwer. Auch Fortgeschrittene tun sich schwer, die frischen Triebe abzuschneiden. Und wann ist der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt? Wie wird welche Rose geschnitten? Unser Beitrag gibt Antworten mit praktischen Schnittanleitungen.
Der Rosenschnitt im Frühjahr sorgt dafür, dass die Rosen gesund und kräftig bleiben und reich blühen. Denn Rosen treiben nur am Ende ihrer Zweige aus. Ungeschnitten würden sie von unten immer kahler und würden nur noch weit oben blühen. Über die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist, und wie stark welche Rose zurückgeschnitten wird, wird Frühjahr für Frühjahr diskutiert. Aber so schwer ist es eigentlich gar nicht.
Fürs Rosenschneiden sollte man eine scharfe Gartenschere benutzen, damit die Verletzung der Pflanze möglichst klein bleibt.
Einige Schnittregeln gelten für alle Arten von Rosen. So schneidet man beschädigte oder sehr schwache Triebe bei Rosen grundsätzlich heraus. Dasselbe gilt für Wildtriebe, mit denen Rosen gelegentlich aus der Unterlage austreiben, auf die sie veredelt wurden. Diese Triebe, die aus der Basis wachsen, sollten komplett entfernt werden.
Grundsätzlich werden Schnitte leicht schräg oberhalb von den so genannten Augen ausgeführt. Das sind die leicht verdickten Stellen, aus denen Rosen austreiben. Man nennt sie auch schlafende Augen. Der Schnitt weckt sie sozusagen auf zum Austrieb.
Aber Achtung: Nicht jede Rose wird auf dieselbe Weise zurückgeschnitten, sondern es gilt, die verschiedenen Rosengruppen zu unterscheiden und ihre Triebe nach entsprechender Schnittanleitung zurückzuschneiden. Und das funktioniert mit diesen Schnittanleitungen, die uns der Rosenspezialist W. Kordes‘ Söhne Rosenschulen aus Klein Offenseth-Sparrieshoop im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt hat.
Öfter blühende Strauchrosen werden auf die Hälfte ihrer vorherigen Wuchshöhe zurückgeschnitten. Dünne und sehr alte Triebe werden ganz unten entfernt.
Öfter blühende Strauchrosen blühen am sogenannten einjährigen Holz, das bedeutet: an den Trieben, die in diesem Jahr neu austreiben. Alte, vergreiste Triebe sollten direkt über dem Boden abgeschnitten werden. Dasselbe macht man mit sehr dünnen Trieben.
Beet-, Edel- und Zwergrosen werden etwa auf ein Drittel ihrer Wuchshöhe, also sehr stark zurückgeschnitten. Stehen bleiben Triebe mit einer ungefähren Länge von 20 bis 30 Zentimeter Länge.
Der kräftige Rückschnitt bewirkt bei den Beet-, Edel- und Zwergrosen starkes Wachstum und die Bildung vieler Blüten. Auch bei diesen Rosen sollte man alte und abgestorbene Triebe direkt über dem Boden entfernen.
Öfter blühende Kletterrosen werden im Frühjahr eher moderat zurückgeschnitten.
Einmal blühende Kletterrosen müssen gar nicht geschnitten werden, es sei denn, sie werden zu ausladend oder weisen irgendwo sehr alte, vergreisende Äste auf.
Hochstammrosen sind eigentlich auf Stämmchen veredelte Beet-, Edel- oder Zwergrosen und werden deshalb nach denselben Regeln wie diese geschnitten, also auch stark gekürzt.
Im Frühjahr werden die Triebe der Hochstammrosen auf ein Drittel ihrer vorherigen Länge eingekürzt. Dabei sollte man auf einen gleichmäßigen Aufbau der Krone achten, rät der Rosenspezialist Kordes Rosen.
Eine Ausnahme bei den Hochstammrosen gibt es: Trauerstämme, auch Kaskadenrosen genannt.
Um ihren überhängenden Wuchs zu erhalten, werden diese Rosen nicht komplett zurückgeschnitten, sondern kräftig ausgelichtet.
Und wenn der Rosenschnitt geschafft ist, ist es an der Zeit, schon mal von der Rosenblüte des kommenden Sommers zu träumen – oder zur Einstimmung in Bildern der Rosenblüten des vergangenen Sommers zu schwelgen.
Damit Rosen reich blühen, brauchen sie ausreichend Nährstoffe. Wie der Rosenspezialist Kordes erklärt, eignet sich sogar der Volldünger Blaukorn für die Düngung von Rosen, aber der Rosenspezialist sagt auch gleich dazu: Eine nachhaltige Verbesserung des Bodenlebens schaffen nur organische Volldünger.
Im Handel werden verschiedene für Rosen geeignete Dünger zum Beispiel auf der Grundlage von Rinderdung oder Hornspänen angeboten. Die richtigen Zeitpunkte zum Düngen von Rosen sind Ende März und Ende Juni.
Bei frisch gepflanzten Rosen beginnt man mit dem Düngen erst Ende Juni. Später sollten Rosen nicht mehr gedüngt werden, weil die Rosen vor dem Winter noch ausreifen und nicht mehr stark wachsen oder Blüten treiben sollen.
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