Hamburg  Bürgerschaftswahl in Hamburg: Wie Peter Tschentscher die SPD zum Sieg führen konnte

Markus Lorenz
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Von Markus Lorenz
| 02.03.2025 19:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die SPD hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg gewonnen - das liegt nicht zuletzt an Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Hansestadt. Foto: dpa/Christian Charisius
Die SPD hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg gewonnen - das liegt nicht zuletzt an Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Hansestadt. Foto: dpa/Christian Charisius
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Verloren und doch Sieger: Die Hamburger SPD hat die Bürgerschaftswahl klar gewonnen, trotz erheblicher Stimmeneinbußen. Das ist kein Triumph, aber angesichts des Desasters im Bund vor einer Woche ein bemerkenswertes Lebenszeichen für die Sozialdemokraten. Ein Kommentar.

Am Ende war es vor allem die solide Regierungsarbeit von Bürgermeister Peter Tschentscher, dank derer die Konkurrenz chancenlos blieb. Der Senatschef ist kein Volkstribun, aber doch ein Erfolgsgarant. Unaufgeregt, risikoscheu, seriös und komplett skandalfrei – der Mediziner verkörpert für viele Wähler jenen Typus des hanseatischen Stadtoberhaupts, bei dem sie ihre Stadt in guten Händen sehen – gerade in turbulenten Zeiten. Konflikte mit dem grünen Koalitionspartner räumt Tschentscher meist geräuschlos hinter den Kulissen ab – welch eine Wohltat im Vergleich zu Ampel-Kanzler Olaf Scholz, der daran scheiterte.

Der sichere SPD-Sieg gegen den Bundestrend kam zustande, weil eine Mehrzahl der Hamburger im Großen und Ganzen zufrieden sind mit dem Zustand und den Lebensverhältnissen in ihrer Stadt. In vielen Vergleichen steht der Stadtstaat tatsächlich besser da als der Bundesdurchschnitt. Auch nach zehn Jahren rot-grüner Regentschaft kam angesichts einer solchen Grundstimmung keine echte Wechselstimmung auf.

Geholfen hat zudem, dass die Bürgermeisterkandidaten der Hauptkonkurrenten blass blieben. CDU-Spitzenmann Dennis Thering fehlten Bekanntheit und die Gewinnerthemen. Der Grünen Katharina Fegebank misslang nun schon zweiten Mal der Versuch, loyale Koalitionspartnerin sein zu wollen und gleichzeitig den SPD-Senatschef attackieren zu müssen.

Alles gut also für Rot-Grün an der Elbe, das aller Wahrscheinlichkeit nach in die Verlängerung gehen wird? Nicht unbedingt. Das Regieren dürfte auch in ihrem Hamburger Biotop komplizierter werden, Stichworte Hafenkrise und Kriegsgefahr. Vieles spricht dafür, dass Tschentschers schwierigsten Regierungsjahre noch vor ihm liegen.

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